Herr Hazy, Sie sind 52 Jahre alt und treten seit einigen Jahren mit ihrer Rock- und Pop Band „The Shadoogies“ auf. Wie sind sie dazu gekommen?

Musik gehörte schon immer zu meinem Leben. Schon als Kind habe ich die Musik meines Vaters gehört – viel Rock‘n‘Roll, viel Beatles. Die Leidenschaft für das Genre ist bis heute geblieben. Als ich ein Akkordeon von meinen Eltern geschenkt bekommen habe, fing ich erstmals an, selbst Musik zu machen. Ich habe lange Zeit im Jugendorchester Villingen-Schwenningen gespielt und dort auch das Notenlesen gelernt. Irgendwann aber hatte ich keine Lust mehr auf klassische Akkordeonmusik. Also kaufte ich mir eine E-Gitarre und brachte mir selbst bei, darauf zu spielen. Wenig später lernte ich auch Klavier spielen – ganz ohne Unterricht oder Noten.

Wann hat sich Ihr Hobby professionalisiert?

Das war mit 17 Jahren, als ich Lust bekam, in einer richtigen Band zu spielen. Ich bin auf die Anzeige einer Beatband in Villingen-Schwenningen gestoßen, die einen Gitarristen gesucht hat. Ich war so begeistert davon, dass ich mich direkt beworben habe.

Zu meinem damaligen Glück wurde ich angenommen. Und ich spiele bis heute in der Gruppe. Zwischenzeitlich gründete ich meine eigene Band: Die Shadoogies. Wir spielen Coversongs, produzieren eigene Lieder und treten damit auf kleineren Privatveranstaltungen oder größeren Festen auf, wie zum Beispiel das Überlinger Promenadenfest. Mal sind wir zu dritt auf der Bühne, manchmal auch zu fünft. Meine Bandmitglieder habe ich zum Teil im Internet kennengelernt. Manche kannte ich schon vor dem gemeinsamen Musizieren.

Wie haben Sie die Corona-Zeit als Musiker durchlebt?

Es war langweilig ohne Bandproben und Auftritte. Ich habe vergangenes Jahr im Oktober zuletzt vor Publikum gespielt. Ich glaube, Corona macht es Künstlern schwer, nicht faul zu werden. Man hat kaum mehr Motivation, da es nichts gibt, was erarbeitet werden muss. Glücklicherweise habe ich noch ein zweites Standbein außerhalb der Musikbranche. Sonst wäre der Lockdown auch finanziell zu einem Problem geworden. Doch ich blicke positiv in die Zukunft. Diesen Monat habe ich seit Langem wieder einen Solo-Auftritt in der Schweiz und hoffe, dass es bald wieder richtig losgeht.

Sein großes musikalisches Vorbild waren die Beatles. Nach dem Akkordeonunterricht brachte sich Tom Hazy das Gitarre- und Klavierspielen selbst bei.
Sein großes musikalisches Vorbild waren die Beatles. Nach dem Akkordeonunterricht brachte sich Tom Hazy das Gitarre- und Klavierspielen selbst bei.

Wo sammeln Sie Inspiration für ihre Texte und Melodien?

Ehrlich gesagt ist das Schreiben von Liedtexten der Arbeitsteil, der mir am schwersten fällt. Die passenden Worte zur Melodie zu finden, kann mehrere Tage, wenn nicht Wochen dauern. Geht es um die instrumentale Musik, brauche ich oft nur zehn bis 15 Minuten und ich bin zufrieden. Ich schreibe gerne Liebeslieder oder Balladen. Dabei orientiere ich mich selten an meinem eigenen Leben oder den Erfahrungen, sondern lasse mich von anderen Künstlern inspirieren und schreibe frei aus dem Kopf.

Wie würden sie ihre Musikrichtung beschreiben?

Grundsätzlich spielen wir Pop- und Rockmusik. Außerdem schlägt mein Herz für Beatmusik. Das ist Pop-Rock, der auf Gitarrenmusik basiert. Die Beatles machten diese Musikrichtung bekannt. Ab und zu experimentieren ich und meine Bandmitglieder auch. Dann spielen wir Westernmusik und treten im traditionellen Outfit auf. Bei den Zuschauern kommt das gut an.

Was war das Eindrücklichste, das Sie während ihrer Karriere erlebt haben?

Wenn ich etwas weiter in die Vergangenheit zurückdenke, dann gab es einen Abend, der mich und meinen weiteren Werdegang sehr geprägt hat. Das war das Konzert von Paul McCartney im Jahr 2004. Seine Musik und die Atmosphäre haben mich so beeindruckt, dass ich die Wochen danach an nichts anderes mehr Denken konnte. Während meines eigenen Werdegangs sind es Vorgruppen-Auftritte bei bekannten Beatbands gewesen, die mich bis heute stolz machen. Zum Beispiel bei The Rubettes oder Middle of the Road.

Welche Projekte stehen als nächstes an?

Während der Corona-Zeit habe ich zwei Lieder produziert, die mir besonders am Herzen liegen. Die Songs wurden professioneller und aufwendiger aufgenommen als Vorherige. Das Lied „My Realization“ ist eine meiner typischen Liebes-Balladen. Der andere Song „This World“ geht aber in eine ganz andere Richtung. Er thematisiert, wie sehr sich die Welt derzeit verändert und wie wichtig Umwelt- und Ressourcenschutz ist.

Fragen: Anina Kemmerling