Das Telekom-Hochhaus wird zum Wohn-Hochhaus umgebaut, an der Bücklestraße sollen Gebäude mit bis zu 12 Stockwerken entstehen und am Schänzle-Nord gibt es einen Entwurf mit zwei hohen Wohnhäusern.

Das könnte Sie auch interessieren

Könnten Hochhäuser das Konstanzer Wohnraum-Problem lösen? Und passen sie überhaupt zu unserer Stadt? Unsere Leser sind sich weitgehend einig. Am Ende des Artikels finden Sie ein Formular, in dem Sie uns Ihre Meinung zum Thema schildern können. Wir prüfen Ihre Zuschrift und übernehmen sie in diesen Artikel.

Das meint Stefani Krusius aus Konstanz

"Meiner Meinung kommt es ganz stark darauf an, wo Hochhäuser in Konstanz stehen würden. Gebiete wie den Flugplatz halte ich persönlich gerade noch für vorstellbar, andere Wohngebiete überhaupt nicht, da sie in das Bild einer Kleinstadt einfach nicht passen würden.

Ebenso hätte ich große Bedenken, dass Hochhäuser auch soziale Brennpunkte mit sich ziehen. Ja, es besteht Wohnraummangel, aber muss die Stadt denn immer größer werden? Es gibt bestimmt gute Zulagen für eine Hunderttausender-Stadt, aber die Innenstadt ist jetzt schon oft überfüllt. Autostaus, Parkplatzmangel und Aggressionen im Straßenverkehr finden täglich statt. Die Busse sind oft so voll, dass mein Sohn mittlerweile an der Bustüre stehen bleibt, um noch rechtzeitig aussteigen zu können.

Ich befürchte, dass sich die Stadt in den nächsten Jahren sehr negativ verändern wird. Einige Familien ziehen jetzt schon raus aufs Land, da sie sich die Preise in Konstanz nicht mehr leisten können oder keinen Arbeitsplatz in Konstanz mehr finden. Vielleicht sollte die Stadt an einer ganz anderen Stelle anfangen und nicht auf Massenunterbringung setzen."

Das meint Reimar Minde, Schreinermeister und Innenarchitekt aus Konstanz

"Alle Hochhäuser am See, die ich kenne, sind aus meiner Sicht und von außen betrachtet Bausünden. An dieser negativen Sichtweise hat sich trotz eines mittlerweile gewohnten Anblickes von allen mir Bekannten und hier Lebenden nichts geändert. Ich bin vehement gegen neue (Wohn-)Hochhäuser, weil sie wünschenswerte Ziele für den Raum Konstanz nicht erfüllen können und es bewiesenermaßen bessere Architektur-Lösungen gibt. Gesamt- und Bauwerkskosten bzw. Wohnraum in Hochhäuser werden ab 30 Meter Höhe um 15 bis 20 Prozent teurer im Vergleich zur Regelbauweise. Auch die Bewirtschaftung ist vergleichsweise teurer.

Daher kann ein solches Projekt den Mangel an bezahlbarem Wohnraum nicht lindern. Ich sehe eine Gefahr, da Hochhäuser meistens Prestige-Projekte sind. Um diese dann dennoch profitabel zu gestalten, werden die vorab angepriesenen sozialen Aspekte aus Kostengründen gestrichen oder reduziert. Das Projekt verkommt am Ende zu abgespeckter Trostlos-Architektur.

Ein Argument, Fläche zu gewinnen gilt bedingt, da die erhaltene Freiflächen durch unwirtliche Licht- und Windverhältnisse häufig keine wirkliche Aufenthaltsqualität haben. Die Bausünde Telekom-Hochhaus sollte anders wie geschrieben Schule machen und als abschreckendes Beispiel dienen! Es verdeutlicht seine Fehlplanung schon allein dadurch, dass seine Umnutzung schon lange große Probleme bereitet. Es reicht nicht die reduzierte Fragestellung, wie viele Hochhaus zu uns passt. Sondern wer und wie wir die gestellten Aufgaben, Probleme und Flächen-Anforderungen aus wirtschaftlicher, ökologischer, sozialer Sicht bestmöglichst lösen und wie Fehler künftig vermieden werden."

Das meint Marcel Maier aus Petershausen

"Konstanz wächst. Konstanz gedeiht. Immer mehr junge Menschen entscheiden sich nach dem Studium auch hier zu wohnen. Daher wird für junge Menschen und Familien dringend Wohnraum benötigt. Anstatt immer mehr wertvolle Grünflächen zu versiegeln, um niedriggeschossige Bauten zu errichten, ist es ein sinnvolles Herangehen, entsprechend in die Höhe zu bauen. Wir reden hier von Gebäudehöhen im Bereich zwischen 30 und 50 Metern, also weit unterhalb des Telekomgebäudes. Also durchaus verhältnismäßig. Meiner Meinung nach dürfen rechtsrheinisch Hochhäuser gebaut werden. Lieber diese, als noch mehr abgeholzte und versiegelte Grünflächen auf dem Bodanrück. Nur beides geht nicht. Entweder wird Konstanz großflächiger, oder es wächst in die Höhe."

Das meint Bernd F. aus Konstanz

"Meine Meinung: Eher nein! Nicht, wenn wir die nachhaltige Entwicklung einer lebenswerten Stadt wünschen. Mit der Schaffung von neuem Wohnraum ist es erforderlich, für die Bewohner auch gleichzeitig eine leistungsfähigere Infrastruktur bereitzustellen: Transport, Versorgung des alltäglichen Bedarfs, Kita, Schulen, Arbeit, ... In einer gesunden Gesellschaft sind dabei gleichermaßen die Bedürfnisse von Kindern, Studenten, Familien, Angestellten und Arbeitern und Senioren zu berücksichtigen. Unterlässt man es, sinkt die zukünftige Lebensqualität für alle.In den Randzonen gäbe es Platz; versäumt man dort den Aufbau von Infrastruktur weil es 'kostet', schafft man schnell neue Ghettos.

In Städten wie München gibt es schon seit Anfang der 2000er eine mit den Bürgern abgestimmte Hochhaus-Beschränkung für den erweiterten Innenstadtbereich. Ich halte dies für sinnvoll. Sinnvoll wäre ein ganzheitliches Konzept und nicht die alleinige schnelle Befriedigung von Wohnraumbedarf. Was bringt ein höhere Anzahl von Menschen auf der Fläche mit sich? Wie wirkt sich das auf den Lebensraum aus? Wie leben und arbeiten die Menschen in der Stadt? Tragen die geplanten Baumaßnahmen zu einer langfristig positiven Entwicklung bei?"

Das meint ein Bürger aus Fürstenberg

"Viele Leute sind einfach gezwungen, die nächstbeste Wohnung zu beziehen, sobald sich eine Möglichkeit ergibt. Letztens habe ich eine Anzeige in Facebook geschaltet in einer Gruppe "Verschenks Konstanz" für einen Nachmieter an einem Samstagabend. Innerhalb von 15 Minuten hatte ich bereits über 20 Zuschriften für meine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung. Obwohl in der Anzeige ohne Bilder ausdrücklich erwähnt war, dass es sich um eine Single-Wohnung handelt, haben mich trotzdem vier Familien angeschrieben. Und wohlgemerkt: Das war an einem Samstag-Abend in diesem kleinen 15-Minuten-Zeitfenster.

Wir sehen schon seit Jahren, dass die Stadt Konstanz aus allen Nähten platzt und Wohnraum für die meisten Menschen nicht mehr bezahlbar ist. Da die Stadt nicht ins Endlose expandieren kann mit kleineren Häusern, wären Bauprojekte in die Höhe durchaus eine Alternative. Es gibt viele Konzepte, diese so durchzuführen, dass das Stadtbild nicht zu sehr verloren geht.

Andere Städte in der Welt machen es vor. Typisches Beispiel: Das grüne Hochhaus in Lausanne, an dem Hochwald, der bis zu 207 Meter in die Luft ragt. Das sieht schick aus und verschönert die Stadt sogar.

Wichtig ist aber nach wie vor: Der Wohnungsmarkt muss stärker in städtische Hand und darf zukünftig nicht mehr ausschließlich in private, gewinnoriertierte Hand."

Das meint Dirk-Arnulf Pietsch aus Konstanz

Hochhäuser in Konstanz passen einfach nicht. In Konstanz haben wir viele Nischen und Ecken, in denen Wohnraum ökologisch mit Holz geschaffen werden kann. Hochwertiger Kies für Beton wird rar und nachwachsender Rohstoff wie Holz ist vorhanden. In Freiburg ist das Vauban Areal sehr gelungen, wäre auch ein Konzept für Konstanz. Und warum werden keine Bootshäuser auf dem See zugelassen? Hier sind reichlich Beispiele in Dänemark vorhanden, wenn man keine eigene Ideen hat.

Das meint Hans Wölcken aus Konstanz

Zum notwendigen verdichteten Bauen gehören Hochhäuser. Natürlich nicht in der Altstadt und mit entsprechender Infrastruktur.

Das meint W. Kromer aus Konstanz

Konstanz mit seinem sehr begrenzten Umfeld muss nicht, und kann nicht unbegrenzt wachsen. Hochhäuser würden das Problem nicht wirklich lösen, würden aber den Charakter der Stadt (zer-)stören. Hände weg davon - die allgemeine Wachstumsorgie ist ohnehin zum Scheitern verurteilt, aus vielen Gründen, nicht zuletzt ökologischen.

Das meint Seyhan Gündogan aus Konstanz

Hochhäuser sind die einzige Lösung für Konstanz. Unser Bürgermeister kümmert sich aber mehr um Fahrradstraßen, dem ist egal wie die Großfamilien mit ihrer Wohnsituation klarkommen.

Das meint Wolfgang Söhlemann aus Stockach

Erstens: einem Wohnungssuchenden ist es fast egal, ab Hochhaus oder nicht - er will bezahlbaren Wohnraum in vernünftiger Lage. Zweitens ist ein z.B. 5-stöckiges Haus bereits hoch? Es spricht doch Wohnraumverdichtung gegen Flächenverbrauch. Und: Altsubstanz kann vernünftig renoviert (nicht luxussaniert!) werden und dann in meist guter Lage an die Frau/den Mann gebracht werden. Baugenossenschaften halte ich für ein absolut geeignetes Modell zum Bau und Betrieb alter und neuer Wohnungen.

Das meint H.-D. Dunkel, Reichenau-Waldsiedlung

Auf dem Flugplatz wäre genügend Platz, der ist sowieso überflüssig! Produziert nur viel Lärm an Wochenenden...

Das meint Alberto aus Konstanz

Meine Meinung ist die: Endlich her mit Hochhäusern, denn Platz gibt es, und die bezahlbaren Wohnungen eben nicht. Konstanz muss für die Zukunft gewappnet sein, sprich: Die jetzige Infrastruktur an Straßen und auch Schienen ist nicht dieser Stadt würdig.

Und man sollte auch mal aufhören, hier so kleinkarätig zu denken. Konstanz ist die südlichste Stadt Deutschlands, ist eine Unistadt und muss mit der Zeit gehen, damit meine ich: wachsen! Einkaufstouristen sind nicht alles im Leben. Die Parkplätze am Döbele sind ein Schandfleck für Konstanz, Zeit, dass es überbaut wird.

Das meint Reinhard Blum (ehemals Schulthaißstraße)

Aber selbstverständlich, es bleibt den Städten gar nichts anderes übrig als in die Höhe zu bauen. Der Mix ist doch entscheidend, oder finden Sie das Gebäude in der Bodanstraße 20-26 am Kern der historischen Altstadt etwa schön? Ab wievielen Stockwerken ist ein Haus ein Hochhaus? Im Paradies stehen schon lange höhere Häuser und es lebte sich gut in der Schulthaißstraße.

Auf Facebook waren sich die meisten Kommentatoren einig, dass Hochhäuser nicht zu Konstanz passen. Es gab aber auch positive Stimmen.

Hier können Sie die Diskussion auf unseren Facebook-Post nachlesen:

Was meinen Sie? Wären mehr Wohn-Hochhäuser gut für Konstanz und den Wohnungsmarkt?

Meine Meinung: *
Mein Name: *
Mein Wohnort
Wir nutzen Ihre personenbezogenen Daten zur Kontaktaufnahme über die von Ihnen erteilten Kommunikationskanäle. Ihre weiteren Betroffeneninformationen entnehmen Sie bitte Abschnitt I. unserer Datenschutzerklärung.
* Pflichtfeld