Ein voller Raum, viele angeregte Gespräche, Rückblicke, Ausblicke und gute Wünsche für das neue Jahr: Der Neujahrsempfang des Gräflichen Hauses Bodman hat Tradition, fand dieses Mal aber nach einem Jahr mit zwei großen Zäsuren statt. Dies griff Johannes von Bodman direkt in seiner Ansprache auf. 2019 starb seine Tante Utta unerwartet. Nach fast 43 Jahren im Betrieb ging Rentamtsleiterin Ingrid Knobelspies in den Ruhestand (siehe unten).

Große Bauprojekte

Zu den drei größten Projekten im Bereich Häuser fasste Johannes von Bodman den aktuellen Stand zusammen und erklärte, wie es weitergeht. Bei der ehemaligen Brauerei im früheren Schloss Espasingen läuft derzeit der Innenabriss. Der Abbau der Silos folge bald. „Das wird eine ortsbildprägende Veränderung für Espasingen“, sagte Johannes von Bodman und dankte den Vertretern der Orts- und Stadtverwaltung für ihre Unterstützung. Für die angrenzenden Schlosshöfe laufen Gespräche mit Investoren. Außerdem sei mit dem Gesamtprojekt auch die Renaturierung des Eisweihers verbunden.

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Ein anderes Projekt ist die Schlosstorkel in Bodman, deren Sanierung fertig ist. Das Fossilienmuseum wird bald einziehen. „Wir sind Elisabeth Kaiser und Rolf Hauff dankbar, dass wir diese für Bodman besondere Einrichtung in diesem Jahr eröffnen dürfen.“

Das dritte Großprojekt ist der Mooshof, der zu einem Erlebnisbauernhof werden soll. Bis dahin sei es noch ein langer Weg. „Im Moment befinden wir uns ganz am Beginn des Projektes, in dem wir für den Mooshof und die umliegenden Felder die genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen schaffen“, so Johannes von Bodman. Die große Unterstützung der Gemeinde sei nicht selbstverständlich.

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Klimawandel und der Bodanrück

Der Freiherr sprach in seiner Rede auch den Klimawandel an. Die Trockenheit habe sich in den Wäldern auf dem Bodanrück zwar nicht so stark wie an anderen Orten ausgewirkt, aber dennoch Spuren hinterlassen: „Im zweiten Jahr nacheinander besteht die Ernte im Betriebszweig Gut Bodman Forst aus mehr als einem Drittel Kalamitätsholz.“ Zudem seien die Preise eingebrochen.

Johannes von Bodman (links) gab beim Neujahrsempfang 2020 auf Gut Bodman einen Rück- und Ausblick.
Johannes von Bodman (links) gab beim Neujahrsempfang 2020 auf Gut Bodman einen Rück- und Ausblick. | Bild: Löffler, Ramona

„Trotzdem ist es unter der flexiblen und umsichtigen Leitung von Reiner Bickel gelungen, ein verhältnismäßig gutes Ergebnis zu erreichen“, sagte er. Außerdem gab er einen Über- und Aussicht über Veränderungen bei den Baumarten in den kommenden 100 Jahren in Hinblick auf den Klimawandel: „Die Fichte, die Tanne, die Eiche und die Esche werden so gut wie nicht mehr vorkommen, aber auch die Buche wird geschädigt werden.“ Aufgrund der Prognosen werde der Forstbetrieb noch mehr als bisher auf klimaresistente Bäume setzen. „Insgesamt sind wir mit unserer Art zu bewirtschaften in einer guten Situation“, fasste er zusammen.

Die Waldruh St. Katharinen gehört ebenfalls zu den Waldbewirtschaftungen. Die Anzahl der Bestattungen habe zugenommen, obwohl es in der Region ähnliche Angebote gebe, so der Freiherr: „Die Sehnsucht nach dieser Möglichkeit der Bestattung ist ungebrochen.“ Das Waldruh-Konzept sei inzwischen unter anderem in der Nähe von Augsburg übernommen worden.

Zukunftsfähig im Obstbau

Zum Betriebszweig Obst erklärte Johannes von Bodman, dass das Gräfliche Haus alles getan habe, um zukunftsfähig zu sein: „Wir wollen nun im wahrsten Sinne des Wortes die Früchte ernten.“ Er zählte auf, dass 200 Hektar bewirtschaftet werden: 60 Hektar Tafelobst, 120 Hektar Saftobstanlagen, vier Hektar mit dem Speisekürbis Hokkaido, der Königsweingarten sowie 15 Hektar mit Blühwiesen zur Verbesserung der Biodiversität und des Bodens. „Nachdem wir schon 13 Jahre nach der organisch-biologischen Vorgehensweise wirtschaften, haben wir im vergangenen Jahr zusätzlich die Zertifizierung des Demeter-Verbandes erworben.“

Johannes von Bodman bedankt sich bei der ehemaligen Rentamtsleiterin Ingrid Knobelspies, die fast 43 Jahre für den Betrieb und die Gräfliche Familie gearbeitet hat.
Johannes von Bodman bedankt sich bei der ehemaligen Rentamtsleiterin Ingrid Knobelspies, die fast 43 Jahre für den Betrieb und die Gräfliche Familie gearbeitet hat. | Bild: Löffler, Ramona

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