Familie Deifel. Mutter Gaby, Vater Oli, die Söhne Lukas (14) und Robin (10) sowie Tochter Jule (11). Die Eltern berufstätig, die Kinder schulpflichtig. Doch das normale Leben ist derzeit aus den Fugen geraten. Das Virus zwingt alle in eine ungewohnte Lage, die jeder von uns zum ersten Mal erlebt. Wie sieht der Alltag einer fünfköpfigen Familie in Zeiten von Corona aus? Wie meistern die fünf die schwierige Situation?

Bild: Schuler, Andreas

Mutter Gaby steht bereits um 5 Uhr morgens auf. Sie arbeitet an drei Tagen pro Woche in einem Labor in der Schweiz. Die derzeit langen Schlangen am Grenzübergang zwingt sie zum frühen Start in den Tag.

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Vater Oli, bei einem Konstanzer Unternehmen in der Finanzabteilung beschäftigt, befindet sich im Homeoffice. „Um 7.30 Uhr schmeiße ich die Kinder aus dem Bett“, erzählt er lachend und erntet ein paar grimmige Blicke des Nachwuchses.

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Frühstück, Vorbereitung auf die Schulaufgaben. „Die zwei Großen sind im Marianum in Hegne, der Kleine in der Grundschule“, berichtet er. „Wir erleben also zwei Varianten des Homeschooling.“

Klare Strukturen, dann ist auch mehr Freizeit möglich

Robin, der Grundschüler, solle sich an den eigentlichen Stundenplan halten, „denn so erhält sein Tag eine klare Struktur“, wie Oli Deifel sagt. Die beiden Großen müssen in einem vorgegeben Rahmen ihre Aufgaben erledigen, bis sie fertig sind – dann ist auch etwas mehr Freizeit möglich.

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Der Familienvater ist ab 8.30 Uhr in einer Videokonferenz nach der anderen – nicht selten bis zum frühen Abend. „Die Kinder wissen zwar, dass ich im Nebenzimmer bin, sind aber weitgehend auf sich alleine gestellt.“

Ein Leben ohne Fußball und Handball

Das klappe im Großen und Ganzen sehr gut. „Ich vermisse Fußball mit meinen Freunden“, sagt Robin. Sein Bruder Lukas nickt zustimmend: „Handball ist meine Sportart. Aber derzeit muss ich darauf verzichten.“

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So oft wie möglich geht die Familie gemeinsam an die frische Luft. Meistens in der Dämmerung, wenn nicht mehr so viele Menschen unterwegs sind. „Das macht den Kopf frei. Die Bewegung tut uns allen gut“, sagt Gaby Deifel. „Von heute auf morgen gab es kein Handball mehr für Lukas, kein Fußball mehr für Robin und keine Leichtathletik mehr für Jule.“

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Für Kinder, die es gewohnt sind, sich auszutoben, eine riesige Umstellung. „Wir nutzen Hydranten als Slalomstangen, Steine als Hindernisse oder werfen einen Bumerang“, so Oli Deifel. „Ich gehe mit Papa regelmäßig laufen“, sagt Jule. Auch nach dem Gespräch mit dem SÜDKURIER geht‘s in den Wald hinterm Purren.

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Die Lehrer im Marianum seien bei der digitalen Betreuung der Kinder sehr motiviert und stellten seit Beginn der Schul-Schließung tolle Materialien zusammen, wie der Vater erzählt. Unter anderem auch Links zu Workouts aus dem Internet. „Diese empfinden unsere Kinder aber eher als langweilig, weil sie nicht interaktiv und sehr unpersönlich sind“, sagt Oliver Deifel.

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Nun versucht sich der Junior mit dem interaktiven Sportprogramm der HSG Konstanz per Video. „Wenn das klappt, könnten sich die Jungs regelmäßig über Video sehen und neben der Fitness auch den Gemeinschaftssinn pflegen. Finde ich eine geniale Initiative.“

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Aber auch Raum für eigene, private Dinge bieten die Eltern ihren Kindern: alleine sein im Zimmer, mit der Freundin skypen, auf dem Handy spielen oder fernsehen – auch das gehört im Hause Deifel dazu. „Es ist uns jetzt auch nicht super wichtig, dass alles immer aufgeräumt ist und pikfein aussieht. Wir sind Eltern, berufstätig, und haben einen fünfköpfigen Haushalt“, erzählt Gaby Deifel lächelnd, „da kann es nicht perfekt sein. Vor allem in der jetzigen Situation nicht.“

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