Außerhalb der normalen Arbeitszeiten ist immer ein Mitarbeiter in Rufbereitschaft, um bei Störungen schnell reagieren zu können. Viele Parameter müssen stimmen, damit das Abwasser am Ende optimal gereinigt die Anlage verlässt.

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50 Messstationen überwachen daher alle Abläufe. Rund 40 weitere Messpunkte hat das Abwasser bereits vor dem Klärwerk passiert. So werden in der Kläranlage zum Beispiel der PH-Wert, das Schaumbild, das Fettbild, die Trübung und die Temperatur stets vor und nach den einzelnen Reinigungsschritten überwacht. So lässt sich feststellen, wie gut einzelne Systeme arbeiten.

Bild: Fröhlich, Jens

Im eigenen Labor wird die Einhaltung der Grenzwerte überwacht. Im Villinger Klärwerk läuft das Abwasser der Stadtbezirke Villingen, Marbach, Rietheim, Pfaffenweiler und Herzogenweiler sowie aus Mönchweiler zusammen.

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Gleich im ersten Bauwerk auf dem Gelände werden Feststoffe über eine Siebanlage ausgefiltert. Die Lochgröße des Siebes beträgt zwei bis drei Millimeter. Bis zu 700 Liter Abwasser pro Sekunde kann das Klärwerk zum Beispiel bei Starkregen aufnehmen. Im Durchschnitt kommen zwischen 250 bis 280 Liter an.

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Das grob gereinigte Wasser fließt weiter in die Sandabscheidung. Hier verringert sich die Fließgeschwindigkeit, der Sand kann absinken und wird in einer Vertiefung am Grund abgepumpt und entsorgt. Ein bis zwei Tonnen Sand fallen jeden Monat an. Das Wasser wird mit Luft in Bewegung gehalten, damit Fett sich von den Partikeln löst. Am Ende des Beckens sammeln sich Fettreste auf der Wasseroberfläche, wo diese in gewissen Abständen in ein separates Becken abgeschieden werden.

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Nun gelangt das Wasser in die Vorklärung. Ab hier helfen Mikroorganismen den Mitarbeitern bei der Arbeit. Mit Klärschlamm aus diesem Schritt wird die hauseigene Biogasanlage gefüttert, die über ein Blockheizkraftwerk Wärme und Strom erzeugt und rund 60 Prozent des Energiebedarfs des Klärwerks deckt.

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Das Wasser wird nun in weitere Klärbecken gepumpt, wo erneut Mikroorganismen ihre Arbeit verrichten und das Wasser nach und nach bis zu einem Wert von 98 Prozent von Verunreinigungen befreien. Der anfallende Klärschlamm muss wiederum entsorgt werden. 2500 Tonnen fallen jedes Jahr an. Das gereinigte Wasser fließt in die Brigach.

Bei Wassermengen, die die Kapazität des Klärwerkes übersteigen, nehmen mehrere Regenüberlaufbecken im Stadtgebiet überschüssiges Abwasser auf. In diesen Becken setzten sich die groben Verunreinigungen ab, der Rest gelangt ohne weitere Reinigung in die Brigach.

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