Wie schnell ein Thema groß werden und für eine Diskussion sorgen kann, zeigte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung am Bebauungsplan für das Ferienresort Sonnenbühl. Dieses soll in Ludwigshafen oberhalb des Orts neben dem Neubaugebiet Haiden auf der Fläche entstehen, um die sich die Bergstraße (K 6174) über dem Kreisverkehr in einer großen Kurve herumschlingt.

Rolf Wagner, der in Ludwigshafen wohnt und Diplom-Ingenieur ist, hatte bereits in der Bürgerfrageviertelstunde eine ganze Reihe von Anmerkungen. Einige davon hatte er auch im Rahmen des Offenlageverfahrens eingebracht. Er war jedoch nicht zufrieden, wie seine Fragen beantwortet wurden. Wagner wunderte sich zum Beispiel, ob es denn nun eine Hotel- oder Ferienanlage werden sollte. Bürgermeister Matthias Weckbach erläuterte, dass es ein Ferienresort mit einzelnen Chalets werde, also kleine Häuser. Wagner wies auch noch auf andere Themen wie den Verkehrslärm durch die Bergstraße hin, der für ein Erholungsgebiet zu laut sei.

Rolf Wagner sieht vieles kritisch

Die Gemeinde hatte nicht nur von Rolf Wagner, sondern auch von anderen Bürgern und Behörden Fragen oder Anmerkungen zum Gebiet oder den Plänen erhalten (siehe Kasten). Beispielsweise kam die Befürchtung auf, dass dort eine Rollladensiedlung entstehen könnte. Doch Weckbach betonte, dass diese Ferienwohnanlage dem Trend entgegenwirken solle, dass es im Winter Leerstände gebe.

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Unter den offiziellen Stellen war zum Beispiel die Kreisarchäologie, die bereits im Neubaugebiet Haiden Untersuchungen gemacht hat, ehe dort gebaut wurde. Auch beim Bau einzelner Häuser finden weiterhin archäologische Grabungen statt. Doch die Prospektion der Sonnenbühl-Fläche habe nur wenige Funde ergeben, lautete die Rückmeldung: „Es konnten keine großflächigen archäologischen Bodendenkmale lokalisiert werden. Kleinere, punktuelle Fundstellen können aber weiterhin nicht ausgeschlossen werden.“

Keine Temporeduzierung in der Bergstraße

Das Polizeipräsidium meldete zum Thema Geschwindigkeitslimit, es könne „keine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Innerortsgeschwindigkeit erfolgen, da die Erschließung des Resorts nicht von der Kreisstraße aus“ realisiert werde, sondern über eine andere Zufahrtsstraße.

Die Zufahrt zum Ferienresort über eine Straße, die vom Kreisverkehr abzweigt, sorgte noch für eine kurze Debatte und Rückfragen. Weckbach erläuterte, dass es nur diese Zufahrt vom Kreisel aus geben werde. Die Straße werde bis an den oberen Bereich des Resorts führen und dort nach links ringförmig hindurch: „Es gibt eine innere Erschließung.“ Er stellte auf Fragen aus dem Gremium hin klar, dass keine Ein- oder Ausfahrt nach oben hin zur Bergstraße möglich sein werde. Die Absperrlösung solle aber so aussehen, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger durchkommen, so Weckbach. Es werden außerdem am Übergang zum Panoramaweg Poller aufgestellt, damit in diesem Bereich kein Verkehr entsteht.

Christoph Leiz (Grüne) fragte direkt nach Details für die Absperrung zur Bergstraße hin, aber Weckbach sagte, das sei noch nicht ganz klar. Leiz merkte auch an, den zweiten Rettungsweg zu bedenken. Weckbach versicherte: „Wir machen es so, dass die Feuerwehr durchkommt.“

Einstimmiger Beschluss im Rat

Alessandro Ribaudo (CDU) fasste schließlich zusammen: „Wir sind seit fast 20 Jahren an dem Projekt dran und sind froh, dass es jetzt kommt. Wir unterstützen es.“ Der einstimmige Beschluss des Rates zeigte auch die Unterstützung aller anderen: Die Stellungnahmen wurden abgewogen und das Planungsbüro Meixner Stadtentwicklung erhält den Auftrag, einen Bebauungsplanentwurf auszuarbeiten.

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