Fast schien es, als würden die Veranstalter der Internationalen Bodenseewoche vom Freitag an mit der Sonne um die Wette strahlen. Denn der wichtigste Faktor, auf den die Organisatoren allerdings den geringsten Einfluss haben, stimmte – das Wetter. Tagsüber genug Wind, um das dreitägige Regattaprogramm gut durchziehen zu können. Abends schlief der Wind ein, was wiederum gut für die Ruderer beim „Imperia-Sprint“ am Freitag und für die Achter beim „3 Miles of Constance“ am Samstag war. Und nach den kalten Pfingsttagen lockten sommerliche Temperaturen viele Menschen auf die Hafenmeile, so dass zwischen Stadtgarten und Riesenrad beim Klein-Venedig Volksfeststimmung aufkam.

„Sie zählt zu den gesellschaftlich bedeutenden Ereignissen unserer Stadt und rückt den See – und mit ihm das Herzstück Konstanz – für vier Tage in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit“, so Oberbürgermeister Uli Burchardt in seinem Grußwort über die Internationale Bodenseewoche. Und damit trifft er den Nagel ziemlich auf den Kopf, denn im Festkalender der Konstanzerinnen und Konstanzer hat sich das Wochenende auf der Hafenmeile in den letzten sieben Jahren ganz offensichtlich seinen festen Platz erarbeitet. Ob beim Ein- oder Auslaufen der Boote, bei den Ruderregatten, bei der Wasserskishow vor dem Stadtgarten, bei Vorführungen der Modellboote, beim abendlichen Bummeln über die Hafenmeile und beim Bestaunen der teils betagten, teils hochmodernen Yachten, stets war etwas geboten am und im Hafen und die zahlreichen Zuschauer kamen auf ihre Kosten.

Und damit das so bleibt gab es Veränderungen im Hintergrund. Nach sieben Jahren, in denen Robert Hallman und sein Team auf professioneller Basis gemeinsam mit den Wassersportvereinen rund um den Konstanzer Trichter die Bodenseewoche-Historie erfolgreich wiederbelebt hatten, gab es im Organisationskomitee im Vorfeld der diesjährigen Bodenseewoche gravierende Änderungen. Die 16 beteiligten Clubs, die gemeinsam den „Internationale Bodenseewoche e.V.“ mit dem Kreuzlinger Andreas Giger und dem Konstanzer Ewald Weisschedel an der Spitze bilden, setzten nun auf ehrenamtliches Engagement statt professionelles Management. Und das klappte hervorragend. Nahezu 400 Helfer sorgten dafür, dass alles, vom Aufbau der Stege im BSB-Hafen, um die fast 160 Segelboote unterzubringen, bis hin zu den Schleppboot-Fahrer und zum Moderator Michael Kirz, der vor der Großleinwand und beim Einlaufen der Yachten kompetent informierte, nahezu ohne Pannen lief.

Zwar werden sich die beteiligten Vereine erst in wenigen Tagen zu einer Analyse treffen, doch da es schon Zusagen von Sponsoren gibt und das Echo der Sportler und der Zuschauer durchweg positiv war, geht der Blick von Andreas Giger und seinem Team schon zuversichtlich hin zur Bodenseewoche 2017. Zumal auch die vielen Helfer den Eindruck hinterließen, als würde ihnen ihr Engagement reichlich Spaß bereiten. „Die Motivation, diese Arbeit zu leisten, muss erhalten bleiben!“, so OK-Chef Giger zum Schlüssel des Erfolgsmodells Bodenseewoche.

 

Andreas Giger, Chef des Organisationskomitees, zieht im Gespräch mit dem SÜDKURIER ein Fazit zur Internationalen Bodenseewoche 2016
Andreas Giger, Chef des Organisationskomitees, zieht im Gespräch mit dem SÜDKURIER ein Fazit zur Internationalen Bodenseewoche 2016

"Entscheiden bald über die Zukunft"


Herr Giger, die Internationale Bodenseewoche ist vorüber, wie sieht Ihr Fazit aus?

Für mich war es eine optimale Bodenseewoche und zwar von zwei Seiten. Erstens: Das Wetter war phänomenal, wir hatten Wind für die Regatten und am Abend keinen Wind, um die Ruderregatten durchzuführen. Also von dieser Seite her nicht zu übertreffen.
 

Das ist ja aber ein Aspekt, auf den man als Veranstalter keinen Einfluss hat.

Ja, das kann man nicht steuern, hilft uns aber für die Gesamtveranstaltung. Und die Hafenmeile mit dem Festzelt, mit den Öffnungszeiten und der Öffnung des Zeltes für alle hat sich sehr bewährt, ich habe während der vergangenen Tage nur Lob gehört. Und zur Organisation, die wir ja erstmals alleine gemacht haben, kann ich sagen: Es ist alles große Panne über die Bühne gegangen.
 

Was war für Sie Ihr persönlich schönster Moment während der Bodenseewoche?

Das war am Freitagmorgen das erste Auslaufen aller Boote – das war wirklich der beeindruckendste Moment für mich. Wir hatten bisher eine Rekord-Auslaufzeit von 18 Minuten und wir haben es diesmal in 13 Minuten geschafft.
 

Welche Schlüsse ziehen Sie mit Blick auf die Internationale Bodenseewoche 2017?

Der Verein „Internationale Bodenseewoche e.V.“ besteht ja insgesamt aus 16 Vereinen. Ich werde nun einen Bericht verfassen für die Versammlung und das weitere Fortbestehen wird dann in diesem Gremium entschieden. Eine Entscheidung über die Bodenseewoche 2017 soll noch vor den Sommerferien fallen.

Fragen: Jürgen Rössler