Der Donnerstag war mit 37 Grad einer der heißesten Tage in diesem Sommer. Da heißt es für viele, die Badesachen packen, Sonnenschirme und Sonnencreme nicht vergessen und ab ins Villinger Kneippbad. 1300 Besucher waren es an diesem Tag, die hier Abkühlung und Erholung suchten.

Badefreude pur. Konflikte bleiben im Villinger Kneippbad aus, auch wenn sich an den heißesten Tagen wie am Donnertag 1300 Gäste im Freibad tummeln.
Badefreude pur. Konflikte bleiben im Villinger Kneippbad aus, auch wenn sich an den heißesten Tagen wie am Donnertag 1300 Gäste im Freibad tummeln. | Bild: Roland Dürrhammer

Für die Mitarbeiter im Bäderteam sind dies die anstrengendsten Tage. Wer da glaubt, dass das Herumlaufen, das eine oder andere Schwätzchen mit den Badegästen, mal hier und da einen Jugendlichen darauf aufmerksam machen, dass nicht von Beckenrand gesprungen wird, ein lockerer Jobs ist, der ist gewaltig auf dem Holzweg. Es ist Höchstleistung, was den Schwimmmeistern abverlangt wird. „Das geht morgens um 6.30 Uhr los, wenn die ersten Frühschwimmer kommen, und endet nicht um 20 Uhr, wenn das Bad wieder geschlossen wird“, sagt der stellvertretende Bäderleiter Christian Helbig. Danach wird etwa noch der liegengebliebene Müll auf dem Gelände eingesammelt und die Mülleimer geleert. „Dann erst sitzen wir auf ein Bierchen zusammen und lassen den Tag Revue passieren“, sagt Helbig zum Tagesablauf.

Auch von 37 Grad Außentemperatur lassen sich Hajors Osmnovic und Suljo Klempic (von links) nicht davon abbringen, im Kneippbad Tischtennis zu spielen.
Auch von 37 Grad Außentemperatur lassen sich Hajors Osmnovic und Suljo Klempic (von links) nicht davon abbringen, im Kneippbad Tischtennis zu spielen. | Bild: Roland Dürrhammer

Dazwischen heißt es, ständig die Augen auf zu halten, um nicht den Blick auf die Schwimmbecken und den Beckenrand zu verlieren. „Die Reflektionen auf dem Wasser sind extrem anstrengend für die Augen und es ist wichtig, dass uns am Abend die Füße brennen, denn das ist es ein gutes Zeichen, dass wir genügend gelaufen sind“, so Helbig, der wie alle Schwimmmeister nicht ohne spezielle Sonnenbrille unterwegs ist und auch während des Gesprächs immer ein Auge auf das Geschehen hat. Nach einem Zwischenhalt im Schatten geht es wieder ab in die Sonne.

Bei 37 Grad Außentemperatur schätzen Dennis Limberger und Nico Burkard (von links) die Abkühlung im Villinger Kneippbad.
Bei 37 Grad Außentemperatur schätzen Dennis Limberger und Nico Burkard (von links) die Abkühlung im Villinger Kneippbad. | Bild: Roland Dürrhammer

Nach neun Jahren kennt Helbig seine Stammgäste im Bad. „Wenn Lotte und Emil Stirnemann mit Christa Grießhaber und Christa Escherich ins Bad kommen, dann wird es schönes Wetter“, schmunzelt Helbig – Vorboten eben. Lotte Stirnemann kommt schon seit 60 Jahren ins Kneippbad und auch ihr Mann ist voll des Lobes über das sanierte Kneippbad. „Es ist schön, dass die Stadt so viel Geld in die Hand genommen hat“, sagt Stirnemann.

Seit Jahrzehnten kommen Lotte und Emil Stirnemann mit Christa Grießhaber und Christa Escherich (von links) ins Villinger Kneippbad und sind voll des Lobes über die Sanierungsarbeiten.
Seit Jahrzehnten kommen Lotte und Emil Stirnemann mit Christa Grießhaber und Christa Escherich (von links) ins Villinger Kneippbad und sind voll des Lobes über die Sanierungsarbeiten. | Bild: Roland Dürrhammer

Auf dem weiteren Rundgang treffen wir Schwimmmeister Nicola Ambrosini, Italiener, braungebrannt und den Blick durch die dunkle Sonnenbrille auf das Schwimmbecken gerichtet. Er trägt wie alle im Team das neue neongelbe Shirt. „Nicola ist nach dem Mittagsessen wieder ins Bad gekommen, um uns heute in einer Sonderschicht zu unterstützen“, freut sich Helbig. Das Bäderteam könne man genauso als Bäderfamilie bezeichnen, beschreibt Helbig das gute Miteinander. „Wenn es klemmt, sind alle füreinander da, auch an sieben Tagen in der Woche“, sagt Helbig.

Ein Eis sorgt an heißen Sommertagen auch im Villinger Kneippbad für Abkühlung.
Ein Eis sorgt an heißen Sommertagen auch im Villinger Kneippbad für Abkühlung. | Bild: Roland Dürrhammer

Es ist ein relativ ruhiges Miteinander der Badegäste, während die einen schwimmen oder im Nichtschwimmerbecker verweilen und die anderen sich am Beckenrand tummeln. Es wird Tischtennis und mit Bällen gespielt, die Eltern der Kleinsten freuen sich über das riesige Sonnensegel über dem Babyplanschbecken, und andere liegen entspannt in der Sonne oder im Schatten der zusätzlich installierten Sonnenschirme. „Größere Konflikte, wie es sie in anderen Bädern gibt, haben wir hier nicht“, sagt Helbig erleichtert.

Nach einer Stunde Rundgang wird einem bewusst, was die Schwimmmeister an einem bis zu zehn Stunden langen Arbeitstag leisten müssen. Ob Helbig nach getaner Arbeit einen Sprung ins kühle Nass macht? „Nein, meistens nicht, weil ich dann froh bin, auf der heimischen Coach die Füße hochzulegen“, so der sympathische Schwimmmeister, der wie sein Team trotz eines anstrengenden Tages immer ein Lächeln auf den Lippen hat.

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