Katharina Vogt – Die Geigerin

Bild: Lukas Ondreka

Katharina Vogt spielt zweite Geige im Ensemble der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. Ihr Instrument sei für sie fast wie ein Mensch – mit Gefühlen und allem was dazu gehöre, sagt sie. „Ich fühle mich schuldig, wenn ich auf einer anderen Geige spiele“, erklärt die 33-Jährige.

Vor drei Jahren habe sie sich die Geige während eines Urlaubs in den USA ausgeliehen und sofort in das Instrument verliebt. 30.000 US-Dollar musste sie für das ungarische Instrument bezahlen. Seit sie vier Jahre alt ist, spielt die gebürtige Wuppertalerin Geige. Teil des Ensembles in Konstanz ist sie seit etwa vier Jahren.

Neben ihrem Vollzeitstelle am Orchester absolviert Vogt ein Fernstudium der Politik, Soziologie und Verwaltung. „Ich kann Stillstand nicht leiden“, sagt sie und verabschiedet sich für die Proben.

Gabriel Ahumada – Der Flötist

Bild: Lukas Ondreka

Gabriel Ahumada spielt seit 25 Jahren als Flötist im Ensemble des Orchesters aus Konstanz. Er liebe seine Querflöte, sagt der 51-Jährige. Über den Preis schweigt er lieber. Aber sie sei aus Gold und deshalb nicht gerade billig.

„Ohnehin kommt es mehr auf den Musiker und seine körperliche Verfassung an“, sagt Gabriel Ahumada. Wenn er einen schlechten Tag erwische, zum Beispiel verspannt sei, dann helfe das beste Instrument nicht weiter. Und wenn er sehr gut drauf sei, dann könne er auch mit einem günstigen Instrument die schönsten Töne hervorzaubern, ohne dass den anderen Ensemblemitgliedern ein Unterschied auffalle.

Gebürtig kommt Ahumada aus Kolumbien. Jedes Jahr reist er aus seiner Wahlheimat Konstanz in sein Geburtsland, unter anderem um dort an Musikprojekten zu arbeiten.

Paul Strässle – Der Paukist

Bild: Lukas Ondreka

Paul Strässle ist Solo-Paukist der Südwestdeutschen Philharmonie. „Ich bediene alles, was nicht gestrichen, gezupft oder geblasen wird“, fast der 44-Jährige zusammen. Mehr als 100 Schlaginstrumente beherrsche der Schweizer. Im Lustschloss bedient er vier Pauken. Ebenso wichtig seien die Schlägel. Er besitze mehr als 100 Paare, von ganz hart bis ganz weich.

Die Einzelanfertigungen aus Edelhölzern seien teuer und sehr empfindlich. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit im Lustschloss-Zelt, verstaue er die wertvollen Schlaginstrumente in den Pausen in einem speziellen Koffer.

Mit sechs Jahren habe er mit Trommeln angefangen, seit 2004 ist er Teil der Philharmonie. „Ein Sechser im Lotto ist das“, sagt Paul Sträßle. Das Auswahlverfahren allein habe mehr als zwei Jahre gedauert.

Ist ein Leben ohne Musik für ihn vorstellbar? „Es gibt kein Leben ohne Musik“, sagt er und trommelt mit den Fingern auf die Tischplatte.

Das könnte Sie auch interessieren

Anja Brandt – Die Trompeterin

Bild: Lukas Ondreka

Anja Brandt spielt eine von drei Trompeten im Konstanzer Orchester. Es gebe für eine Trompeterin nicht die eine Trompete, wie es für eine Geigerin die eine Geige gebe, erklärt die 50-Jährige. Sie besitze insgesamt fünf verschiedene – mit jeweils unterschiedlichem Klang. Für die Arbeit im Lustschloss spiele sie eine klassische C-Trompete mit Drehventilen.

Sie schätze die Arbeit an sogenannten Crossover-Projekten wie hier im Lustschloss – vor allem die Arbeit mit Kindern. „Die sind uns Musikern sehr zugewandt“, sagt Anja Brandt. Die Trompete habe sie bereits mit sieben Jahren das erste Mal in die Hand genommen, seit 24 Jahren lebe sie in Konstanz und spielt im Philharmonie-Ensemble.

Privat höre sie kaum Musik. „Weil ich von meiner Arbeit satt bin“, sagt sie. Sie brauche in ihrer Freizeit wie viele andere Musiker Abstand, um sich dann wieder voller Energie ihrer Leidenschaft zu widmen.

Matthias Ohlsen – Der Fagottist

Bild: Lukas Ondreka

Matthias Ohlsen spielt das Fagott, den Bass unter den Holzbläsern. Der 57-Jährige besitze das Instrument schon sein halbes Leben lang. „Ich möchte nicht tauschen“, sagt er. Es sei handgefertigt aus Bergahorn und heute mindestens 40.000 Euro wert. Etwa zehn Jahre betrage die Wartezeit auf ein Instrument vom Kaliber seines Fagottes.

1987 kam Matthias Ohlsen aus Hamburg nach Konstanz. „Als ich aus der Großstadt hier herunter kam, habe ich aufgeatmet“, sagt er.

Der wichtigste Teil eines Fagottes seien die Mundstücke, erklärt er und öffnet eine Schatulle mit sechs schmalen Blättchen aus Holz. Die Mundstücke fertige er selbst aus Schilfröhricht.

John Wennberg – Der Cellist

Bild: Lukas Ondreka

John Wennberg wäre fast kein Profi-Cellist geworden, sondern Physiker. Erst nach dem naturwissenschaftlichen Studium habe er sich für eine Karriere als Musiker entschieden. „Es war eine Bauchentscheidung gegen den Kopf“, sagt der 55-Jährige.

Sein Cello stamme aus dem 18. Jahrhundert, es sei ein Familienerbstück. „Hieronymus Anonymous„, so nenne er das Instrument scherzhaft, weil es keinen Namen und keine eindeutige Herkunft habe. Er besitze zwei neuere Cellos und die seien auch dankbarer zu spielen. Aber ihnen fehle die große Seele, erklärt der gebürtige US-Amerikaner. „Das ist wie mit einem guten alten Wein“, sagt er und lacht.

Nach Deutschland, dem „Land der Klassik“, sei er wegen der Musik gekommen. Seit 23 Jahren spiele er nun schon für die Philharmonie. „Ein Leben ohne Musik wäre leer“, sagt John Wennberg. „Musik ist eine Seelensuche.“