Tatsächlich ist es eines von vielen Elementen der Fastnacht schon im späten Mittelalter: Das Bedrohliche oder Fremde, das als Gefahr erkannt wurde, fand Niederschlag in Verkleidungen und Masken. In dem Maße, in dem man sich selbst zum Angstgegner machte oder sich mit ihm auseinander setzte, schwand die Furcht.

Allem Gefürchteten voran der Teufel, der Hänslin, wie er in der Frühen Neuzeit genannt wurde. Doch in welcher Gestalt kann man dem Virus am besten Angst einjagen? Als „Corona-Knacker“, der kräftig auf das Virus beißt, wie es der Owinger Maskenschnitzer Hans-Georg Benz vor wenigen Tagen in einer herrlichen Halbmaske verewigte? Oder als lustige Impfspritze? Unser Karikaturist Stefan Roth nahm das Werk des Owinger Kunsthandwerkers Benz zum Anlass, sich über dererlei Verkleidungen Gedanken zu machen.

Bild: Karikatur: Stefan Roth
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Es spricht der Narr in seinem Herzen: Es gibt kein Corona

Mit roten Clownsnasen ausgerüstet, zogen die Menschen, die sich als Teil des „Demokratischen Widerstandes Überlingen„ sehen, an Epiphania durch die Stadt. Überraschend aus der Sicht der echten Narren, die am 6. Januar den Beginn der schwäbisch-alemannischen Fastnacht einschnellen: auch die Mit-Läufer von Udo Daecke und Gregor Baiker wollten sich an diesem Tag beim Demozug der Jahreszeit und dem Anlass entsprechend kennzeichnen. Mit roten Clownsnasen. Der Fastnachtskundige kann sich da nicht gegen Assoziationen wehren, die sich ihm aufdrängen. Wurzelt die Fastnacht doch in der mittelalterlichen Narrenidee des Gottesleugners, der sich in Überlingen wie nirgendwo sonst im Hänsele erhalten hat, der zum Schwerttanz gehört und bei dessen Aufführung während des Gottesdienstes im Münster draußen mit seiner Karbatsche gegen die heilige Wandlung anschnellt. Erklärt wird diese Narrenidee durch den biblischen Psalm 52, der beginnt „Dixit insipiens in corde suo: Non es Deus“ (“Es spricht der Narr in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott“). Die Version fürs 21. Jahrhundert: Es spricht der Narr in seinem Herzen: es gibt kein Corona.

Bild: Stefan Roth
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Der Aufkleber mit dem langen Anhang

Oberbürgermeister Jan Zeitler fährt den Aufkleber 1250 Jahre Stadt Überlingen an seinem Auto durch die Stadt. Das möchte auch Ulrich Michael Dangelmeyer, zwar kein Ur-Überlinger, aber stolzer Bewohner der Stadt, für sein Fahrzeug. Eine entsprechende Anfrage lehnte die Stadtverwaltung jedoch ab. Eine SÜDKURIER-Anfrage im Rathaus brachte aber Bewegung in die Sache. Im Raum steht nun die Frage, ob das Logo einfach nur als Grafik genutzt werden kann, wenn es den Überlinger Oberen doch vor allem Hoheitszeichen ist.

Der zuständige Gemeinderatsausschuss soll im Frühjahr darüber entscheiden. Der Oberbürgermeister teilt bereits mit: Beratungsgegenstand könne aber nur „der gesamte Aufkleber, Schriftzug und Stadtwappen, sein“. So stellt sich Karikaturist Stefan Roth den Aufkleber fürs Auto, wenn es ihn denn geben sollte, mit reichlich Erläuterungen vor.

Bild: Stefan Roth
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Kindergartenplätze in Überlingen: Mangelware

Insgesamt 67 Kinder stehen aktuell auf den Wartelisten der Kindergärten in Überlingen. Ein Recht auf einen Kindergartenplatz? Das ist theoretisch zwar gegeben, praktisch schauen manche Eltern aber in die Röhre. Abhilfe soll der Bau neuer Kindergartengruppen verschaffen, doch nützt das denen nichts, die aktuell einen Platz für ihr Kind suchen. Da ist es gut, frühzeitig an die Zukunft zu denken.

Bild: Stefan Roth

Stadtmaskottchen im Witwerstand

Wird die Uhu-Population im Stadtgraben überleben, nachdem das Weibchen tot aufgefunden wurde? Die kleinen Eulen wurden für so viele Überlinger in den vergangenen zehn Jahren zum wichtigen Teil der städtischen Natur und zu ihrem Schutz war der Stadtgraben sogar lange Zeit gesperrt, bis dann ein Drahtgeflecht-Tunnel eingebaut wurde. Als „Übi“ ist die kleine Eule Maskottchen von Stadt und Landesgartenschau. Und so treibt die Frage um: Wird der Uhumann eine neue Partnerin finden? Indes eroberte die Eule noch vor ihrer Karriere als Übi die Herzen der SÜDKURIER-Leser als fester Bestandteil unserer wöchentlichen Karikatur – und so verarbeitet unser Karikaturist Stefan Roth, selbst ein großer Tierfreund, die Trauer des Eulenmannes, den Verlust und die Frage nach der Partnersuche auf seine Weise.

Bild: Stefan Roth
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Die Corona-Pandemie macht auch das Theater der Gegenwart erfinderisch

Unter den Coronafolgen leiden alle und für viele Branchen gibt es Hilfe. Die Kulturschaffenden indes waren lange Zeit ganz vergessen und rücken erst jetzt, in den letzten Wochen des Jahres langsam in den Fokus. Musiker, Schauspieler und Kabarettisten haben neue Formen entdeckt, ihr Publikum im Internet zu erreichen. Ganz neue Wege geht das Überlinger Schauspieler-Ehepaar Birgit und Oliver Nolte. Sie treten live auf vor kleinem Publikum, das sogar im Foyer persönlich begrüßt wird. Da machte sich Karikaturist Stefan Roth dann so seine eigenen Gedanken darüber, was so eine ganz neue digitale Bühneninteraktion für Probleme mit sich bringten könnte.

Bild: Stefan Roth
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