„Wir brauchen Qualitäts-Innovationen für unsere Zukunft“, so das Motto des Zukunftsnachmittags an der Hochschule Furtwangen, der von Professor Achim Karduck organisiert wurde. Ernst Ulrich von Weizsäcker hielt vor 250 Gästen in der Aula der Hochschule Furtwangen einen Vortrag. Er zeigte zunächst die Entwicklung des „Lebensraums Erde in einer vollen Welt“ auf, um dann Lösungsstrategien durch Qualitäts-Innovationen und deren Chancen und Risiken zu erläutern.

Ernst Ulrich von Weizsäcker stützte seinen Vortrag auf zwei seiner Publikationen zum 50-jährigen Bestehen des Club of Rome über „Die Grenzen des Wachstums“. Als dessen Co-Präsident war von Weizsäcker 2018 verantwortlich für den Bericht mit dem Titel „Come On! Capitalism, Short-Term Population and the Destruction of the Planet – A Report to the Club of Rome“. Auf Deutsch erschien der Bericht unter dem Titel „Wir sind dran: Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. Eine neue Aufklärung für eine volle Welt“.

Im Vortrag bildeten die Ausgangslage einer vollen Welt, die Einschätzung internationaler Abkommen und der Agenda 2030 der Vereinten Nationen sowie technologisch ermöglichte Qualitäts-Innovationen die Eckpfeiler der Ausführungen. Dabei ordnete von Weizsäcker die Zusammenhänge mit Bezug auf die seiner Meinung nach wegweisende Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus aus dem Jahr 2015 ein, in der die zunehmende Zerstörung unseres „gemeinsamen Hauses“ zur Sprache gebracht wird.

Er zeigte am Beispiel von China und dessen Fünfjahresplan die Verflechtungen mit den großen globalen Einflüssen auf. Ermutigend sei, dass dieser Plan bei Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit die Kohlenstoffabhängigkeit Chinas durch die Festlegung ehrgeiziger Ziele für erneuerbare Energien und Effizienzverbesserungen massiv verringern möchte und die Kreislaufwirtschaft betont. Nach dem Vortrag fanden unter der Leitung von Professor Robert Schäflein-Armbruster Workshops statt, um unmittelbar zu diskutieren, welche Bedeutung der Vortrag für die HFU hat.