Derzeit sind Restaurants, Bars und Cafés wegen der Pandemie geschlossen. Vor allem in der Winter- und Fasnachtszeit ist dies gleich bedeutend mit doppeltem Verlust: monetärauf Seiten der Gastronomen und an Lebensqualität auf Seiten der Gäste. Die Gerichte sind gut nachzukochen, Rezepte, Videos helfen Ihnen dabei. Viel Spaß, viel Erfolg – und dann einen guten Appetit.

Der Ziegelhof ist nicht nur im Stadtteil Petershausen bekannt. Ein großes, weißes Haus, das von roter Schrift und roten Fensterläden geziert wird. Ein Restaurant, das zu Petershausen gehört, wie der Pfohl zur Altstadt oder das Rössle zu Wollmatingen. Der Ziegelhof liegt am Gottmannplatz, unweit des Herosé-Parks und des Rheinufers. Ein idyllisches Plätzchen.

Eine Gaststätte, die nicht nur wegen ihrem schattigen, kleinen Biergarten zu einer Portion Käsespätzle einlädt. Es ist das Gefühl des Heimkommens, dass den Besuch im Ziegelhof ausmacht. Der Wirt Joachim Gretzmeier steht dafür. Seit 14 Jahren ist er dort Pächter, nebenher betreibt er in der Altstadt auch die „Weinstube zur Steinernen Kugel“ und das „Weinglöckle“.

Ein Teil des Ziegelhof-Teams (von links): Koch Radu Alexandru, Franca Hefft vom Service und Wirt Joachim Gretzmeier.
Ein Teil des Ziegelhof-Teams (von links): Koch Radu Alexandru, Franca Hefft vom Service und Wirt Joachim Gretzmeier. | Bild: Oliver Hanser

Dabei verfolgt er seit jeher ein genaues Konzept. „Es soll so sein, wie Mama oder Oma gekocht haben. Deftiges, schmackhaftes Essen, so wie es auch zum Ambiente passt“, erklärt er.

Die Zubereitung

Zuerst werden die Zwiebeln geschnitten und vorbereitet. Parallel dazu kann die Pfanne auf der höchsten Stufe erhitzt werden.

Video: Hanser, Oliver

Wenn die Pfanne erhitzt wurde, werden die Zwiebeln in die Pfanne gegeben und gedünstet.

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Anschließend werden zu den Zwiebeln auch die Spätzle in die Pfanne gegeben. Dort können sie dann je nach Bedarf gepfeffert und gesalzen werden.

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Nun kann die Milch in die Pfanne gegeben und nochmal nachgewürzt werden. Zwischendrin wird immer mal wieder umgerührt.

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Jetzt wird der Spätzle-Käse in die Pfanne gegeben. Das ist eine Mischung aus Emmentaler, Bergkäse und Hartkäse. Nun muss man warten, bis er verschmilzt.

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Nach zehn bis maximal 15 Minuten sind die Spätzle fertig und können direkt auf den Teller. Dort kommen je nach Bedarf zunächst auch Röstzwiebeln dazu.

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Zum Schluss kann noch Schnittlauch dazu gegeben werden. Und dann heißt es nur noch eins: Guten Appetit!

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Der Ziegelhof selbst ist wie ein kurzer Ausflug ins Jahr 1970. Ein Gasthaus-Gefühl, wie man es heute nur noch selten erlebt. Mit massiven Holzbalken, einem geschwungenen Tresen und langen gedeckten Tafeln. Ein Ort, an dem man sich kennt.

Es scheint so, als wäre es gerade diese Harmonie, die den Ziegelhof ausmacht. „Es ist nicht nur ein Job für mich. Wenn die Gäste hier sitzen und eine gute Zeit haben, das gibt einem schon Freude und Motivation“, erklärt er. Werte, die als Pächter von drei Lokalitäten auch unabdingbar sind.

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Genauso wie die 19 Mitarbeiter, die Gretzmeier beschäftigt. Logischerweise könne er nicht in jedem seiner Restaurants gleichzeitig sein, deshalb sei „es wichtig, dass man überall gute Leute hat, denen man vertrauen kann. Es bringt ja nichts, wenn ich mal für eine Stunde komme, auf den Tisch haue und sage, wie es zu laufen hat“, erzählt Gretzmeier lachend. Er hat eine Gelassenheit an sich, die ihm in seinem Beruf wahrscheinlich gerade in diesen Zeiten gelegen kommt, denn die Corona-Pandemie hat auch ihn und seine Restaurants schwer getroffen.

Parallel zur Soforthilfe im ersten Lockdown habe Gretzmeier ein Darlehen aufgenommen, dass er für die kommenden zehn Jahre abbezahlen muss. Im aktuellen Lockdown erreichen die Hilfen auch ihn nur schleppend. „Für die Novemberhilfe gab es mittlerweile eine Abschlagszahlung, aber bei uns war das viel, viel, viel zu wenig.“

„Wenigstens konnte ich meine Leute bezahlen“

Trotzdem ist er dankbar, dass er den Kredit aufnehmen konnte. Wohlwissend, dass viele seiner Kollegen diese Möglichkeit nicht hatten. „So konnte ich wenigstens meine Leute weiterhin bezahlen“, erklärt er. Dabei helfe aber auch der angebotene Abholservice, der bislang gut angenommen werde. „Das macht einem Mut für die Zukunft.“

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Trotzdem will Gretzmeier mit der Zeit etwas kürzertreten. Im vergangenen Oktober gab er deshalb seinen Pachtvertrag für das Clubhaus Lände auf. „Ich muss ehrlich sagen, dass ich jetzt gerne ein bisschen langsamer machen möchte“, erklärt der 58-Jährige.

Dafür hat er für sich und seine Familie ein Wohnmobil gekauft. Gretzmeier und seine Familie campen gerne und haben sich vorgenommen, in Zukunft öfter zu verreisen. Urlaub trotz drei Restaurants? Das ist möglich – dank seines Teams.