Die Schäden an der Brigachbrücke bei der Peterzeller Straße sind so massiv, dass die Stadtverwaltung nun ein „großes Paket“ plant. Das kündigte Baubürgermeister Detlev Bührer im Technischen Ausschuss an. Doch was heißt das? Die Verwaltung soll Abriss und Neubau des Übergangs planen, zudem die Erneuerung der Sebastian-Kneipp-Straße von der Richthofenstraße her. Der Neubau der Brücke dürfte 1,5 Millionen Euro kosten, der Umbau des Verkehrsknotens mit der Erneuerung des Brigachuferwegs weitere 1,6 Millionen. Bührer versuchte das Vorhaben seinen Räten mit den Worten schmackhaft zu machen, es sei „sehr günstig“ zu finanzieren, da die Stadt gut an Fördertöpfe gelangen könne. Einziger Wermutstropfen: Für den Hochwasserschutz muss der Durchlass vergrößert werden, dann fällt der beliebte Fuß- und Radweg zum Kneippbad und Richtung Kurgebiet weg.

Diese Einschränkung lag den Stadträten nun mächtig im Magen. Bisher war die Peterzeller Straße durch die Unterführung kreuzungsfrei und damit „gefahrlos“ zu passieren, betonte Dietmar Wildi (CDU). Eine gute Radwegverbindung müsse auch künftig sichergestellt werden, forderte er. Doch das dürfte nicht so einfach sein. So sei geplant, die Widerlager der alten Brücke für den Neubau zu nutzen, erläuterte am Dienstagabend Ulf Millauer, Leiter des Amts für Straßen, Stadtgrün und Altlasten. Müssten die verschoben werden, würde es richtig teuer. Doch auch Werner Ettwein (Freie Wähler) meinte, es sei schön, wenn die Unterführung erhalten bliebe. Und Bernd Lohmiller (SPD) erklärte, es sei sinnvoll, wenn der Fuß- und Radweg nicht zurückgebaut werde. Wie die Peterzeller Straße dann künftig alternativ gequert werde, führte Millauer nicht im Detail aus. Er sprach von einer Planungsidee entlang der Brigach, die ein gefahrloses Kreuzen ermöglichen solle.

Nun wird Millauers Amt mehrere Varianten erarbeiten – eine von ihnen sieht den Erhalt der Unterführung vor. Das soll im Jahr 2019 geschehen. Wann es zum Abriss und Neubau der Brücke kommt, steht derzeit noch nicht fest.

Aktuell kann der Schwerlastverkehr die Brücke nicht mehr nutzen, die Tragfähigkeit liegt laut Stadtverwaltung bei 7,5 Tonnen – ursprünglich betrug sie 45 Tonnen. Autos dürfen in dem Bereich, der durch Warnbaken gesichert ist, nur 30 Stundenkilometer fahren. Notwendig wurden die Maßnahmen, als bei einer Straßenerneuerung Ende 2018 festgestellt wurde, dass Salz in die Tragwerkskonstruktion eingedrungen war.