Seit Mitte März waren die Grenzen geschlossen. Heute Nacht um 0 Uhr hat die Bundespolizei den Auftrag der Grenzkontrollen an den Zoll übergeben. Innerhalb des Grenzbereichs werden die zuständigen Bundesbeamten dennoch weiterhin Kontrollen durchführen – jedoch wieder wie vor der Grenzschließung.

Nach Einschätzung der Konstanzer Bundespolizei bleibt der Verkehr an den Zollstationen bis zur Öffnung der Geschäfte in Konstanz unauffällig. Laut den Aussagen des Hauptzollamt Singens, das für den Bereich Konstanz zuständig ist, sind aussagekräftige Ergebnisse über die Auswirkungen der Grenzöffnung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zu erwarten.

Video: Anna Stommel und Lukas Ondreka

Zollamts-Sprecher Mark Eferl erklärt auf SÜDKURIER-Nachfrage jedoch: „An den Zollämtern in Konstanz herrscht reger Ein- und Ausreiseverkehr. Es wurden auch schon zahlreiche Ausfuhrscheine abgestempelt.“

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Diese Aussage bestätigen auch die Beobachtungen des SÜDKURIER an den Grenzübergängen Emmishofer Tor und Autobahnzoll. Dort haben sich bereits am frühen Vormittag an den Stellen zum Abstempeln der grünen Formulare längere Schlangen gebildet.

Der Autobahnzoll zwischen Konstanz und Kreuzlingen: Vor der Zollabfertigung bildet sich am Tag der Grenzöffnung ein lange Schlange.
Der Autobahnzoll zwischen Konstanz und Kreuzlingen: Vor der Zollabfertigung bildet sich am Tag der Grenzöffnung ein lange Schlange. | Bild: Lukas Ondreka

Filomena Capelli war eine der ersten, die hinüber nach Konstanz gingen. Die 79-Jährige lebe seit 60 Jahren in Kreuzlingen und freue sich sehr, dass die Grenze nach drei Monaten wieder offen ist. Auch wenn sie selbst gar nicht so oft in Deutschland zum Einkaufen gehe und "nur hin und wieder einige Kleinigkeiten besorge", sei sie erleichtert, dass sie sich wieder zwischen beiden Städten frei bewegen kann.

Filomena Capelli
Filomena Capelli | Bild: Brumm, Benjamin

Seit der Grenzschließung hat Capelli auf der Schweizer Seite ausgeharrt. Sie sagt: „Ich weiß, dass sich nicht mehr alle an die Regeln gehalten haben und trotzdem hin- und hergefahren sind. Das finde ich nicht in Ordnung.“

Über das Bedecken von Mund und Nase in Deutschland sagt die 79-Jährige, nachdem sie eine Maske aus ihrer Einkaufstasche holt: „Ich trage sie auch in der Schweiz, obwohl es dafür keine Pflicht gibt." Sie müsse sich also gar nicht erst daran gewöhnen, erklärt sie, bevor sie weiter geht. "Den Lotto-Schein will ich noch ausfüllen." Sie spiele gerne doppelt - in Deutschland und der Schweiz.

Am Abend steht der Verkehr auf der Europastraße

Am Abend kommt es zu Stau und zäh fließendem Verkehr in Richtung Konstanzer Industriegebiet.
Am Abend kommt es zu Stau und zäh fließendem Verkehr in Richtung Konstanzer Industriegebiet. | Bild: Philipp Zieger

Aufgrund der Bauarbeiten an der Schänzlebrücke staut sich am Abend der Verkehr von der Brücke in Richtung des Konstanzer Industriegebiet bis hinter die Schweizer Grenze. Derzeit muss die Straße über eine freie Spur, welche zum darunterliegenden Kreisverkehr führt, verlassen werden.

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