Einige Apotheken in Konstanz erhielten hierfür bereits eine Zertifizierung der bundesweiten Initiative „Zeichen setzen! – klimaneutrale Apotheken Deutschlands„.

Zu diesen Apotheken zählt unter anderem die Hirsch-Apotheke am Schnetztor. Direkt nach der Übernahme leitete Inhaber Johannes Zumbusch erste Schritte für mehr Nachhaltigkeit ein, heißt es in einer Pressemitteilung. So schaffte er sich ein Elektrofahrzeug für den Botendienst an, bezog von Beginn an Ökostrom und den maximal möglichen Anteil Biogas von den Stadtwerken. Der Versand von Paketen und Briefen erfolgt bis heute ausschließlich klimaneutral über „Go Green“ der Deutschen Post, Kunden erhalten Mehrwegtragetaschen aus Recyclingpapier oder Stoff, und Druckerpatronen sowie Tonerkartuschen werden recycelt von einem heimischen Anbieter bezogen.

Ökostrom, Mülltrennung, Einsparung von Papier und Plastik

Die Unternehmensgruppe Noventi hatte Anfang 2020 die Initiative „Zeichen Setzen!“ gestartet, um Nachhaltigkeit in allen Bereichen des Apothekenwesens zu stärken und so einen Beitrag zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit zu leisten. Die Voraussetzungen: Senkung des Stromverbrauchs und Umstieg auf Ökostrom, ein Programm zu Mülltrennung, Einsparung von Papier und Plastik sowie Umstieg auf recycelbares Papier.

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Auch die Tiergarten-Apotheke von Daniel Hölzle gehört zu den klimaneutralen Apotheken. Er stellt allerdings klar: „Es handelt sich um Kompensationsneutralität. Dabei erfassen wir, was wir an nicht-klimaneutralen Emissionen haben und gleichen diese dann aus.“ So werden die restlichen Emissionen der Apotheken durch Projekte wie den Bau von Wasserkraftwerken oder die Herstellung von Impfstoffen in beispielsweise Brasilien und Indien ausgeglichen.

Daniel Hölzle. (Archivbild)
Daniel Hölzle. (Archivbild) | Bild: Bernd Kern

Die Tiergarten-Apotheke ist laut Daniel Hölzle aber zuvor „gut gefahren“ und habe wenig kompensieren müssen. Komplett neutral zu werden, sei allerdings gerade durch den Verbrauch von Verpackungsmaterial und Papier sowie durch das Verursachen von Müll sehr schwierig. Mittlerweile liege die Apotheke bei 80 bis 85 Prozent der Klimaneutralität ohne Kompensation. Das liege vor allem an einer Wärmepumpe, die die Klimatisierung übernehme, sowie an der LED-Beleuchtung.

Auch die Kunden werden umweltbewusster

Auf LEDs setzt auch Volker Klein von der Paradies-Apotheke. Er sagt: „Wir haben in den letzten Jahren durch Umstellung auf moderne Technik, vor allem bei der Beleuchtung, die Hälfte unseres Verbrauchs eingespart.“ Die Initiative ist Klein nicht bekannt, allerdings versuche er auch so, bewusst mit Energie umzugehen. Er findet es positiv, dass in den letzten Jahren ein „Schalter umgelegt wurde“. So beobachte er, dass Kunden immer weniger Tragetaschen kaufen würden, sondern diese mitbringen.

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Auch die Suso-Apotheke von Michael B. Vetter ist eine klimaneutrale Apotheke, er selbst sitzt im Aufsichtsrat von Noventi. Nun denkt er darüber nach, zum Ausliefern der Ware ein E-Bike zu kaufen. Er sagt: „Apotheken machen da einiges. Wo gespart werden kann, wird gespart.“ Er unterstützt mehrere Kompensationsprojekte: ein Kochofen-Projekt in Ghana, Aufforstung in Uruguay und ein Wasserkraftwerk in Indien.

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