Rot, alt und voller Nostalgie steht er da – ein Trabant im Feuerwehr-Gewand am Rande einer Wiese in Konstanz-Wollmatingen. Das museumstaugliche Fahrzeug gehört dem ehemaligen Kommandanten der Konstanzer Feuerwehr, Dieter Quintus.

„Der Trabi war allerdings nie ein echtes Feuerwehrauto“, sagt Dieter Quintus. „Irgendwann ist das Auto ein paar Feuerwehrleuten aus Konstanz in die Hände gefallen.“

Bild: Timm Lechler

Diese lackierten das Fahrzeug von beige auf rot, brachten das Blaulicht, welches allerdings nicht funktioniert, auf dem Dach an und klebten das Wappen von Konstanz auf die Seitentüren des Trabis.

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„Das ist alles nur Attrappe“, sagt Quintus. „So haben sie mir das Auto dann vor die Türe gestellt.“ Es war ein Geschenk zu seinem 40. Geburtstag. Mittlerweile sei das Fahrzeug leider in einem schlechten Zustand, ein uralter Zweitaktmotor werkele unter der Haube.

Bild: Timm Lechler

Darf man mit der Attrappe des Feuerwehrautos durch die Stadt fahren? Laut der Polizei Tuttlingen sind solche „Spaßautos“ grundsätzlich erst einmal erlaubt. Demnach dürfen Halter fast alles auf ihre Fahrzeuge kleben, schreiben oder es lackieren.

„Spaßautos“ sind erlaubt, aber es gibt Einschränkungen

Ausnahmen bilden allerdings reflektierende Folien, ähnlich der Klebefolien an Polizeifahrzeugen. Tatjana Deggelmann, Pressesprecherin der Polizei Konstanz, sagt: „Diese Klebefolien stellen eine nicht zugelassene lichttechnische Einrichtung dar.“ Sie sind deshalb nicht erlaubt.

Bild: Timm Lechler

Ansonsten dürfen Lackfarbe sowie Muster allerdings relativ frei gestaltet werden. Tatjana Deggelmann sagt: „Die Farben von beispielsweise Polizeiautos sind nicht rechtlich geschützt. Das heißt, wer sein Fahrzeug silber und blau lackiert, begeht keinen Verstoß, es sei denn die Lackierung und Beschriftung ist geeignet, einen Irrtum zu erzeugen.“ Deshalb sei auch das Aufdrucken der Schriftzüge „Polozei“ oder „Polente“ keine Straftat, denn das erzeuge in der Regel keinen Irrtum.

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Dies ist auch der Grund, warum man immer wieder ausrangierte Dienstwagen der Feuerwehr und Polizei aus Amerika zu Gesicht bekommt. Mit diesen in Deutschland zu fahren, ist durchaus erlaubt, denn sie lassen sich relativ leicht von den deutschen Dienstwagen unterscheiden. Hier sei laut Tatjana Deggelmann in der Regel nicht zu erwarten, dass das Fahrzeug in Deutschland einen hoheitlichen Zweck erfüllen könnte.

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Strafbar wird es erst dann, wenn dies nicht mehr gegeben ist, und die Bürger das Fahrzeug für ein echtes Dienstfahrzeug halten könnten. Allerdings bekämen private Fahrzeuge, die diesen Anschein erwecken könnten, laut Deggelmann genau deshalb keine Zulassung für den öffentlichen Straßenverkehr.

Dies wird besonders bei der Verwendung von Blaulicht oder einer Sirene kritisch. Tatjana Deggelmann sagt: „Blaulicht und ähnliche Ausstattungsmerkmale sind deshalb an Privatfahrzeugen nicht zulässig.“

Bild: Timm Lechler

Bei alten Modellen von Feuerwehrautos, die oft von Liebhabern erworben und weiter genutzt werden, muss deshalb das Blaulicht abmontiert oder zumindest im öffentlichen Straßenverkehr verhüllt werden. Die Polizei in Konstanz fährt in der Regel Leasingfahrzeuge. Bei deren Rückgabe werden alle polizeispezifischen Ein- und Anbauten wieder entfernt.

Der Trabi wird vielleicht restauriert

Der rote Feuerwehr-Trabant von Dieter Quintus besitzt sein Blaulicht noch. Bewegt wurde das Fahrzeug allerdings seit seinem Umbau nie. Fahren könne es sicherlich sowieso nicht mehr, so Quintus. Allerdings habe sich der Sohn des ehemaligen Kommandanten der Feuerwehr überlegt, das alte Fahrzeug mit Nostalgie-Charme wieder zu restaurieren.

Bild: Timm Lechler