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Die Fastnacht in Villingen ist vorbei. Aber wie lief sie? Während die Polizei ein weitgehend positives Fazit gezogen hat, sieht das beim Kommunalen Ordnungsdienst der Stadt Villingen-Schwenningen anders aus. Der spricht von Vorkommnissen im Bereich des Jugendschutzes, respektlosem Verhalten bis hin zu Pöbeleien, Beleidigungen sowie Widerstand und Gewaltbereitschaft gegenüber den acht KOD-Mitarbeitern.

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Der Kommunale Ordnungsdienst war eigenen Angaben zufolge vom Schmutzigen Donnerstag bis zum Fastnachtsdienstag von morgens bis nachts um 2 Uhr unterwegs. Eingeteilt waren die Mitarbeiter in zwei Schichten. Ihre Aufgabe war es, die Sicherheit auf Straßen und Plätzen sicherzustellen und etwa für das Einhalten von Ruhezeiten zu sorgen. Ein besonderer Schwerpunkt habe dabei auf dem Jugendschutz gelegen. Weil neben diesen Aufgaben auch beispielsweise das Freimachen von Umzugsstrecken, die Überprüfung von Besenwirtschaften oder die Abnahme von Gasanlagen zum Bereich des KOD gehört, seien über die Fastnacht zahlreiche weitere Kollegen aus anderen Abteilungen des Bürgeramts im Dienst gewesen.

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All diese Aufgabe, so der Kommunale Ordnungsdienst weiter, seien mittlerweile nicht mehr zu bewältigen. Die vier Mitarbeiter pro Schicht seien für das gesamte Stadtgebiet mit zwei großen Stadtbezirken und vielen Veranstaltungen und Einsatzorten nicht mehr zu schaffen. Hinzu kämen stetig zunehmende Problemsituationen, mit denen die KOD-Mitarbeiter konfrontiert seien.

Bild: Wilhelm Bartler

Ob die Mitarbeiterzahl des KOD in diesem Jahr aufgestockt wird, ist aber noch unklar. Im Rahmen der VS-Haushaltsberatungen hatte Bürgeramtsleiter Ralf Glück sechs zusätzliche Stellen gefordert. Insgesamt schafft die Stadt 40 neue Stellen, von denen 31,5 auf die Kitas entfallen. Dass die Anzahl der KOD-Stellen in 2020 erhöht wird, ist laut KOD-Presesprecherin Oxana Brunner eher unwahrscheinlich.

Neben Hunderten von Ordnungsstörungen, wie Spucken, Urinieren, Streitigkeiten oder Wegwerfen von Zigaretten oder Glasgefäßen, habe der Kommunale Ordnungsdienst zahlreiche Vorkommnisse zur Anzeige gebracht. Darunter seien 80 Fälle mit Alkohol- oder Tabakmissbrauch von Minderjährigen, sechs Fälle wegen Urinierens in der Öffentlichkeit, 13 Straftaten etwa wegen Betäubungsmittelkonsums oder Körperverletzungen sowie zehn weitere Vorkommnisse, wie etwas Widerstände gegen Vollzugsbedienstete, gewesen.

Polizei mit anderem Fazit

Die Polizei hatte dagegen gesagt, dass im Zeitraum zwischen dem Schmotzigen und Aschermittwoch 45-mal eingriff. 15-mal wurden laut den Beamten Körperverletzungen angezeigt, außerdem mussten 13 hilflose Menschen wegen zu viel Alkohols begleitet oder ganz in Gewahrsam genommen werden. Es gab darüber hinaus drei Anzeigen wegen Sachbeschädigung. In einem Fall nahmen die Beamten sogar eine Anzeige wegen Bedrohung auf.

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Besonders auffällig seien in diesem Jahr mehrere größere Gruppen von jeweils etwa 30 bis 50 Jugendlichen gewesen. Diese sorgten beispielsweise in der Rietstraße oder auf dem Münsterplatz für Unruhe. Plätze also, die außerhalb der videoüberwachten Färberstraße liegen. Die jungen Erwachsenen sollen sich gegenüber den KOD-Mitarbeitern „in sehr hohem Maß respektlos, provokant, renitent und gewaltbereit“ gezeigt haben, wie es vonseiten der Stadt VS hieß. Es sei zu etlichen Platzverweisen, Widerständen und auch Festnahmen gekommen.

Unbeteiligte verletzt

Bei einer dieser Festnahmen sei eine unbeteiligte Passantin von einem flüchtenden Jugendlichen verletzt worden. Außerdem hätten zwei KOD-Mitarbeiter mehrere Prellungen, Schürfwunden und Knochenverletzungen erlitten. Sie befinden sich seither im Krankenstand. Im Bereich des Münsterplatzes, so der KOD, gab es am Schmotzigen Unterstützung von der Polizei. Sonst, so die Mitteilung weiter, haben sich die Beamten hauptsächlich auf die Färberstraße konzentriert. Zahlreiche Verstöße gegen den Jugendschutz habe es außerdem beim Schwenninger Umzug am Sonntag und beim Dienstagsumzug in Villingen gegeben.

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Im Bereich des Münsterplatzes, so der KOD, gab es am Schmotzigen Unterstützung von der Polizei. Sonst, so die Mitteilung weiter, haben sich die Beamten hauptsächlich auf die Färberstraße konzentriert. Zahlreiche Verstöße gegen den Jugendschutz habe es außerdem beim Schwenninger Umzug am Sonntag und beim Dienstagsumzug in Villingen gegeben.

Außer auf den öffentlichen Plätzen am Rande der Fastnacht, hat das Ablaufen der Umzugsstrecken laut Mitteilung des Kommunalen Ordnungsdienstes an den Kinderumzügen am Donnerstag, beim Schwenninger Umzug am Sonntag als auch beim Dienstagsumzug in Villingen gezeigt, dass auch hier zahlreiche Verstöße gegen den Jugendschutz vorkommen.

Pressesprecherin Brunner ist sich im Gespräch mit dem SÜDKURIER sicher: „Dort, wo der Kommunale Ordnungsdienst Präsenz gezeigt hat, gab es weniger Vorkommnisse.“