„Heute ist ein Meilenstein“, sagte der Konstanzer Baubürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn bei der Präsentation des Siegerentwurfs für die Nachnutzung des ehemaligen Siemens-Areals in der Bücklestraße.

Die mehr als 30 Jurymitglieder hätten es sich bei dem anonymen Wettbewerb nicht leicht gemacht, eines von acht Projekten auszuwählen, die allesamt „von hoher Qualität“ gewesen seien, erklärte der Juryvorsitzende Werner Binotto. Rund 100 Interessierte informierten sich anschließend bei der Ausstellung aller Entwürfe. Sie waren eingeladen, bei der Namensfindung für das künftige Quartier mit rund 70.000 Quadratmetern mitzuwirken.

Etwa 100 Bürger kamen zur Besichtigung der Entwürfe für die Nachnutzung des Siemens-Areals.
Etwa 100 Bürger kamen zur Besichtigung der Entwürfe für die Nachnutzung des Siemens-Areals. | Bild: Oliver Hanser

Locke Anordnung der Gebäude, gute Mischung von Wohnungen: Das sind die Argumente für den Sieger-Entwurf

Das Siegerprojekt stammt aus der Feder der Vorarlberger Architekten-Gemeinschaft Gohm/Hiessberger und Innauer/Matt sowie des Freiraumplaners Planstatt Senner. „Das Bebauungskonzept stellt durch die lockere Anordnung der Gebäude um die drei neuen Höfe das Gemeinschaftliche in den Mittelpunkt.

Interessierte studieren die Pläne des neuen Siemens-Areals
Interessierte studieren die Pläne des neuen Siemens-Areals | Bild: Oliver Hanser

Dem trägt auch die Durchmischung von geförderten Mietwohnungen und Eigentumswohnungen Rechnung“, erläuterte der Konstanzer Bürgermeister Karl Langensteiner-Schönborn, der betonte, dass ihm „viel an einer nachhaltigen Entwicklung“ gelegen habe.

16 Neubauten sind auf dem Gelände geplant – mit 600 Wohnungen

Auf der Liegenschaft entstehen in den nächsten Jahren um vier Höfe herum 16 Neubauten mit fünf bis zwölf Geschossen, die insgesamt etwa 600 Wohnungen beherbergen werden. Die denkmalgeschützte Sheddachhalle sowie weitere Bestandsgebäude werden saniert und künftig Einrichtungen für Kultur, Dienstleistung, Technologie, Gastronomie, Gewerbe und Einzelhandel zur Verfügung stehen.

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Ein Viertel des Grundstücks bleibt als öffentliche Freifläche weitgehend autofrei. Die Stadt errichtet darüber hinaus eine neue Fuß- und Radwegunterführung für eine sichere Anbindung an das bestehende Wegenetz.

Familien können auf dem Gelände ihr individuelles Eigenheim gestalten und bauen

Ein Bereich für eine private Baugruppe ist ebenso vorgesehen. „Unter Einhaltung der Rahmenbedingungen, zum Beispiel der Architektur, können hier Familien gemeinsam mit anderen ihr individuelles Eigenheim realisieren“, sagte Alexander Stuchly, Geschäftsführer des Projektentwicklers I+R Wohnbau Lindau.

Kleinst-Wohnungen für Studenten und Azubis

Auch für Menschen mit wenig Platzbedarf, wie Studenten oder Auszubildende, werde gesorgt, verspricht I+R. Für sie würden Mikroappartements geschaffen. „So ein Projekt funktioniert nur mit einer gesunden Mischung aus Mieten und Eigentum“, fuhr Stuchly fort, „die soziale Durchmischung ist wichtig und wir wissen, dass das funktioniert.“

Mit auf dem Gelände: Das Innovationsareal "Kina"

Zudem soll auf dem Gelände künftig das Konstanzer Innovationsareal Kina zuhause sein. Das Zentrum für junge Unternehmen soll auch das alte Technologiezentrum (TZK) im Paradies ersetzen. Die Stadt will das Kina als Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort etablieren und sich für Fachkräfte sichtbar machen. „Das ist eine Riesenchance“, sagte Baubürgermeister Langensteiner-Schönborn, der sich freute, dass das „Projekt endlich losmarschieren kann“.

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Und so geht es weiter: Baubeginn ist frühestens im Jahr 2021

Aktuell sind die ersten Abbrucharbeiten auf dem Areal im Gange. Ab Januar 2019 wird I+R mit einem Bau-Büro vor Ort präsent sein. Im kommenden Jahr soll das Bebauungsplan-Verfahren gestartet werden. Mit dem Baubeginn rechnet I+R frühestens 2021. „Wir möchten, wenn möglich, Handwerker aus der Region kommen lassen. Die Wertschöpfung soll in der Region bleiben“, erklärte Geschäftsführer Alexander Stuchly.

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