Frank Schädler, Leiter des Amts für Bildung und Sport, bestätigte die „absolute Priorität“ der weiteren Schänzle-Halle. 420.000 Euro gebe es vom Land. Der Turnverein Konstanz (TV Konstanz) bringe 300.000 Euro ein und erwerbe dadurch ein langjähriges Nutzungsrecht. Schädler erinnerte daran, dass die aufgelassene Zoffingen-Turnhalle zu hundert Prozent vom TV Konstanz genutzt worden war.

Über den Wegfall der Theo-Turnhalle ist Schädler nicht glücklich, aber „Wohnen und eine Kita sind gute Argumente“. Die anstelle der Theodor-Heuss-Realschule zu bauende, dreizügige Gemeinschaftsschule könne die Halle Petershausen an der Conradin-Kreuzer-Straße nutzen. Auf die Turnhalle des Theo könne verzichtet werden, wenn die Dreifeldhalle beim Suso stehe, erläuterte Schädler.

Die Suso-Halle könnte 2025 fertig sein

Dorothee Jacobs-Krahnen (FGL) regte an, die zukünftige Suso-Sporthalle so zu planen, dass auf sie weitere Unterrichtsräume gebaut werden können. Laut Schädler würde derzeit wegen dem Raumprogramm fürs Suso-Gymnasium mit dem Regierungspräsidium verhandelt. „Wir haben eine gute Chance beide Stränge zusammen oder kurz hintereinander zu bauen“, sagte Bürgermeister Andreas Osner. Die Halle könnte 2025 fertig sein, wenn der Technische und Umweltausschuss bis Ende dieses Jahres die Planung beschließen würde, sagte Schädler, und schob ein Aber hinten nach: „Ein paar Risiken stecken drin“.

Ein Blick über den Sportplatz an der Eichhornstraße: Der nur wenig genutzte Platz soll etwa auf zwei Dritteln mit einer Sporthalle überbaut werden.
Ein Blick über den Sportplatz an der Eichhornstraße: Der nur wenig genutzte Platz soll etwa auf zwei Dritteln mit einer Sporthalle überbaut werden. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Alfred Reichle (SPD) mahnte an, dass Dettingen ebenfalls bald seine neue Sporthalle bekommen müsse. Über diese werde seit 15 Jahren diskutiert und „von den Stadträten immer wieder unter den Tisch gekehrt oder weggeschoben“, schimpfte er. Unterstützung bekam er von Wolfgang Müller-Fehrenbach (CDU). Die Dettinger Halle sei ab 2024 im Haushalt angesetzt. „Das ist bis zum Sanktnimmerleinstag“, erläuterte er.

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Was sich wie die Wunschliste an das Christkind liest, hat durchaus ernste Hintergründe. Und das nicht nur, weil Andreas Osner Konstanz als Sportstadt bezeichnet hat. Bedarf haben Schulen und Vereine. Laut Müller-Fehrenbach würden die Grundschulen mehr Sportflächen benötigen. Vereine erweitern ihre Angebote.

Im Winter wird es eng in den Hallen

„Die Footballer würden gerne eine Jugendabteilung aufmachen, aber die kriegen wir nicht untergebracht“, erläutert Patrick Glatt vom städtischen Sportamt. „Die Hallensportarten haben in den Wintermonaten extreme Schwierigkeiten. Im Winter wird es eng. Es gibt ein Hauen und Stechen. Vor allem zwischen 17.30 Uhr und 19 Uhr wird es sehr eng“, fasste er zusammen. Inzwischen gebe es auch Wochenende-Belegungen.

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„Die Lage bei den Hallen ist dramatisch. An eine Ausweitung der Zeiten ist nicht zu denken. Wenn der Pflichtschulsport nicht erfüllt werden kann, heißt das für uns, wir müssen was tun und zwar schneller als geplant“, sagte eine erregte Dorothee Jacobs-Krahnen im Sportausschuss. Dass die Gemeinschaftsschule am Zähringerplatz keine Sporthalle bekommen soll, „das geht überhaupt nicht“, findet sie.

„Da wurde Jahre lang geschlampert“

„Dettingen wartet auch schon ewig auf die Halle, da wurde Jahre lang geschlampert und fahrlässig geschoben. Es ist Not am Mann“, erklärte sie. Der Sport bekomme steigende Bedeutung für Gesundheit und die Stadtentwicklung. „Wir müssen dem Sport den Rücken stärken“, forderte sie. „Verschlampert taugt für eine Schlagzeile“, erwiderte Müller-Fehrenbach, der ihr in der Sache allerdings zustimmte. „Wir verteilen den Mangel. Das Wachstum der Stadt hört nicht auf. Der Sport ist Freizeitbeschäftigung Nummer eins“, sagte er.

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Während der Diskussion wurde deutlich, dass das Amt für Bildung und Sport für die vielen anstehenden Aufgaben nicht über ausreichend Personal verfügen könnte. Christine Finke (Junges Forum) regte an ein Amt für Sport und Bewegung nach dem Vorbild von Stuttgart zu gründen. Ähnliches empfahl auch Jacobs-Krahnen, die Ämter seien umzustrukturieren, die eng zusammenarbeiten. Darüber hinaus möchte sie, dass der Stadtsportverband bei der Schaffung von neuem Wohnraum mehr einbezogen wird. „Eine Stärkung und Beteiligung“ kann sich auch Alfred Reichle für den Stadtsportverband vorstellen.

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