Zwei Jahre nach dem Schwaketenbadbrand, zwei Jahre nach intensiven Planungen, zahlreichen Gesprächen und Entscheidungen über den Neubau des Schwaketenbads steht für Robert Grammelspacher fest: "Konstanz zieht an einem Strang", sagt der Geschäftsführer der Bädergesellschaft Konstanz (BGK). Wegweisendes steht bevor: Nachdem der Haupt- und Finanzausschuss über den Baubeschluss berät, soll der Gemeinderat kommende Woche grünes Licht für das 28,4 Millionen Euro teure Projekt geben. Die Staatsanwaltschaft dagegen vernimmt erneut Zeugen zur Brandursache.

Bürger, Vereine, ihre Mitglieder, Uni, das zerstörerische Feuer im Schwaketenbad hat die Stadt bewegt und berührt. Schon am Tag nach dem Brand von 4. Juli 2015, also vor genau zwei Jahren, waren für die Verantwortlichen der Bädergesellschaft daher drei Punkte klar: "Das Personal wird gehalten, wir bauen das Schwaketenbad wieder auf und wir schaffen Ersatz für die weggefallenen Wasserflächen", erinnert sich Grammelspachers Geschäftsführerkollege Norbert Reuter.

Über das Außenbecken der Therme hat die Bädergesellschaft im Winter eine Traglufthalle gestülpt, das Hallenbad am Seerhein ist für die Öffentlichkeit wieder geöffnet, es hat keine Kündigungen gegeben und ein Neubau des Schwaketenbads ist zum Greifen nah. Auch wenn es manchen Konstanzern aus Verbundenheit zum Bad heraus nicht schnell genug mit dem Wiederaufbau gehen kann, "sagen Sie mir, an welcher Stelle man hätte Zeit sparen können?", fragt Reuter. Dabei blickt er in einem druckfrische Broschüre, die sich als Chronik des Geschehens seit dem Großbrand versteht. 

So soll es innen aufgeteilt sein, das neue Schwaketenbad. Es würde bei einem Neubau näher an den Parkplatz und damit mehr ins Blickfeld rücken. Bild: BGK/Martin Buchall
So soll es innen aufgeteilt sein, das neue Schwaketenbad. Es würde bei einem Neubau näher an den Parkplatz und damit mehr ins Blickfeld rücken. Bild: BGK

Sie liegt ab sofort in öffentlichen Einrichtungen wie Bäder aus und soll die Konstanzer auch über das informieren, was kommen soll: ein Schwaketenbad, das größer als das abgebrannte ist mit zweitem 25-Meter- sowie Kursbecken, modern, technisch auf hohem Niveau, ein Familien- und Sportbad aus der Entwurfsfeder des Stuttgarter Architekturbüros Behnisch.

Vorausgesetzt, der Haupt- und Finanzausschuss ist am heutigen Dienstag in seiner Sitzung mit dem Vorhaben einverstanden und der Gemeinderat gibt am 13. Juli grünes Licht für den Bau, erwartet die Badegäste und Sportschwimmer 60 Prozent mehr Wasserfläche im neuen Schwaketenbad – gestützt auf die Bevölkerungsentwicklung in Konstanz. Vereine wie der Sparta und die DLRG waren nicht müde geworden, den erhöhten Bedarf zu decken. In einer Umfrage hatten sie Nutzer auch gefragt, was sie sich beim künftigen Hallenbad wünschen. Bürgermeister Andreas Osner lobt das bei einem Pressegespräch zur neuen Broschüre als gelungenes "Beispiel für Bürgerbeteiligung". 12,4 der 28,4 Millionen Euro Investitionssumme wären durch die Schadensregulierung der Versicherung gedeckt. Die restliche Summe müsste die Bädergesellschaft, genauer gesagt ihre Muttergesellschaft Stadtwerke finanzieren. Ein größeres Bad bedeutet höhere Betriebskosten. Einen Ausgleich in Höhe von 1,8 Millionen Euro hätte die Stadtkasse bislang zugeschossen, künftig wären es um 1,1 Millionen mehr, rechnen Osner und Reuter vor. Sie gehen von erheblich mehr Badegästen als im alten Schwaketenbad aus und schon seit längerem steht fest, dass Eintrittspreise und Nutzungsgebühren durch Vereine stiegen. "Alle Nutzer und Gruppen müssen ihren Teil beitragen, um die Realisierung des Bads mitzufinanzieren", ist der Bürgermeister überzeugt.

Für die Staatsanwaltschaft weist vieles darauf hin, dass Dacharbeiten das Feuer ausgelöst haben. Mit ihren Ermittlungen ist sie noch nicht zu Ende, erklärt Sprecher Andreas Mathy auf Anfrage. Zum genauen Hergang müssten erneut Zeugen befragt werden. Bei der Bädergesellschaft geht es um eine Forderung gegen die ausführende Firma über rund 1,3 Millionen Euro, sagt Geschäftsführer Reuter. Bereiche des Bads seien noch nicht versichert gewesen, weil diese zum Zeitpunkt des Brands mit der Erweiterung der Gastronomie neu entstanden waren.