Der erste Fall eines Corona-Infizierten in St. Georgen ist am Samstag bekannt geworden. Bürgermeister Michael Rieger appellierte nur kurz darauf in einer Stellungnahme an seine Bürger, die Ruhe zu bewahren. Eine Umfrage des SÜDKURIER am Montag zeigt, dass die meisten Bürger diesem Wunsch nachkommen.

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  • Menschen sind gelassen: Die meisten zeigen sich wenig beeindruckt von der veränderten Lage in der Bergstadt. „Ich habe wegen der Meldung über die erste infizierte Person in St. Georgen mein Verhalten nicht geändert“, sagt etwa Dana Roscelli bei der Umfrage des SÜDKURIER. „Man könnte ja gar nicht mehr normal leben, wenn man sich von sowas gleich verrückt machen lässt“, so die 38-Jährige. Auch die 67-jährige Elisabeth Weigelt sagt: „Man kann sich auch sonst überall mit allen möglichen Dingen anstecken.“ Und Andrea Dieterle ergänzt: „Ich glaube, wenn man die Hygieneempfehlungen einhält, ist das Risiko vertretbar.“ Ähnlich äußert sich auch Andreas Imminger. Er sagt: „Ich sehe die Sache entspannt. Ich wasche mir öfter die Hände und vermeide große Veranstaltungen mit Gedränge. Aber vielleicht interpretieren die Menschen auch zu viel in die Sache hinein.“
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  • Manche noch unwissend: Den meisten Befragten geht es da ganz ähnlich und sie behalten ihre alltäglichen Verhaltensweisen bei. Einige wussten gar noch überhaupt nichts über den ersten Infektionsfall, während andere des Themas überdrüssig sind, wie etwa Herbert Groß aus Peterzell. „Mir geht das nur noch auf die Nerven. Ich bin zwar als Gerüstbauer viel unterwegs, aber deswegen gerate ich noch lange nicht in Panik. Da stören mich die Hamsterkäufe schon mehr, wenn man abends einkaufen will und nichts mehr da ist“, sagt der 49-Jährige. Von Hamsterkäufen hält auch Gabriela Maier nicht viel. Sie sagt: „Ich bin überhaupt keine Panikmacherin und ich kaufe ein, wie immer. Es kommt, wie es kommt. Bis dahin ist alles gut.“ Auch Marina Berberich sehe keinen Grund, in Panik zu verfallen. Etwas anders sieht das der 23-jährige Johannes Brogmann, der gerade vom Einkauf zurückkommt: „Ich mache mir schon so meine Gedanken, gerade wenn man in öffentlichen Gebäuden mit vielen Leuten unterwegs ist. Und man fragt sich auch, wie das mit der Übertragung etwa über Geldstücke oder Türgriffe ist.“ Zumindest dahingehend gibt es Entwarnung von der Weltgesundheitsorganisation, wonach eine Infektion über unbelebte Oberflächen bisher nicht dokumentiert sei.
  • Vorsorglich Schutzmasken verteilt: Bei der St. Georgener Verwaltung, das sagt Bürgermeister Michael Rieger auf Anfrage, halte man sich an das, was die übergeordneten Behörden vorgeben. Noch gebe allerdings keine klare Anordnung, wann beispielsweise Veranstaltungen abzusagen seien. „Die Situation kann sich jederzeit ändern. Wir sind dann möglicherweise an dem Punkt, wo wir auf klare und möglichst einheitliche Verfahrensregeln hoffen“, so Rieger. Man habe noch keine weitergehenden Maßnahmen getroffen, die über die aktuellen Verhaltensregeln hinausgehen. „Allerdings haben die kundenintensiven Bereiche rein vorsorglich eine überschaubare Zahl von Schutzmasken erhalten“, so Rieger.
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  • Keine Besuche bei der Altenhilfe: Die Evangelische Altenhilfe bittet nun darum, nach Möglichkeit von Besuchen in den beiden Häusern in St. Georgen abzusehen. „Wir haben vor den beiden Häusern einen entsprechenden Aushang gemacht“, sagt Geschäftsführerin Florije Sula. Es gebe aber keinen Grund, in Panik zu verfallen. Aktuell seien die Einrichtungen, in denen es 138 Betten gibt, nicht betroffen, man stehe aber im Austausch mit dem Gesundheitsamt. „Wir haben zudem die Basis-Hygiene nochmals verstärkt“, so Werler. Und Cindy Pratscher ergänzt: „Wir haben zudem alle öffentlichen Veranstaltung bis vorerst 15. März abgesagt.“
  • China-Lieferungen teurer: Bei ebm-papst, St. Georgens größtem Arbeitgeber, wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen. Unter anderem werden Mitarbeiter, die in einem Risikogebiet waren oder Kontakt zu einem Infizierten hatten, in Quarantäne geschickt. „Das Corona-Virus hat auch Auswirkungen auf das Geschäft, was sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht verlässlich abschätzen lässt. Was wir jedoch feststellen ist, dass Kosten für Lieferungen aus China sehr stark im Preis gestiegen sind“, so Pressesprecher Hauke Hannig.

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