Seit Jahren schon ist die geplante Bebauung des Gleisdreiecks bei der Günter-Neurohr-Brücke ein Thema in Radolfzell. Auch der Gestaltungsbeirat der Stadt hat sich bereits mehrfach mit dem Vorhaben auseinander gesetzt und in seiner jüngsten Sitzung erneut seine städtebauliche Einschätzung mit der Öffentlichkeit geteilt.

Wie der Vorsitzende des Gremiums, Architekt Hellmut Raff, bei seinem letzten Auftritt in dieser Funktion berichtete, ist insbesondere das Konzept für den nördlichen Teil bereits festgezurrt, nun gehe es um Details. So solle ein Landschaftsplaner sich mit der Begrünung des Gebiets befassen, vor allem auf den Freibereichen. Geklärt werden solle etwa, ob Fassadenbegrünungen umsetzbar seien. Nicht zufrieden sei der Gestaltungsbeirat dagegen mit dem südlichen Bereich, in dem auch ein Gewerbegebäude geplant ist. Unter anderem habe der Gestaltungsbeirat eine stärkere Freistellung der Günter-Neurohr-Brücke angeregt. Dadurch würde ein Freiraum zum Wohngebiet entstehen.

Erschließung an verschiedenen Stellen

Weitere Auskunft zum Gleisdreieck gab Baudezernatsleiter Thomas Nöken in der Sitzung: So gebe es die klare Empfehlung, bei dem Gewerbeobjekt nur fünf statt der ursprünglich vorgesehenen sieben Vollgeschosse zu bauen. „Aber was am Ende des Bebauungsplanverfahrens rauskommt, wird sich zeigen“, betonte er.

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Eine Erschließung des Gleisdreiecks sei zum einen über die heutige Werkseinfahrt der Firma Fora geplant, außerdem sei die Westerschließung über die Konstanzer Straße vorgesehen. Dabei soll eine Straße vom Kreisverkehr an der Brücke aus gesehen nach links und gleisparallel unter der Konstanzer Straße hindurch führen. Auch soll das Gleisdreieck über eine Fuß- und Radwegrampe von der Günter-Neurohr-Brücke aus erreichbar sein.

Neuer Bahnhaltepunkt soll entstehen

Auch an den öffentlichen Personennahverkehr soll das neue Quartier angeschlossen werden. In der Konstanzer Straße gebe es einen Stadtbusverkehr, berichtete Thomas Nöken. Und es sei geplant, die Libellenwegunterführung zwischen dem Schießhüttenweg und der Allensbacher Straße barrierefrei umzubauen „in Kombination mit einem neuen Bahnhaltepunkt“, so Nöken. Davon könnten nicht nur die Bewohner des Gleisdreiecks profitieren.

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Ein anwesender Bürger wollte noch wissen, wie viele Menschen in Zukunft im Gleisdreieck leben und arbeiten sollen. Baudezernatsleiter Thomas Nöken entgegnete, es könne „gut sein, dass da 900 Menschen wohnen werden“. Wie viele Mitarbeiter in dem Gewerbegebäude unterkommen werden, könne jedoch noch nicht gesagt werden, das sei auch davon abhängig, welche Unternehmen sich dort ansiedeln. Eine Aussage sei zum aktuellen Zeitpunkt aus diesem Grund auch völlig unzuverlässig.