Es wurde lange befürchtet. Jetzt ist es soweit: Der Schwarzwald-Baar-Kreis ist am Donnerstagabend zum Risikogebiet erklärt worden. Denn: Es wurde die Inzidenz-Grenze von 50 überschritten. Das heißt, dass mehr als 50 von 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen positiv auf das Corona-Virus getestet wurden.

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Damit müssen Einwohner nun mit weiteren Einschränkungen rechnen. Wir haben uns deshalb einmal in der Villinger Altstadt umgehört, wie die Menschen diese steigenden Corona-Zahlen aufnehmen und was das für ihr Handeln bedeutet. Dabei wurde deutlich, dass die meisten Befragten die drohenden Einschränkungen nachvollziehen können. Die einen plagen nur mehr Sorgen, als die anderen.

Manfred und Ute Volk.
Manfred und Ute Volk. | Bild: Jennifer Moog

Ute und Manfred Volk aus Villingen finden es schade, dass es jetzt wieder so weit kommen musste, dass das Leben wieder stärker beschränkt werden muss. Ute Volk sagt: „Wir alle haben es ein Stück weit selbst versemmelt.“ Dass mit dem Überschreiten der Inzidenz-Grenze von 50 stärkere Einschränkungen einhergehen, finden sie in Ordnung. Sie würden sich jetzt selbst noch stärker einschränken, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. „Es hätte uns härter treffen können“, sagt Manfred Volk. Denn beide seien frische Rentner und könnten mit den Einschränkungen leben.

Klaus Hirt.
Klaus Hirt. | Bild: Jennifer Moog

Bisher noch gar nichts von den rasant steigenden Zahlen und der drohenden Konsequenz gewusst, hat Klaus Hirt. Dass bald wahrscheinlich Feiern wieder stärker eingeschränkt werden, ist für ihn allerdings in Ordnung. „Man muss es ja auch nicht übertreiben. Ein bisschen Vorsicht muss sein“, sagt er. Er selbst feiere ohnehin nicht mehr. Die Maske habe er immer dabei. Auch gegen die Grippe habe er sich schon impfen lassen. Ansonsten macht sich der 72-Jährige wenige Sorgen. Bisher sei er gesund und wer sich normal verhalte, dem könne nichts passieren, findet er.

Olivia Novoa Gonzalez
Olivia Novoa Gonzalez | Bild: Jennifer Moog

Mit einer wachsenden Vorsicht sieht Olivia Novoa Gonzalez auf die steigenden Corona-Zahlen. „Ich versuche, bei der Arbeit meistens meine Maske zu tragen und halte den Abstand ein“, sagt sie. Sie mache das nicht nur für sich, sondern auch für alle anderen. Deswegen findet sie auch die drohenden Einschränkungen in Ordnung. Und das, obwohl sie dadurch ihren Geburtstag am kommenden Samstag nur im ganz kleinen Kreis feiern kann. Sie hofft darauf, dass die Pandemie im kommenden Jahr vorbei ist und sie dann einfach eine doppelt so große Feier machen kann.

Mona Walch mit ihrer Enkelin Anouk
Mona Walch mit ihrer Enkelin Anouk | Bild: Jennifer Moog

Mona Walch aus Villingen hofft indessen, dass die Einschränkungen nicht wieder so schlimm werden, wie im Frühjahr. Denn da habe sie ihre Enkelin acht Wochen lang nicht sehen dürfen. Sauer macht sie die Unvernunft, derjenigen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben, weil sie sich nicht an die geltenden Pandemie-Regeln halten. Denn: „Unter den Konsequenzen müssten am Ende alle leiden“, sagt sie. Dennoch findet sie es gut, dass rechtzeitig auf die steigenden Zahlen reagiert wird. Mit einem tränenden Auge sieht sie auf auf die Weihnachtszeit. Dann auf eine gemeinsame Feier mit ihrer Familie verzichten, will sie nicht.

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