„Gerwin war ein echter Star-Friseur. Sein Tod ist ein riesiger Verlust für uns alle.“ Aydo Kir trauert mit der Familie des Verstorbenen um einen jahrelangen Mitarbeiter und einen besonderen Menschen. Der angestammte Arbeitslatz hinter einem Friseurstuhl in Kirs Salon in Wollmatingen ist seit Mai verwaist.

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Hier frisierte und stylte Gerwin Mikulasi unzählige Kunden, hier hielt er so manches Schwätzchen mit den Menschen, die ihm viele Dinge anvertrauten. Mikulasi, dessen Geburtsname Graf lautete, konnte gut zuhören. Eine passende und ideale Eigenschaft für einen Friseur.

16 Jahre war er verheiratet mit Marek Mikulasi, dem Chefkoch vom Münsterhof. „Er war immer fröhlich hatte so viel Spaß am Leben“, erinnert sich sein Ehemann. „Gerwin wollte immer helfen und war gut zu seinen Mitmenschen.“ Wer ihn kannte, wird diese Worte gerne bestätigen.

Bild 1: Er liebte das Leben in Konstanz und seine Berufung: Zum Tod des beliebten Friseurs Gerwin Mikulasi
Bild: Oliver Hanser

Gerwin Mikulasi konnte auch gut erzählen. Denn er hatte auch viel zu erzählen. Zum Beispiel von seinem Auftritt in einer Pro-Sieben-Sendung. Vor elf Jahren wurde der damals 46-Jährige von dem Privatsender portraitiert. Auf der Ferieninsel Gran Canaria, auf der das Paar mehrere Jahre lebte, war er eine richtig große Nummer und leitete zwischenzeitlich fünf Salons.

Für das Porträt des Mannes, dem sich die Promis der Insel anvertrauten, frisierte er ein Topmodel und gab einen Einblick in sein Leben und seine Arbeit. „Ich war quasi für einen Tag ein Fernseh-Star“, erzählte er damals dem SÜDKURIER lachend.

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2007 wanderte der gebürtige Stockacher, der mit drei Jahren nach Konstanz zog, mit seinem Lebenspartner auf die spanische Insel aus. Er schätzte die Leichtigkeit der Spanier und deren Sinn fürs Leben. Im Herbst 2010 kamen die beiden zurück nach Konstanz, Gerwin Mikulasi fing erneut bei Aydo Kir an.

„Ich habe das organisierte Leben in Deutschland vermisst“, sagte er im Frühjahr 2011. „Und meine Freunde und die Stadt Konstanz.“ Später heuerte er auch bei Zieger-Friseure an, ehe er bis zuletzt wieder bei Aydo Kir arbeitete.

Er sah sich als eine Art Kopfkünstler. Seinen Beruf bezeichnete er als Berufung.

Kunst auf dem Kopf: Gerwin Mikulasi bezeichnete seinen Beruf gerne als Berufung.
Kunst auf dem Kopf: Gerwin Mikulasi bezeichnete seinen Beruf gerne als Berufung. | Bild: privat

Gerwin Mikulasi starb im Mai nach schwerer heimtückischer Krankheit, gegen die er 2018 bereits einmal tapfer besiegt, ehe sie im März 2020 zurückkam.