Wenn man etwas Positives aus der Corona-Krise ziehen will, dann, dass man lernt, was wirklich wichtig ist. Kinderbetreuung ist im Alltag wichtiger als die Arbeit von Managern, zum Beispiel. Oder dass Gesundheit etwas ist, das man als Gesellschaft erhalten kann. Es ist nicht immer jeder nur für sich verantwortlich.

Für Kunstschaffende entsteht allerdings so der Eindruck, dass sie selbst ganz und gar nicht wichtig sind. Vor allem kulturelle Veranstaltungen haben es mit den Corona-Verordnungen schwer. Vieles ist gar nicht möglich, etliches nur im sehr kleinen Rahmen und somit auch für die Künstlerinnen und Künstler oft unrentabel.

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Doch Kunst ist viel mehr als nur ein weiterer Geschäftszweig der Freizeitbeschäftigung. Sie bringt Menschen zusammen, erweitert den Horizont, verleiht Gefühlen Ausdruck und oft genug macht sie einfach nur Spaß. 30 Künstler aus Böhringen wollen sich nicht ausbremsen lassen und veranstalten vom 30. September bis 4. Oktober die „7:77 Ortszeit“.

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Bereits zum dritten Mal. Ein aufwändiges Hygiene-Konzept und viel Engagement machen es möglich, den historischen Ortskern Böhringens in ein Künstlerdorf zu verwandeln. Das ist auch den Böhringern wichtig. Vollblutfasnachterin Lore Sieber aus Böhringen zeigt sich so begeistert, dass das Kunstprojekt doch stattfindet, dass sie auf die Künstler, und vor allem Initiatorin Viktoria Graf, ein Lob-Gedicht geschrieben ha, welches wir den Radolfzellern nicht vorenthalten möchten:

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Do simmer dabei, des isch prima!
Ihr Künschtler saget jo, it na
und trotzet dä Corona!
Seit em März – s‘ischwohr bi Gott –
leidet die Künschtler große Not!

Ko Publikum und kon Applaus,
im Kunschthandwerk sieht‘s trurig aus,
S‘isch toll, dass Ihr so zammestond
und Euituntergriegelond!

Mit Abstand und mit dem Mauldäschle,
kamerfeire au des Feschtle,
ko Livmusik und ohne Blose,
doch Musik git‘s jo au us Dose.

Künschtlerduet des s‘Gmütufhelle,
denn etzkännet se usstelle
ihre Werke für alle Leut‘,
verkauft wird manches, isch des ä Freud‘.

In alte Gemäuer wird‘s präsentiert,
au Zeller sind dra interessiert.
Etzwird‘s alt Dorf wieder aktuell
ä Superschau in Scheune und Ställ!

Isch dä Bezirk au desjohr kläner,
aber des Projektwird sicher schäner!
7:77 bald isches soweit,
i wünsch Eu dazu viel Glück und Freud‘.
Jo, die Viktoria isch ä Ass,
ihre Devise: Wir schaffen das!

Zur Kolumne: Das Corona-Tagebuch der Redaktion Radolfzell begreift sich als hoffentlich vorübergehende Erscheinung

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