Es hat sich abgezeichnet: Nach der Entscheidung der deutschen und Schweizer Regierungen, die Grenze zum Nachbarland zu schließen, wird es zu langen Staus beim Grenzübertritt kommen. Seit Dienstagmorgen, dem zweiten Tag der Grenzschließung, warten Auto- und LKW-Fahrer in langen Schlangen vor dem Autobahnzoll Konstanz-Kreuzlingen.

So sah es am Dienstag, 17. März, ab dem frühen Morgen an der Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen aus: LKW und Autos stauten sich kilometerweit zurück, teilweise bis zum Flugplatz und darüber hinaus.
So sah es am Dienstag, 17. März, ab dem frühen Morgen an der Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen aus: LKW und Autos stauten sich kilometerweit zurück, teilweise bis zum Flugplatz und darüber hinaus. | Bild: Lukas Ondreka
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Am Autobahnzoll selbst zeichnet sich der Grund ab. Schweizer Grenzbeamte kontrollieren dort auf mehreren Spuren den Verkehr.

Am Autobahnzoll Konstanz-Kreuzlingen finden mehrspurige Kontrollen durch Schweizer Grenzbeamte statt. Es staut sich lange zurück.
Am Autobahnzoll Konstanz-Kreuzlingen finden mehrspurige Kontrollen durch Schweizer Grenzbeamte statt. Es staut sich lange zurück. | Bild: Lukas Ondreka

Tags zuvor war die Lage zunächst einigermaßen entspannt. Deutsche Bundespolizisten befragten am Montagmorgen, dem Tag der Grenzschließung seitens Deutschland, Autofahrer nach dem Grund der Einreise und entschieden dann über die Erlaubnis zur Durchfahrt.

Polizeisprecher: Vielen war Schließung offenbar nicht klar

Christian Werle, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Konstanz, bestätigt auf Nachfrage des SÜDKURIER lange Rückstaus auf der Neuen Rheinbrücke.

Auch am Emmishofer Zoll war es – anders als am Montag – zu Problemen gekommen. Werle: „Offenbar war vielen die Schließung des Grenze an dieser Stelle dort nicht klar.“ Werle selbst habe dort am Dienstagmorgen per Durchsage Autofahrer auf die Situation hingewiesen.

Am Dienstagmorgen, 17. März, staut sich der Verkehr aus Deutschland Richtung Schweiz in der Europastraße in Konstanz. Tags zuvor hatte Deutschland wegen des Coronavirus die Grenzen gesperrt.
Am Dienstagmorgen, 17. März, staut sich der Verkehr aus Deutschland Richtung Schweiz in der Europastraße in Konstanz. Tags zuvor hatte Deutschland wegen des Coronavirus die Grenzen gesperrt. | Bild: Scherrer, Aurelia

Für den motorisierten Verkehr ist nur noch der Autobahnzoll geöffnet

Der Autobahnzoll Konstanz-Kreuzlingen ist der einzig verbliebene Zoll, der für den motorisierten Verkehr noch offen ist, sagt Christian Werle über die Gründe des Staus im Stadtgebiet Konstanz. „Das Kreuzlinger Tor ist lediglich für Fahrradfahrer und Fußgänger weiter geöffnet“, ergänzt er.

Emmishofer Tor wird ab Mittwoch um 0.00 geöffnet

Wäre es nicht eine Überlegung den Emmishofer Zoll wieder zu öffnen, um die weiteren Staus zu verhindern? Hierzu gibt sich der Bundespolizeisprecher bedeckt und bittet um Verständnis. „Wir sind in enger Abstimmung mit unseren Schweizer Kollegen, was eine Lösung der aktuellen Verkehrslage angeht“, sagt Werle am Morgen.

Wie diese aussehe, stellte sich dann im Laufe des Tages heraus: Der Grenzübertritt Emmishofer Tor wird ab Mittwoch, 18. März, um 0 Uhr wieder für den motorisierten Verkehr geöffnet. Gleichzeitig schließt das Kreuzlinger Tor komplett – auch für Fußgänger und Radfahrer.

So sah es am Dienstag, 17. März, ab dem frühen Morgen an der Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen aus: LKW und Autos stauten sich kilometerweit zurück, teilweise bis zum Flugplatz und darüber hinaus.
So sah es am Dienstag, 17. März, ab dem frühen Morgen an der Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen aus: LKW und Autos stauten sich kilometerweit zurück, teilweise bis zum Flugplatz und darüber hinaus. | Bild: Lukas Ondreka

„Auch wir sind in einer Lage, die es so noch nicht gegeben hat“, sagt Christian Werle. Die Bundespolizei wolle daher am Dienstag noch einmal verstärkt auf eine verbesserte Kommunikation setzen, damit auch alle Menschen wissen, dass der Grenzübertritt erschwert oder in Teilen gar nicht mehr möglich ist derzeit.

Bei allem Stress und Ärger, der durch das morgendliche Warten an der Grenze für Verkehrsteilnehmer ausgelöst hat, ist dem Polizeisprecher eines positiv aufgefallen: „Die Leute haben mit Verständnis und zum Großteil auch umsichtig reagiert.“