Noch haben die Krankenhäuser Kapazitäten, doch die Zahl der Corona-Infizierten im Landkreis steigt. Landrat Zeno Danner mahnt daher bei der wöchentlichen Corona-Pressekonferenz, sich strikt an Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. Aktuell gibt es im Landkreis 412 infizierte Personen (Stand: 3. November), 31 mehr als am Vortag. Die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen liegt bei 82.

30 stationäre Covid-Patienten

Die absehbare Folge: Die Krankenhäuser füllen sich, die Zahl der ernsthafteren Verläufe nimmt zu. Es gebe in den Kliniken im Landkreis 30 gesicherte Fälle, bei 24 Patienten handele es sich um Verdachtsfälle, sagte Danner. Im Singener Klinikum werden 16 Covid-19-Patienten behandelt, zudem gibt es elf Verdachtsfälle. Ein Patient liege auf der Intensivstation.

Im Konstanzer Klinikum 14 gesicherte Fälle

In Konstanz seien aktuell 14 gesicherte und 15 Verdachtsfälle in stationärer Behandlung, wie Marcus Schuchmann, Ärztlicher Direktor am Konstanzer Klinikum, berichtete. Zwei Patienten seien auf der Intensivstation, einer werde beatmet. Die Kliniken kämen an die Grenze ihres Regelbetriebs. „Wir wissen, dass wir morgen sehr viel mehr Patienten haben werden“, warnt Schuchmann.

Im Moment keine Freihaltepauschale

Schuchmann verweist auf einen Unterschied zur Lage im Frühjahr: Damals habe es eine Freihaltepauschale für die Kliniken gegeben, so dass die Mittel es ermöglichten, Betten für Corona-Patienten freizuhalten. Zudem sei die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung ausgesetzt gewesen. Sollte sich die Zahl der Covid-19-Patienten weiter erhöhen, müsste die Verordnung aus seiner Sicht erneut ausgesetzt werden.

Gesundheitsamt kommt an Kapazitätsgrenzen

Der Landrat lenkte die Aufmerksamkeit auf die Kontaktnachverfolgung, die die Kräfte des Gesundheitsamts bindet. „An einem Tag hatten wir 5000 Anrufe auf der Hotline, klar, dass wir dieser Zahl ohne Callcenter nicht nachkommen“, erläuterte Danner. Momentan würden Mitarbeiter anderer Ämter, Angestellte von Gemeindeverwaltungen sowie einige Freiwillige eingesetzt. Angehörige der Bundeswehr anzufordern, sei für ihn die letzte Option. Er schloss aber nicht aus, dass man sie in der Zukunft werde nutzen müssen.