Eine Frau läuft von der Seehas-Haltestelle in Hegne Richtung Ort. Plötzlich bleibt sie stehen. Blickt links neben den Weg. Sie wirkt verwundert. Einige Sekunden steht sie da. Langsam wendet sie sich ab und geht weiter. Was hat sie nur gesehen? Denn von der Ferne ist dort nichts zu erkennen, außer einer großen Wiese.

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Die Antwort ist einfach: Sie hat den sogenannten Dreifußwiesenbach begutachtet. Das Besondere an diesem Bach? Das Wasser ist ganz milchig, fast weiß. An einigen Stellen färbt es sich türkis. Warum ist das so? Diese Frage geht an die Neubauleitung Singen und an das Regierungspräsidium (RP) Freiburg, die für die B33-Baustelle die Verantwortung tragen.

Stellenweise schimmert der Bach auch türkis.
Stellenweise schimmert der Bach auch türkis. | Bild: Steinert, Kerstin

„Bei den weißen Ablagerungen handelt es sich um Kalk“, erklärt Matthias Henrich, Pressesprecher des RP, nach Rücksprache mit seinen Experten. Dieser natürliche Kalk würde sich im Bachbett niederlegen, da der Bach eine sehr langsame Fließgeschwindigkeit habe.

Kann das ungewöhnlich gefärbte Wasser Flora und Fauna schaden? Nein, sagt Henrich. „Die Ablagerungen sind nach Auskunft des staatlichen Fischereibeauftragten nicht schädlich für Natur und Umwelt“, sagt er. Aktuell seien Wasserfrösche zu beobachten. Scheinbar fühlen sich die Tiere dort wohl.

Wohin fließt der kleine Bach?

Kalk ist die chemische Verbindung aus Calcium, Kohlenstoff und Sauerstoff. Das Gemisch kommt in der Natur in verschiedenen Formen vor. Man findet ihn beispielsweise in Korallenriffen oder Gebirgszügen. Marmor und Kreide stellen zwei besondere Ausprägungen von Kalkstein dar. Auch im Trinkwasser befindet sich oft Kalk – und je mehr Kalk sich im Wasser befindet, desto so „härter“ ist das Wasser. Trocknet es, bleiben weiße, krümelige Flecken zurück. Auch in diesen Fällen lagert sich Kalk ab.

Ebenso wie für die Frösche im Dreifußwiesenbach, ist das auch nicht für Menschen schädlich. Das Wasser des kleinen Bachs fließt übrigens in den Bodensee. Dort seien aber keine weiteren Kalkablagerungen, die noch 100 Meter weiter oben im Bachverlauf zu sehen sind, zu erkennen.

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