Zu einem Ortstermin am Hügel Langert trafen sich jetzt Vertreter der Stadtverwaltung, des Kreisforstamtes sowie eher zufällig einige Mountainbiker. Mit der Gesprächsrunde sollte ein Anfang gemacht werden. Gesucht werden Lösungen, wie sich die nicht immer zusammenpassenden Bedürfnisse von Wanderern, Hundebesitzern, Familien und Radfahrern unterschiedlichster Art berücksichtigen lassen.

Gleich zu Beginn gab es von Kreisforstamtsleiter Bernhard Hake eine klare Ansage über die vorgefundenen Bauten: „Formal ist das schlichtweg illegal.“ Privatrechtlich gesehen handele es sich um einen widerrechtlichen Eingriff in fremdes Eigentum.

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Da die Stadt von den Bauwerken wisse, hafte sie wegen der Verkehrssicherungspflicht bei Unfällen mit. „Diese Zustände sind auf Dauer nicht tragbar“, bekräftigte Hake. Um die Gespräche nicht zu gefährden, würden Stadt und Forst vorerst allerdings auf eine Räumung verzichten.

Eine neue Schneise durch den Wald

Die Geländeradfahrer haben eine regelrechte Schneise durch den Wald getrieben. Darin sind einige recht professionell aussehende Hindernisse eingebaut, wovon manche auch für einen geübten Mountainbiker eine Herausforderung darstellen dürften.

„Dieser Weg war vorher nicht da“, betonte Revierförsterin Irmgard Weishaupt. Und Kreisforstamtsleiter Hake ergänzte: Zwar gilt das allgemeine Betretungsrecht im Wald, aber der Naturschutz erfordere, dass solche Eingriffe vermieden werden sollten.

Kreisforstamtsleiter Bernhard Hake, Revierförsterin Irmgard Weishaupt, Abteilungsleiter Sport Patrick Glatt, Sportbürgermeister Andreas Osner und Joachim Helff von der Kämmerei (v. l.) befassen sich mit der Mountainbike-Strecke im Schwaketenwald.
Kreisforstamtsleiter Bernhard Hake, Revierförsterin Irmgard Weishaupt, Abteilungsleiter Sport Patrick Glatt, Sportbürgermeister Andreas Osner und Joachim Helff von der Kämmerei (v. l.) befassen sich mit der Mountainbike-Strecke im Schwaketenwald. | Bild: Nikolaj Schutzbach

Sportbürgermeister Andreas Osner betonte: „Wichtig ist, dass die Ökologie nicht übermäßig strapaziert wird.“ Anlass des Handelns sind laut Hake einige „heftige, böse Anrufe im April“, die mehrmals von kritischen Situationen berichtet hätten. Beim krassesten Vorfall sei ein Hund verletzt worden und der Radfahrer geflüchtet.

Sportler, Stadt und Forst an einem Tisch

Stadt und Forst suchen daher den Austausch mit den Sportlern. Zum Monatswechsel Juni/Juli soll ein Runder Tisch zusammenkommen, zu dem auch Mountainbiker eingeladen würden. Ziel sei es, einige wenige Trails (so der englische Ausdruck für Wege) offiziell einzurichten und zur gegenseitige Rücksichtnahme aufzurufen.

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„Wir wollen die Masse der Leute einfangen, auf zwei oder drei Trails konzentrieren und dafür sorgen, dass es an den Kreuzungspunkten sicher abläuft“, erläuterte Hake. „Vielleicht finden sich auch einige Vertreter, die bereit sind, einen Verein zu gründen“, gab Irmgard Weishaupt eine mögliche Richtung vor. Als weiterer – wohl eher theoretischer – Betreiber könnte die Stadt auftreten.

Mountainbiker Ingo Dörgeloh begründete seine Leidenschaft für diesen Sport. „Mich faszinieren Natur, Adrenalin und Action.“ Es mache Spaß, sich körperlich im Wald zu bewegen, ergänzte Moritz Ege. „Nicht umsonst ist der Sport auf der ganzen Welt verbreitet.“ Trotz einer gut verheilenden Schürfwunde am rechten Arm hält er Mountainbiken nicht für gefährlicher als Hand- oder Fußball.

Levin Gamm pflichtete ihm bei: „Ich habe mir vor sechs Wochen das Schlüsselbein gebrochen. Mein kleinerer Bruder treibt keinen Sport und hat sich schon dreimal etwas gebrochen“, erzählte er.

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