Die Bilanzsumme sei um weitere 9,5 Prozent auf mittlerweile 1,4 Milliarden Euro angestiegen. „2020 war trotz der Corona-Pandemie ein erfolgreiches Jahr“, so Weber. Und auch als neues Vorstandsduo sei man gut gestartet und unterwegs. „Trotzdem ist es eine schwierige Situation.“

Die Krise habe natürlich Auswirkungen auf Arbeitsabläufe, aber auch auf das Kundenverhalten. Und es bleibe abzuwarten, wie sich der erneute Lockdown und der Fortgang der Pandemie weiter auswirken werden. Bertram sagt: „Wir sind bisher in der Region mit einem blauen Auge davongekommen.“

  • Das Kreditgeschäft sei um 67 Millionen Euro (5,8 Prozent) auf nun knapp 1,25 Milliarden Euro gestiegen, so die Sparkassenchefs. „Das ist im Jahr 2020 durchaus beachtlich“, meint Weber. „Wir hatten anfangs Befürchtungen, dass es eher rückläufig sein würde.“ Vor allem in der Wohnbaufinanzierung sowie für Renovierungen und Sanierungen habe es eine große Nachfrage gegeben. Vielleicht habe Corona manche Kunden motiviert, in eigene Immobilien als sichere Wertanlage zu investieren, so Weber. Und Bertram meint, wenn die Leute schon nicht verreisen können, machen sie es sich wohl wenigstens zu Hause schön. Corona habe sich auch so ausgewirkt, dass die Sparkasse 8,3 Millionen Euro an KfW-Hilfskrediten vergeben habe und zudem Zahlungsmoratorien, also das Aussetzen von Zins und Tilgung, bei 335 Darlehen, so die Vorstände. Wobei davon bisher nur ein Teil genutzt worden sei. Offenbar hätten manche Betriebe vorsorglich diese Hilfen beantragt, um liquide zu bleiben, dies aber bisher noch nicht benötigt. Im besonders betroffenen Bereich Tourismus/Gastgewerbe habe sich der gut verlaufene Sommer positiv ausgewirkt. Aber gerade hier bleibe abzuwarten, wie es nach dem erneuten Lockdown weitergehe. Insgesamt zeige sich am Kreditvolumen, das rund 90 Prozent der Bilanzsumme ausmacht: „Wir sind eine glasklare Kundensparkasse“, betont Weber. Man investiere in der Region und nicht in Wertpapiere.
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  • Die Kundeneinlagen wuchsen sehr deutlich um 13,1 Prozent oder 93 Millionen Euro, so die Sparkassenchefs. „Da hatten wir ein tolles Wachstum“, so Weber. Aufgrund von Corona-Unsicherheiten würden größere Investitionen vielleicht aufgeschoben. Zudem legten viele Kunden Wert darauf, dass ihr Geld schnell verfügbar sei, wählten also kurzfristig Produkte wie Tagesgeld statt längerfristiger Anlagen.
  • Im Wertpapiergeschäft habe es eine überdurchschnittliche Steigerung von 63 Prozent gegeben. In der anhaltenden Negativzinsphase sei es eben wichtig, Vermögen breit gestreut anzulegen, so die Sparkassenchefs. Und immer mehr Kunden setzen dabei offenbar auch auf Anlageklassen mit höheren Renditechancen, so Weber. Und Bertram erklärt den Trend zudem mit den wegen Corona starken Schwankungen an den Börsen. „Das haben Kunden genutzt, um zu niedrigen Kursen einzusteigen.“
  • Bei den Girokonten habe es ebenfalls ein sehr starkes Wachstum gegeben, so Bertram, nämlich von exakt 1400 neu eröffneten auf nunmehr 16.750, die meisten davon im privaten Bereich. „Das ist eine sehr erfreuliche Entwicklung.“ Damit sei der Rekordwert des Vorjahres noch einmal übertroffen worden. Besonders beliebt sei das weiterhin kostenlose reine Online-Privatgirokonto.
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  • Eine hohe Zufriedenheit der Kunden habe die alle zwei Jahre durchgeführte Sparkassenumfrage ergeben, berichten die Vorstände erfreut. „Wir sind wieder mit großem Abstand die beliebteste Sparkasse in Baden-Württemberg“, so Bertram, und dies bereits zum fünften Mal in Folge. „99 Prozent unserer Kunden haben uns das Prädikat ausgezeichnet, sehr gut oder gut gegeben.“
  • Bei Spenden für Vereine sowie sonstige gemeinnützige Zwecke habe die Reichenauer Sparkasse nicht nachgelassen, sondern sogar noch einen Corona-Zuschlag gegeben. Insgesamt wurden 75.000 Euro als Sponsoring verteilt.
  • Als Grund für den Erfolg nennen die Vorstände unter anderem die ausgeprägte Kundennähe, wobei das wegen Corona erschwert wird. Im Servicebereich sei ein stärkerer Trend zum Online-Banking festzustellen, nicht so bisher bei der Anlagenberatung. Weber betont: „Der Kunde ist und bleibt König.“ Um den Kundenwünschen gerecht zu werden, setze man auf ein kompetentes Team von weiterhin rund 140 Mitarbeitern.
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