Jetzt geht es richtig los: Ein Bagger hat bei den Geigeshöfen zwischen Mühlingen-Zoznegg und Hohenfels-Mindersdorf den Anfang für die Verlegung der Erdgasleitung nach Mindersdorf gemacht. Bürgermeister Florian Zindeler und Vertreter der Thüga sowie der Senn-Bau GmbH freuten sich über den Start der Erschließung von Hohenfels. Damit entsteht ein wichtiger Teil der Infrastruktur der Gemeinde. "Schön, dass es jetzt losgeht", sagt Zindeler.

"Es ist ein Großprojekt mit einer Investition von drei Millionen Euro über drei Jahre", fasst Rainer Gehl, stellvertretender Leiter Netzbetrieb bei der Thüga Energienetze GmbH, zusammen. Die Thüga setzt die Erschließung um und hat inzwischen auch den Stand des Ausbaus in Deutwang übernommen, den die Gemeinde bereits selbst begonnen hatte. Gemeinde und Thüga hatten im Oktober 2018 den Vertrag für die Gaskonzession unterschrieben.

Bürgermeister Florian Zindeler durfte beim Spatenstich für die Erdgasversorgung von Hohenfels im Bagger Platznehmen. Bild: Ramona Löffler
Bürgermeister Florian Zindeler durfte beim Spatenstich für die Erdgasversorgung von Hohenfels im Bagger Platznehmen. Bild: Ramona Löffler | Bild: Löffler, Ramona

Die ersten Arbeiten finden in den kommenden Wochen im Waldgebiet zwischen Geigeshöfen und der Kreisstraße 6105 statt. Die Rohre werden am befestigten Waldweg entlang verlegt. Baustart ist mit einer offenen Baugrube. Doch teilweise verlaufen die Arbeiten später auch "grabenlos im Spülbohrverfahren", erklärt Gehl. "Das ist schonend für die Umwelt."

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Die Außentemperaturen wirken sich übrigens nicht auf die Arbeiten aus. "Der Frost ist nur oberflächlich", sagt Gehl. Die Erdgasrohre würden in einer Tiefe von einem Meter verlegt. Das sei gut aufzugraben. "Wir nutzen die Winterzeit, um schonend zu arbeiten." Es gebe so im Vergleich zur warmen Zeit, in der zum Beispiel die Wiesen grün sind, geringe Flurschäden. Gehl schätzt, dass die Bagger bis Ende März bei Mindersdorf ankommen. Es könnte aber auch schon früher sein. "Im Spülbohrverfahren geht es manchmal ganz schnell", weiß Gehl aus Erfahrung. Innerhalb von Mindersdorf werde es dann aber eine Weile dauern, bis jedes Haus, dessen Eigentümer es wünscht, einen Anschluss habe.

Rohre entlang der Kreisstraße

Die Mitarbeiter von Senn-Bau sind aber nicht nur am Startpunkt im Einsatz. An der Kreisstraße liegen schon vorgeschweißte Rohre bereit. Das hätten einige Bürger zwischenzeitlich gesehen, erzählt Florian Zindeler. "Die Leute sind neugierig wegen den Rohren", sagt er. Diese vorbereiteten Bauteile werden bald entlang des Banketts an der Kreisstraße verlegt, erklärt Wolfgang Käppeler von der Thüga.

Die einzelnen Rohstücke, die zusammengeschweißt werden, sind zwölf Meter lang und haben einen Durchmesser von 16 Zentimetern. Die Leitungen, die dann später zu den Hausanschlüssen auf den Grundstücken abzweigen, seien etwa drei Zentimeter breit. Rainer Gehl verglich deren Durchmesser mit einem Gartenschlauch. Die Erdgasrohre sind aus einem verdichteten Polyethylen-Material, das Erdbewegungen gut mitmache.

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Florian Zindeler erzählte, dass es bisher erst vereinzelte Nachfragen von Bürgern zum Thema Erdgasanschluss gegeben habe. Allerdings habe die Gemeinde ohnehin alle vertrösten müssen, da bisher die Trassen noch nicht feststanden und es somit noch keine Details zur Erschließung gab. "Aber jetzt steht der Fahrplan", sagt er. Um den genauen Ablauf und zum Beispiel auch um das Thema Preisgestaltung für die Anschlüsse geht es bei der Bürgerversammlung am Mittwoch, 20. März. Für jeden Ortsteil gibt es außerdem auch eine eigene Infoveranstaltung, wenn die Erschließung dort aktuell ansteht (siehe Infokasten).

Im Rahmen des Erdgasausbaus können Synergieeffekte genutzt werden, was den Bürgermeister sehr freut: Im Auftrag der Gemeinde verlegt die Thüga bei der Erdgas-Erschließung auch Leerrohre für Glasfaser mit.