Diese Bürgermeisterwahl wird anders sein als alle zuvor. Das liegt nicht etwa an den Bewerbern: Amtsinhaber Michael Klinger ist als bekanntes Gesicht wieder vertreten. Es liegt an den Umständen. Denn wo Wähler bislang ihre Abstimmung mit einem Sonntagsspaziergang ins nächste Wahllokal verbinden konnten, sollen sie in diesem Jahr am 11. Oktober möglichst zuhause bleiben. Die Corona-Pandemie macht auch vor einer Bürgermeisterwahl nicht Halt und außerhalb der üblichen Wahllokale sei die Ansteckungsgefahr reduziert, erklärt das Hauptamt auf SÜDKURIER-Nachfrage.

Deshalb werden 8500 Wahlberechtigte nicht nur aktuell ihre Wahlbenachrichtigung im Briefkasten finden, sondern bald auch Briefwahlunterlagen. Das sei eine Möglichkeit in Zeiten der Pandemie, die die Gemeinde nutzen wolle.

Das könnte Sie auch interessieren

Es braucht ein Sicherheits- und Hygienekonzept für das verbleibende Wahllokal

Die Vorbereitungen für den Wahlsonntag laufen in Gottmadingen bereits auf Hochtouren: Die Gemeinde muss ein Hygienekonzept entwickeln – wie viele andere Einrichtungen auch. „Einhalten von Abstandsregelungen, Spuckschutz für die Arbeitsplätze der Wahlhelfer, Tragen von Schutzmasken, Lenkung Zu- und Ausgang“, zählt ein Vertreter des Hauptamts einige Punkte auf. Das Sicherheits- und Hygienekonzept will der Wahlausschuss in seiner Sitzung am Montag, 21. September, vorstellen.

Statt bislang acht Urnenwahlbezirken soll es in diesem Wahljahr nur ein Wahllokal geben: im Foyer der Eichendorff-Realschule. Dort stehe eine größere Fläche zur Verfügung als in einem Klassenzimmer, die sonst häufig als Wahllokale genutzt werden. Im Foyer der Eichendorff-Realschule hingegen könne man zum Beispiel Abstandsregeln gut einhalten, erklären die Verantwortlichen. Wer im Wahllokal seine Stimme abgeben möchte, muss laut Wahlteam unbedingt den Wahlschein mitbringen, der mit den Briefwahlunterlagen zugestellt wird.

Keine Urne in den Ortsteilen – aber ein Fahrservice nach Anmeldung

Für die Wahlberechtigten in den Ortsteilen Bietingen, Ebringen und Randegg bedeutet das zentrale Wahllokal, dass der Spaziergang zwangsläufig ausfällt – oder sehr lang wird. Wer nicht per Brief wählen möchte, soll dennoch sein Kreuz machen können: Die Gemeinde bietet einen Fahrdienst an. „Der Grundgedanke besteht darin, dass trotz der Reduzierung der Wahllokale jedem Wähler das Erreichen des Wahllokals weiterhin ohne besondere Erschwernis möglich sein soll“, erklärt das Hauptamt-Team. Der Service sei besonders für Menschen in den Ortsteilen gedacht, eine vorherige Anmeldung ist nötig bis Dienstag, 6. Oktober, beim Wahlamt unter Telefon (0 77 31) 908 161.

75 Wahlhelfer werden voraussichtlich länger auszählen als bei anderen Wahlen

Viele Briefe bedeuten am Wahlsonntag auch viel Aufwand für die rund 75 Wahlhelfer, die bereits ausgewählt sind. Auszählen werden in diesem Jahr ausschließlich Mitarbeiter der Gemeinde, erklärt das Hauptamt. Auch bei anderen Wahlen würden mehrheitlich Gemeindemitarbeiter helfen, doch wegen Corona habe man für die kommende Bürgermeisterwahl ganz auf ehrenamtliche Helfer verzichtet.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Wahlhelfer müssen dann voraussichtlich deutlich mehr Briefumschläge öffnen als bei vorigen Wahlen. Erst muss der Wahlschein darin geprüft werden, anschließend kommt der verschlossene Stimmzettel-Umschlag in die Urne und wird dort später geöffnet sowie erfasst. Wie immer beginnt die Auszählung um 18 Uhr, erklären die Wahl-Beauftragten. Wann das Ergebnis feststehe, sei noch nicht absehbar: „Genauigkeit geht hier vor Schnelligkeit.“

So funktioniert die Briefwahl in Gottmadingen

In den nächsten Wochen könne sich bereits abzeichnen, wie viele Menschen per Brief wählen werden: Briefwahlunterlagen können bereits vor dem Wahlsonntag abgegeben werden. Hauptsache ist, dass der Brief spätestens am Wahlsonntag bis 18 Uhr eingeht, betont das Gottmadinger Hauptamt. Der Wahlbriefumschlag könne kostenlos in einen Briefkasten der Deutschen Post AG eingeworfen werden. Alternativ können Briefwähler ihren verschlossenen Umschlag auch in einen der beiden Rathausbriefkästen an der Johann-Georg-Fahr-Straße oder am Rathausplatz werfen. Das sei in den Unterlagen aber auch nochmal erklärt.

Das könnte Sie auch interessieren

Wann das Ergebnis am Wahlsonntag feststeht

Auch das Prozedere nach dem Auszählen ist bekannt, in diesem Jahr aber dennoch etwas anders: „Wie bei Bürgermeisterwahlen üblich wird am Sonntagabend der Gemeindewahlausschuss in öffentlicher Sitzung zusammenkommen, um das endgültige Ergebnis der Wahl festzustellen.“ Den Termin für diese Sitzung will das Wahlteam demnächst festlegen und bekannt geben – er wird voraussichtlich etwas später sein als bei anderen Wahlen.

Das könnte Sie auch interessieren

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €