Den Musikverein Ludwigshafen hat die Corona-Zeit zu einem besonders ungünstigen Zeitpunkt erwischt: 2020 sollte nämlich das 150-jährige Jubiläum groß gefeiert werden. Der Festakt und alle weiteren Veranstaltungen wurden zwangsweise ins Jahr 2022 verschoben und eine offizielle Probenpause verkündet.

Sobald es möglich war, fanden wieder Proben im Freien statt, später mit Hygienekonzept im Gemeindezentrum. Wie einige andere Aktionen dazu beitrugen, dass der Verein kameradschaftlich, musikalisch und finanziell bisher gut durch die Krise gekommen ist und wie es in der Jugendabteilung weitergeht, beschreiben der Vorsitzende Robert Auer und die Jugendleiterin Kathrin Ehmann-Merker.

Robert Auer erinnert an die Cocktail-Aktion, die auch finanziell ein voller Erfolg gewesen sei. Auch virtuelle Veranstaltungen wie die Klopapier-Challenge, gute Proben und mehrere gute Auftritte halfen durch die Zeit. Er stellt fest: „Wir haben gelernt, uns mit „neuen“ Medien zu organisieren, flexibel zu sein – auch nach der Corona-Zeit können wir darauf zurückgreifen.“

Künftig würden die Mitglieder mehr mitarbeiten und hätten mehr Mitsprache bei Entscheidungen. Auch in der Vorstandschaft solle sich organisatorisch einiges ändern. Man werde mehr in Teams arbeiten und im Verein neue Ideen umsetzen, so Auer.

Er hofft, dass die Aktiven schnell wieder zur alten musikalischen Stärke zurückkommen, denn schon bald wird es ernst: Den Start ins Jubiläumsjahr 2022 mit dem Motto „150 plus 2“ markiert die Weihnachtsgala am 4. Dezember.

Auch für die Ausbilder war die Situation schwierig, wie Jugendleiterin Kathrin Ehmann-Merker erzählt. „In meinem letzten Bericht Anfang 2020 – kurz vor Corona – habe ich über mangelnde Neuanmeldungen berichtet, und dass ein Angebot wie Instrumentalunterricht im Ort von Familien viel zu wenig genutzt wird.“

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Damals hatte der Musikverein Ludwigshafen fünf Kinder in der musikalischen Früherziehung, 15 im Blockflötenunterricht und 13 in der Instrumentalausbildung. Das Team Jugend befürchtete in der Pandemie weiteren Schülerschwund. Doch die Bilanz fällt positiv aus. „Wir haben von Anfang an die richtigen Entscheidungen in der Vorstandschaft getroffen. Egal, ob es um das spontane Ende des Präsenzunterrichts, den Beginn von Fernunterricht oder später den Unterricht mit Hygienekonzept ging“, sagt Kathrin Ehmann-Merker.

Auch die Kommunikation mit den Eltern der Schüler sei vielleicht noch nie so gut wie in der Pandemie gewesen. „Alle haben sehr viel Verständnis gezeigt und immer wieder gelobt, wie gut wir den Unterricht über das ganze Jahr gemeistert haben.“ Sie selbst werde den Fernunterricht über Zoom sehr gerne als Ergänzung zum Präsenzunterricht mit in die Zukunft nehmen.

Zwei Kinder hätten ihre Ausbildung abgebrochen, doch die meisten seien immer voll motiviert gewesen und hätten zum Teil sogar noch die Prüfung zum Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze abgelegt, berichtet sie und ergänzt: „Unsere Befürchtungen sind zum Glück nicht eingetreten und wir hoffen, dass wir mit 14 Früherziehungskindern, elf Blockflötenkindern und 15 Kindern plus einem Erwachsenen in der Instrumentalausbildung weiter durchstarten können. Von 33 Schülern vor der Pandemie auf 41 während der Pandemie ist doch eine tolle Entwicklung – und das alles komplett vereinsintern.“

Das Ausbildungsteam freue sich darauf, so vielen Kindern die Musik näher zu bringen oder sie mit der Ausbildung auf einem neuen Instrument zu begeistern. Zusammenfassend macht Kathrin Ehmann-Merker deutlich: „Egal ob Pandemie oder nicht: Musik verbindet, begleitet in jeder Lebenslage und macht graue Tage bunt.“

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