Bis das erste E-Müllauto im Dienste der Entsorgungsbetriebe Konstanz (EBK) umherfahren wird, dauert es deutlich länger als geplant. „Frühestens Herbst 2022“, teilt Nele Steurer von den EBK auf SÜDKURIER-Anfrage mit. Geplant war eigentlich, dass der erste E-Quantron dieses Jahr den Müll von Konstanzer Straßen sammelt.

Auch im Wirtschaftsplan der Stadt waren dafür 510.000 Euro für 2021 veranschlagt. Nun neigt sich das Jahr fast dem Ende entgegen und noch immer verbrauchen die Müllautos der EBK ausschließlich Diesel – und dadurch rund 28 Tonnen Kohlendioxid pro Fahrzeug im Jahr. Vom E-Quantron keine Spur.

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Liegt es an den hohen Kosten von rund 750.000 Euro, fast 500.000 Euro mehr als ein Diesel-Müllauto? Zum Teil. Die Stadträte im Technischen Betriebsausschuss des Gemeinderats hatten die teure Anschaffung an eine Bedingung geknüpft: Dass die Verwaltung prüft, ob ein Förderprogramm des Bundes mindestens 40 Prozent der entstehenden Mehrkosten im Vergleich zum Diesel tragen kann. Das Förderprogramm gibt es. Und es trägt sogar 80 Prozent der Mehrkosten.

Aber es kommt mit Verspätung. Eigentlich war das Programm „Klimafreundliche Nutzfahrzeuge“ vom Bund für Ende 2020/Anfang 2021 angekündigt. „Da wir auf das Bundesprogramm gewartet haben, haben wir das Fahrzeug noch nicht ausgeschrieben. Der Förderaufruf wurde erst am 16. August veröffentlicht, wir haben unseren Antrag noch am selben Tag eingereicht“, schreibt Steurer. Sobald der Förderbescheid da sei, wolle man das Fahrzeug ausschreiben. Bis Inbetriebnahme dauere es dann ein Jahr.

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Bleibt zu hoffen, dass der Bund mit seinen Förderprogrammen nicht stets so langsam ist, denn bis 2035 wollen die EBK, dass alle ihre 35 Fahrzeuge klimaneutral sind. Nicht alle auf einmal, wie Steurer betont, sondern immer dann, wenn ohnehin ein neues Müllauto oder ein neuer Pkw nötig wäre. Was das kostet, hänge von mehreren Faktoren ab, wie Preisentwicklung und Förderprogramme, und könne jetzt noch nicht abgeschätzt werden.