Als das Team des Kinderkulturzentrums (KiKuZ) die Kinder nach Wünschen für das neue Haus gefragt hat, kamen schnell einige Ideen zusammen. Neue Toiletten haben sich die Kinder gewünscht, den Kletterbaum auf dem Außengelände wollten sie unbedingt behalten. "Der beste Wunsch war ein Swimming-Pool", sagt Petra Asal, die für den Spiel- und Werkbereich im KiKuZ zuständig ist.

Nicht alle Wünsche werden erfüllt – einen Pool wird es nicht geben – trotzdem ist die Vorfreude auf das neue Haus am alten Standort riesig.

Im Kinderkulturzentrum im Taborweg sieht währenddessen schon alles nach Aufbruch auf. Zwischen Regalen voller Spiele und Bastelmaterialien stehen neue Möbel wie verschiedene Tische und Stühle wild im großen Veranstaltungsraum verteilt. "Wir probieren gerade neue Möbel aus", sagt Peter Straub, Leiter des Kinderkulturzentrums (KiKuZ). Alte Möbel wie die großen Holztische und die roten Kinderstühle will das Team mitnehmen, wenn es zurück ins neue alte Haus geht. "Die Vorfreude ist da, das neue Haus wird schön", sagt Straub.

Mehr Zeit und mehr Geld für den Bau

Der Umzug ist für Anfang des nächsten Jahres geplant. Spätestens Ende Februar soll das neue Haus voll eingerichtet sein. Auf der Baustelle laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Wände wurden bereits versetzt, das Dach aufgestockt und neue Dämmungen eingebaut. Der Kinoraum wurde verlegt und ein Aufzug eingebaut, der das Haus ab sofort barrierefrei macht. "Das alte Haus war Baujahr 1955", erklärt Straub.

Gerade die Brandschutzauflagen hätten sich seitdem stark gewandelt. "Die Sanierung ist absolut notwendig", sagt Straub. Für den Bau braucht es etwas mehr Zeit und aller Voraussicht nach auch mehr Geld. Ursprünglich geplant war eine Summe von 4,1 Millionen Euro. Nach Angaben von Peter Straub liege der Wert derzeit bei etwa fünf Millionen Euro. Erneuerungsbedarf habe es vor allem in der Statik des Gebäudes, bei der Dämmung sowie bei den Leitungen gegeben.

Die Bauarbeiten sollen bis Ende des Jahres fertig sein. Bild: Wiebke Wetschera
Die Bauarbeiten sollen bis Ende des Jahres fertig sein. Bild: Wiebke Wetschera | Bild: Wetschera, Wiebke

Freude auf mehr Platz

Im Mai 2017 ist das KiKuZ-Team mit seiner Einrichtung in den Taborweg 36 gezogen. "Wir sind froh, dass wir die Räume hier hatten", sagt Straub. Doch in den vergangenen 1,5 Jahren musste das Team dabei auf einiges verzichten: Es gibt nur einen großen Raum für Veranstaltungen und kein Außengelände. "Wir sind geschrumpft", bringt Straub es auf den Punkt.

Bei Kursen mit 40 Kindern sei der Veranstaltungsraum rappelvoll gewesen, die große Themenwoche in den Sommerferien konnte wegen Platzmangels nicht stattfinden. "Im alten Gebäude konnten wir 80 bis 120 Kinder gleichzeitig unterbringen", sagt Claudia Kienzler, stellvertretende Leiterin. Gleichzeitig hatte die Übergangslösung auch etwas Gutes: "Es kamen neue Kinder und wir hoffen, dass sie uns auch in Zukunft erhalten bleiben."

Online-Anmeldung für das Programm

Ab Montag, 27. September, öffnet das KiKuZ seine Türen wieder für Kinder. Ende September beginnt dann auch das Herbstprogramm, das letzte Programm, das im Taborweg stattfinden wird. Die vier hauptamtlichen Mitarbeiter und zwei FSJ-lerinnen haben Kurse und offene Angebote geplant. Dazu zählen ein Trommelworkshop, eine Führung durch das Kino sowie eine Wanderung im Schwarzwald. Es gibt auch ein paar Neuerungen.

So findet die Anmeldung in diesem ausschließlich online statt. Damit will das Team sich und den Eltern den Anmeldeprozess erleichtern. Wenn es zu viele Anmeldungen gibt, werden die Kinder nach dem Zufallsprinzip ausgewählt – der Zeitpunkt der Anmeldung hat daher keinen Wert mehr. Neu ist auch eine Kooperation mit dem Jungen Theater, durch die die Kinder eine Probe des Weihnachtsmärchens besuchen können und einen Einblick hinter die Bühne bekommen. "Die Gelegenheit hat man nur selten, deswegen freuen wir und auch schon selbst darauf", sagt Petra Asal.

Abschied vom Taborweg

Ab sofort hat das KiKuZ nur noch von Montag bis Mittwoch am Nachmittag für das freie Spielen geöffnet. Donnerstags gibt es ausschließlich Kurse, denn das Team braucht die Zeit, um den Umzug vorzubereiten. Am 7. Dezember wird dann offiziell der Abschied vom Taborweg gefeiert, auch wenn das Programm danach noch weiterläuft. Das Frühjahrsprogramm wird dann ab Mitte März schon im neuen Haus angeboten.

Für Petra Asal (von links), Gunter Lange, Peter Straub, Claudia Kienzler und Katharina Hasel vom Kinderkulturzentrum sind die letzten Tage im Taborweg gezählt. Bild: Wiebke Wetschera
Für Petra Asal (von links), Gunter Lange, Peter Straub, Claudia Kienzler und Katharina Hasel vom Kinderkulturzentrum sind die letzten Tage im Taborweg gezählt. Bild: Wiebke Wetschera | Bild: Wetschera, Wiebke

"Das Haus hat schon viele Konstanzer Generationen begleitet", sagt Petra Asal. Und auch für die soll die Eröffnung dann einen Wow-Effekt geben. Es wird viel Neues geben, doch ein paar typische KiKuZ-Einrichtungen bleiben erhalten. Es wird außen wieder eine Kletterwand geben, das Außengelände bleibt der gewohnte Abenteuerpark und – wie bisher – soll es auch eine große Fensterfront geben.

Den Höhepunkt stellt die alte Wendeltreppe dar, die auch im neuen Gebäude in das Obergeschoss führen wird. "Die Treppe hat den Charme des Hauses ausgemacht, deshalb freuen wir uns, dass sie bleibt", sagt Claudia Kienzler. Eine Treppe, deren Stufen schon viele Konstanzer Kinder getragen haben und auch in Zukunft tragen werden – im neuen, alten KiKuZ.

Das Herbstprogramm im KiKuZ

  • Online-Anmeldung: Die Anmeldung ist ab sofort bis Donnerstag, 27. September, um 12 Uhr möglich. Eltern können ihre Kinder für beliebig viele Kurse anmelden. Bei Überbuchung des Kurses entscheidet das Losverfahren. Ab Freitag, 28. September, 12 Uhr, ist die Anmeldung dann wieder freigeschaltet, sodass noch freie Plätze nachgebucht werden können. Die Anmeldung ist auf der Internetseite möglich: https://konstanz.feripro.de
  • Veranstaltungen: Der Trommelworkshop ist noch vor Anmeldeschluss geplant. Er findet am Freitag, 21. September, von 15 bis 17 Uhr im Seniorenzentrum statt. Weitere Programmpunkte sind ein Fotokurs, Töpferkurse sowie Filmvorführungen im Cinestar. Zudem können Kinder an einem Musikvideo-Projekt teilnehmen, bei dem ein Musikvideo in Gebärdensprache gedreht wird. Alle Infos gibt es auf der Internetseite des KiKuZ sowie in den Programmheften, die in Kindergärten, Schulen und städtischen Einrichtungen ausliegen.