Mehr als zwei Stunden haben Mitglieder des Tierschutzvereins am Freitag damit verbracht, Tauben aus einem Hinterhof in Villingen zu befreien. „Immer wieder versuchen verärgerte Bürger und Hausbesitzer, die Tauben von ihren Dächern und Terrassen durch völlig ungeeignete Netze abzuwehren“, schreibt der Verein.

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Bei dem Einsatz am Freitag wurden aus dem Hinterhof viele Küken mitgenommen und die verhedderten Tiere befreit. „Obwohl die Alttiere zum Teil stark abgemagert sind, folgen sie ihrem natürlichen Trieb und vermehren sich. Die Aufzucht der Küken ist mit Arbeit und Kosten verbunden“, schildert der Tierschutzverein. Man habe durchaus Verständnis für die betroffenen Bürger.

Taubenschlag fehlt

Das ganze Problem wäre nicht vorhanden oder zumindest kleiner, hätte Villingen-Schwenningen einen Taubenschlag. „Hier könnten die Tauben gezielt gefüttert werden, sie würden ihre Nester darin bauen und das Austauschen der Eier gegen Kunststoffeier wäre ganz leicht“, schreiben die Tierschützer in einer Mitteilung.

Todesfalle Netz

Die von Bürgern selbst gespannten Netze würden zu Todesfallen. Die Tauben würden sich darin verheddern, ein Versuch, sich zu befreien, ende meistens tödlich. „Finden sie doch noch eine Möglichkeit, die Barriere zu durchbrechen, fangen sie an völlig ungeeigneten Stellen Nester zu bauen und ihren Nachwuchs groß zu ziehen“, so der Tierschutzverein. Werde dann dieses Schlupfloch verschlossen, verende der Nachwuchs an Hunger.

Bürger bitten um Hilfe

Sehr oft werde der Tierschutzverein von besorgten Mitbürgern um Hilfe gerufen, weil diese das Elend der Tauben im Todeskampf nicht länger mit ansehen möchten, selber jedoch nicht immer die Möglichkeit haben, diese Tiere zu befreien. Der Tierschutzverein ist unter den Nummern 0151/58 18 48 20 oder 07705/3 14 97 81 erreichbar.

 

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