Neulich mittags in der Reichenaustraße. Auf der Zufahrt zum Parkplatz Bodenseeforum stand ein NYPD Police Car, zu deutsch: ein Polizeiwagen des New York Polizei Departement. Tür geöffnet, ein Mann auf dem Fahrersitz. Ein paar Meter daneben ein Einsatzwagen der deutschen Polizei, ein paar Uniformierte davor.

Wer hat hier eigentlich wen gestoppt?

Oder war das womöglich Teil einer noch geheimen internationalen Zusammenarbeit zwischen amerikanischen und deutschen Beamten? Ist das Police Car vielleicht am Abend zuvor noch in der Bronx irgendwelchen Verbrechern hinterher gerast?

Genaue Angaben zum ominösen Police Car gab es leider keine, doch wer in den vergangenen Jahren mit offenen Augen durch Konstanz ging, dem ist dieses Gefährt des Öfteren aufgefallen. Ein Freund amerikanischer Autos brummt damit wie Kojak beim Einsatz in Manhattan um die Blocks der Stadt am Bodensee – und gestern wurde er zufälligerweise in einer Routinekontrolle angehalten. Zufällig. Ganz bestimmt.

Ist es überhaupt erlaubt, mit so einem Gefährt durch unsere Straßen zu düsen?

Darf ich meinen Wagen so lackieren, dass er wie ein Polizeiwagen aussieht, wenn auch ein amerikanischer? Und ist es legal, das englische Wort für Polizei darauf zu schreiben?

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Klare Antwort: Ja, das ist erlaubt! Die Pressestelle der Polizei bestätigte dies auf SÜDKURIER-Nachfrage. Problematisch wird es nur dann, wenn sich das Auto nicht mehr von einem originalen deutschen Polizeiwagen unterscheiden lässt. Verboten sind Blaulicht und identische Polizeisirenen.

In unserer Region kann man solche Autos für viel Geld sogar leihen. Ein Anbieter wirbt mit diesen Worten: "Du hast zwar nichts angestellt, wolltest aber schon immer mal in einem amerikanischen Polizei-Auto mitfahren? Falle auf – sei einmal im Rampenlicht. Mit diesem Auto bist Du es!"

Dieses Mal jedenfalls hatte der Fahrer des Police Car vollen Erfolg. Er zog alle Blicke auf sich.