Wer das Grundschulgebäude der Robert-Gerwig-Schule in St. Georgen betritt, merkt sofort: Hier muss ich mich an Regeln halten. Plakate weisen schon am Eingang auf die dort geltenden Bestimmungen hin: Nicht ins Gesicht fassen, regelmäßig die Hände waschen, anderen nicht die Hand geben, in den Gängen und den Pausen ausreichend Abstand halten, bei Krankheitssymptomen zuhause bleiben und auf die Niesetikette achten.

Auf dem Boden erinnert Krepppapier die Schüler an den Abstand. Schilder an den Toilettentüren verraten, ob besetzt ist oder nicht. Sie sollen verhindern, dass sich Schüler auf dem Klo begegnen.

Hinweistafeln weisen die Schüler auf die geltenden Corona-Regeln hin.
Hinweistafeln weisen die Schüler auf die geltenden Corona-Regeln hin. | Bild: Jennifer Moog

Doch damit nicht genug:

Um zu verhindern, dass sich Schulklassen und Schülergruppen vermischen, gelten zwei verschiedene Unterrichtszeiten – Entweder von 7.40 Uhr bis 11 Uhr oder von 8.25 Uhr bis 12.05 Uhr. Da aber der Bus nur zu bestimmten Zeiten kommt, gibt es Unterricht von der ersten bis zur letzten Stunde.

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Wer eigentlich später anfangen oder früher gehen würde, aber auf den Bus angewiesen ist, kann also auch früher kommen oder später gehen. „Wir bestellen auch Schüler für diese Stunden ein, wenn wir einen Nachholbedarf bei ihnen sehen“, sagt Schulleiter Jörg Westermann.

Auf die Toilette darf immer nur ein Kind. Ein Schild neben der Tür zeigt an, ob die Toilette frei oder besetzt ist.
Auf die Toilette darf immer nur ein Kind. Ein Schild neben der Tür zeigt an, ob die Toilette frei oder besetzt ist. | Bild: Jennifer Moog

Durchmischung der Klassen muss vermieden werden

Eine weitere Regelung, die ein Durchmischen der Schüler verhindern soll, ist das Abstandsgebot. Auch wenn in der Grundschule alle Schüler einer Klasse wieder zusammen unterrichtet werden, müssen sie in den Gängen und auf dem Pausenhof weiterhin Abstand zu Kindern aus anderen Klassen halten. Dass sich die Kinder beim Spielen aber auch einmal näher kommen, lasse sich nicht vollständig vermeiden, so Westermann. Um auf die Einhaltung der Regeln zu achten, wurden deshalb Pausenaufsichten eingesetzt.

Westermann weiter: „Es wurden auch schon Kinder nach Hause geschickt, weil sie sich bewusst nicht an die Abstandsregeln gehalten haben.“ Pause sei derzeit durchgehend von 9 bis 11 Uhr, da die einzelnen Klassenstufen verschiedene Pausenzeiten haben. Im Klassenzimmer selbst erinnert wenig an die Corona-Regeln, die auf den Fluren präsenter sind. Nur an jedem Eingang steht ein Desinfektionsmittel.

Damit sich die Schüler regelmäßig die Hände desinfizieren können, steht in jedem Klassenzimmer ein Desinfektionsspender bereit.
Damit sich die Schüler regelmäßig die Hände desinfizieren können, steht in jedem Klassenzimmer ein Desinfektionsspender bereit. | Bild: Jennifer Moog

Was passiert bei einem Corona-Fall an der Schule?

Sollte es an der Schule dennoch zu einem Corona-Fall kommen, liegt die Entscheidung über die Schließung der Schule nicht beim Schulleiter, sondern beim Gesundheitsamt. „Ich bin froh, dass ich nicht entscheiden muss, wer dann zuhause bleiben muss“, gibt Westermann zu.

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Für ihn und das Lehrerkollegium sei der Heimunterricht und die darauf folgende Zeit mit vielen Veränderungen anstrengend gewesen. „So rigorose Einschnitte, wie in diesem Jahr gab es noch nie“, resümiert Westermann. Unglücklich sei er darüber gewesen, dass Änderungen immer nur sehr kurzfristig bekannt wurden. Trotzdem ist er der Meinung, dass sie gemeinsam den Schulalltag gut organisiert hätten.

Soziale Komponente fehlt

Dennoch habe gerade in der Zeit des Heimunterrichts sowohl den Schülern als auch den Lehrern die soziale Komponente gefehlt. „Als wir eine Materialabholstelle eingerichtet haben, kamen einige Schüler selbst her, um ihr Material zu holen, nur um mal etwas anderes zu sehen als die eigenen vier Wände“, erinnert sich Westermann.

Schüler, die ihren Unterrichtsraum im linken Flügel des Gebäudes haben, sollen die linke Seite der Treppe nutzen, die anderen die rechte. Kreppband auf dem Boden soll die Schüler darauf hinweisen.
Schüler, die ihren Unterrichtsraum im linken Flügel des Gebäudes haben, sollen die linke Seite der Treppe nutzen, die anderen die rechte. Kreppband auf dem Boden soll die Schüler darauf hinweisen. | Bild: Jennifer Moog

Dass die Schüler froh sind, wieder regulär in die Schule gehen zu dürfen, wird deutlich, wenn man sie danach fragt. Im lauten Chor schallt ein „Ja“ durch das Klassenzimmer. „Die Zeit mit Zuhause lernen war teilweise schwierig, weil man nicht wusste, wann man lernen muss und wann man spielen darf“, sagt ein Mädchen aus der 4b.

Sie werden wieder als ganze Klasse unterrichtet: Die 4b der Robert-Gerwig-Schule in St. Georgen.
Sie werden wieder als ganze Klasse unterrichtet: Die 4b der Robert-Gerwig-Schule in St. Georgen. | Bild: Jennifer Moog

Auch Lehrer sind froh

Doch nicht nur die Schüler freuen sich, wieder zusammen den Unterricht besuchen zu dürfen. Froh, wieder in der Schule zu unterrichten, sind auch die Lehrer. Justine Korus, Lehrerin, sagt: „Die Zeit des Heimunterrichts war anstregend, weil wir viele Dinge anders organisieren mussten. Es nicht so, dass wir nur zuhause saßen und Kaffee getrunken haben.“

Oft sei es schwierig gewesen, jeden Schüler richtig zu erreichen, und auch bei der Digitalisierung sei Deutschland noch nicht so weit, wie andere Länder. Doch gerade beim digitalen Lernen hätten sich die Schüler im Laufe der Wochen deutlich verbessert, findet Korus.

Und im kommenden Schuljahr?

Ob die derzeitigen Regeln an der Robert-Gerwig-Schule auch im kommenden Schuljahr gelten werden, weiß Westermann noch nicht. Derzeit strukturiert er alles für ein ganz normales Schuljahr. Einen Plan B oder gar C habe er aber trotzdem in der Hinterhand. Für das restliche Schuljahr sei es jetzt aber erst einmal wichtig, die Schüler wieder an den Schulalltag zu gewöhnen.