Im Grunde hat alles damit angefangen, dass Moritz Schneider nach Petershausen in die Nähe der Moltkestraße 17 gezogen ist und sein täglicher Weg ihn immer am Classic Imbiss Kiosk, wie er damals noch hieß, vorbeiführte. Am Anfang habe er sich vor allem beim Anblick des zum Grundstück gehörenden Gartens gefragt, wieso dort eigentlich so wenig passiert, erzählt Moritz Schneider.

Da er aber auch noch einige andere Projekte hatte, habe sich eine tatsächliche Umsetzung seiner Ideen immer wieder nach hinten verschoben. Dann sei ein Freund auf ihn zugekommen, und gemeinsam sei man einfach mal hingegangen. „Dieser erste Antrieb war schon, dass jemand auf mich zugekommen ist und man dann zu zweit hierher gehen konnte“, so Schneider.

Moritz Schneider und Maika Brunn gehören zum aktuell fünfköpfigen Team des Kulturkiosk Schranke. Seit Ende September ist Schneider der Inhaber des Grundstücks.
Moritz Schneider und Maika Brunn gehören zum aktuell fünfköpfigen Team des Kulturkiosk Schranke. Seit Ende September ist Schneider der Inhaber des Grundstücks. | Bild: Antonia Wintersig

Vorher beherbergte der Kiosk einen klassischen Imbiss. „Aber da ging nicht so viel“, sagt Moritz Schneider. Die Vorbesitzer hätten einfach nicht genug Zeit gehabt, um noch viel in den Kiosk zu investieren. Anfangs sei es erstmal nur um den Garten gegangen und darum, was man dort machen könnte. Es sei dann aber recht schnell klar geworden, dass die Vorbesitzer verkaufen wollen. Die Freiheiten, was Gestaltung und Nutzung angeht, würden durch einen Kauf natürlich sehr viel größer.

Gebäude und Grundstück sind in diesem Prozess aneinander gekoppelt: Der Stadt gehöre Grund und Boden, erklärt Schneider, das Gebäude sei in Privatbesitz. „Im Prinzip kauft man das Gebäude und hat dann eine Bindung, dass man auch den Pachtvertrag bei der Stadt übernimmt.“

Kiosk, Imbiss, Veranstaltungsort

„Die Kernidee ist, Menschen zusammenzubringen“, sagt Moritz Schneider, „einen Begegnungsort zu schaffen, einen Treffpunkt in der Nachbarschaft.“ Drei Punkte sollen den Kulturkiosk ausmachen. Zum einen der klassische Kioskbedarf mit Tabak, Zeitschriften und Getränken – „was es eben beim Kiosk so gibt“, so Schneider.

Was ihm zum Beispiel persönlich sehr wichtig sei, sei der Verkauf von Taschenaschenbechern. Hinzukomme dann der Mittagstisch als zweiter und die Veranstaltungen als dritter Punkt. Bei den Veranstaltungen, Aktionen und Events, die dann dort stattfinden sollen, seien der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

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„Als dann klar war, jetzt gehört der Kiosk mir, war für mich klar: Als erstes brauche ich ein Team“, erzählt Moritz Schneider. Ende September habe er den Vertrag unterschrieben und dann auch gleich mit der Teamfindung und der Planung begonnen. Momentan seien sie zu fünft, aber nichts sei in Stein gemeißelt. „Wir sind ein wachsendes Team“, betonen er und Maika Brunn, die ebenfalls Teil des aktuellen Fünferteams ist.

Und es solle auch flexibel bleiben. Dafür brauche man eine gute Struktur, die man gerade noch für sich findet. Finanziert wird das Projekt unter anderem durch eine Crowdfunding-Kampagne. Bis einschließlich zum 19. Dezember kann hierfür jeder einen frei wählbaren Betrag spenden.

Bild: Antonia Wintersig

„Wir haben das ja alle noch nie gemacht, und ich glaube, das war erstmal die größte Herausforderung, sich da irgendwie einen Überblick zu verschaffen“, sagt Maika Brunn. Und egal was man angefangen habe, es seien jedes Mal wieder neue Punkte dazugekommen, die man vorher gar nicht auf dem Schirm gehabt habe.

Ein weiterer Stolperstein sei immer auch die Bürokratie, so Schneider. „Ideen und Vorstellungen, die man hat, sind nicht so einfach umsetzbar“, sagt er. Man brauche Genehmigungen und Anträge und manche Gesetze würden manche Dinge gar nicht erst ermöglichen. Eines dieser Dinge sei ein Lager auf dem Stellplatz gewesen. Der Stellplatz müsse ein Stellplatz bleiben, obwohl man ihn gar nicht als solchen brauche.

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Der Bürgergemeinschaft Petershausen wurde das Projekt am 1. Dezember in der Vorstandssitzung per Zoom von Moritz Schneider und Selina Vix vorgestellt. „Wir finden wirklich bewundernswert, was Herr Schneider dort auf die Beine stellen will“, sagt Vorstandsmitglied Christian Millauer. Die ganze Gruppe sei mit Elan dabei, und die Bürgergemeinschaft wolle das Projekt definitiv unterstützen.

Eröffnung am 4. Dezember

Am 4. Dezember um 14 Uhr findet die Eröffnung des Kulturkiosks statt. Insgesamt 40 Leute, jeweils 20 im Garten und 20 im Bereich vor dem Kiosk, haben auf dem Grundstück Platz. In der aktuellen Corona-Alarmstufe II gilt dort 3G plus.

In den folgenden Wochen wird das Team den Kiosk von Freitag bis Sonntag von 12.00 Uhr bis 20.00 Uhr öffnen. Hinzukommt der 21. und der 22. Dezember. Viele Leute kämen an diesen Tagen zurück, um über die Weihnachtstage in der Heimat zu bleiben. „Da kann ich nicht nicht aufmachen“, sagt Schneider lachend. Ab dem 23. Dezember geht der Kiosk dann in die Winterpause.

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Das Team wolle den Advent auch dafür nutzen, Erfahrungswerte zu sammeln, um dann mit neuen Erkenntnissen ins neue Jahr zu starten. Im Dezember gibt es auch erstmal noch nicht das vollständige Sortiment: Dünnele, Glühwein und Punsch werden angeboten. Im neuen Jahr werde man das Angebot dann ausbauen. Am 16. Januar 2022 soll der Kulturkiosk nach dem Anlauf im Advent wieder öffnen.