Die Internationale Bodenseewoche 2018 endete am Sonntag nach vier ereignisreichen, für die Segler – immerhin die Hauptpersonen im sportlichen Programm – aber leider windarmen Tagen am und vor dem Konstanzer Hafen. Während die Segler viel Geduld aufbringen mussten, konnten Ruderer, Kanuten und die DSMC-Wasserskigruppe bei hochsommerlichen Bedingungen ihr Können und ihre Sportart präsentieren. Und auch für die Besucher war die Bodenseewoche in Konstanz ein faszinierendes und facettenreiches Erlebnis. Den begeisterten Seglern gelingt es immer wieder aufs Neue, Nicht-Wassersportler mit ihrer Begeisterung anzustecken und Zaungästen das Segeln auch an Land näherzubringen. Schließlich wurden die Regatten auf Großleinwand übertragen und für Laien verständlich moderiert.

Staunende Zuschauer

Zudem sorgten die Veranstalter mit einem ansprechenden Rahmenprogramm für Kurzweil. Weit oben auf der Beliebtheitsskala standen die Miniaturmodellschiffe. Vor allem die Kinder genossen es, die ferngesteuerten Boote mit kundiger Hilfestellung zu manövrieren. Die Shows von Modellbau-Weltmeister Heinz Althaus aus Winterthur ließen die Zuschauer staunen, denn auf dem High-Tech-Modellschiff war beinahe alles in Bewegung. Die Besucherrundfahrten zum Regattafeld, aber auch die Besichtigungen der Einsatzboote von Feuerwehr und Polizei wurden gerne in Anspruch genommen. Eine Bereicherung auf der Hafenmeile sind die abendlichen Tanzveranstaltungen mit Tango Argentino-Abend und Salsa-Party. Die begeisterten Tänzer genossen es, umringt von zahlreichen Zuschauern einmal unter freiem Himmel direkt am Wasser ihr Hobby auszuüben.

„Die Bodenseewoche ist eine Veranstaltung, die zu Konstanz gehört und optimal zur Stadt passt“, wertete beispielsweise Stephan Grumbt, Behindertenbeauftragter der Stadt Konstanz das Ereignis. See, Segeln, maritimer Markt und Rahmenprogramm: Insgesamt ein „Faktor, der einfach Spaß macht und eine Bereicherung darstellt“, so Grumbt, der sich noch mehr seeaffine Programmpunkte auch zum Mitmachen wünscht. Insgesamt zollt er den ehrenamtlichen Veranstaltern großen Respekt: „Ich weiß, dass es ein Riesenaufwand ist, das alles zu organisieren und durchzuführen. Es ist superschön!“

Viele Helfer aus 17 Vereinen

Und das Zusammenspiel der fast 400 ehrenamtlichen Helfer aus 17 Vereinen aus Konstanz und Kreuzlingen klappt von Jahr zu Jahr besser. Obwohl der Konstanzer Hafen neben der Bodenseewoche mit etwa 160 Booten auch noch das Debüt des Konstanzer Wasserbusses verkraften musste, zeigte sich die Organisation stets als Herr der Lage.

Jedes Jahr besuchen auch die Konstanzer Sabine Zanker, Sabine Kuppel und Mathias Trempa die Bodenseewoche. Die Veranstaltung mache gerade auch den Einheimischen sehr deutlich bewusst, wie schön die Lage am See ist. Vor allem gegen Abend kam auf der Hafenmeile mediterranes Flair auf. Augenfällig aber war, dass sich in diesem Jahr weniger Besucher auf dem Festgelände tummelten, was die drei als angenehm empfanden. Die Konstanzer mutmaßen, dass Pfingstferien und die hochsommerlichen Temperaturen Gründe für den Rückgang der Besucherzahlen sein könnten. Auch die Veranstalter registrierten dies, doch auch bei ihnen misst sich der Erfolg nicht über reine Besucherzahlen, war man trotz eher dürftigem Wind mit der Bodenseewoche 2018 hochzufrieden.

Allerdings wird es im Hinblick auf die Internationale Bodenseewoche 2019 Änderungen im Organisationskomitee geben. OK-Chef Andreas Giger, aber auch Heike Rawitzer, verantwortlich für Sponsoring und Marketing, und die für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Claudia Löwe werden nach mehrjährigem Engagement aus dem Organisationskomitee ausscheiden.

 

„Wir werden am Konzept nichts ändern“

Andreas Giger (71), Yachtclub Kreuzlingen, ist seit 2016 Leiter des Organisationskomitees der Bodenseewoche. Er zieht ein positives Fazit der Veranstaltung, freut sich aber auch auf ruhigere Zeiten, denn er gibt den Posten als OK-Chef ab.

Herr Giger, wie fällt Ihr Fazit der Internationalen Bodenseewoche 2018 aus?

Also das Fazit fällt sehr positiv aus, mit einer kleinen Einschränkung: Die Windverhältnisse waren nicht optimal.

In diesem Jahr waren das Costal Rowing (Rudern auf dem Meer) und das Kanupolo neu. An welchen Stellschrauben kann noch gedreht werden, oder dominiert jetzt erst einmal die Analyse der Bodenseewoche 2018?

Jetzt geht es zunächst um eine kritische Beurteilung von unserer Seite, was war gut, was war weniger gut. Da geht es in erster Linie um organisatorische Fragen. Und mit dem Programm für 2019 werden wir uns dann erst im Herbst befassen.

Doch dann wird es ja ohne Sie an der Spitze weitergehen, denn sie treten zurück?

Ja, das ist so und gleichzeitig wird auch Heike Rawitzer zurücktreten, die für das Sponsoring verantwortlich ist, und auch Claudia Löwe, die für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Da müssen jetzt neue Leute gefunden werden, aber natürlich stehen wir beratend zur Seite.

Und wo sehen Sie, mit Ihrer Erfahrung, noch Verbesserungspotenzial?

Das sind eher Kleinigkeiten, es gab Mängel eher technischer Natur.

Gibt es überhaupt viel, was man ändern muss, denn die Bodenseewoche hat sich doch sowohl bei den Sportlern als auch bei den Besuchern gut etabliert?

Ja, im Großen und Ganzen werden wir am Konzept nichts ändern.

Fragen: Jürgen Rössler