Das Corona-Virus hat St. Georgen erreicht. Am Wochenende wurde vom Gesundheitsamt des Schwarzwald-Baar-Kreises bei einer aus St. Georgen stammenden Person der Verdacht auf eine Infektion mit dem Corona-Virus bestätigt. Es ist der erste bestätigte Verdacht im Schwarzwald-Baar-Kreis. Derweil ruft Bürgermeister Michael Rieger per Pressemitteilung zur Ruhe und Besonnenheit auf.

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Laut einer Mitteilung des Landrats-amtes habe die erkrankte Person an einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer teilgenommen und bereits während der Reise leichte grippale Symptome aufgewiesen. Diese seien zunächst allerdings nicht auf eine Corona-Erkrankung zurückgeführt worden, da sowohl das Reisegebiet als auch die angelaufenen Zielhäfen nicht in definierten Risikogebieten lagen. Ob es sich bei der erkrankten Person um einen Mann oder eine Frau handelt, teilte das Landratsamt mit Verweis auf den Datenschutz nicht mit.

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Nach der Reise kontaktierte die Person den Hausarzt, auf dessen ärztliches Anraten die betroffene Person zunächst zu Hause blieb. Die Behandlung erfolgte nach den vom Robert-Koch-Institut vorgegebenen Sicherheitsstandards. Demnach besteht sowohl für die Praxismitarbeiter als auch für andere Patienten keine Gefahr und demnach auch keine Notwendigkeit einer Isolation.

Kontaktpersonen werden ermittelt

Das Gesundheitsamt hat nach den geltenden Richtlinien des Robert-Koch-Instituts inzwischen verfügt, dass die erkrankte Person sowie alle bislang bekannten mit ihr in Kontakt stehenden Personen für 14 Tage in häusliche Quarantäne genommen werden. Darüber hinaus ermittelt das Gesundheitsamt derzeit weitere mögliche Kontaktpersonen.

Eine Besucherin einer Theatervorstellung in St. Georgen desinfiziert sich vor Betreten des Saals die Hände. Mit dieser Vorsichtsmaßnahme folgen die Veranstalter des Theaters im Deutschen Haus bisherigen Hygieneempfehlungen der Behörden. Bis auf Weiteres sollen im Theater auch alle Veranstaltungen wie geplant stattfinden.
Eine Besucherin einer Theatervorstellung in St. Georgen desinfiziert sich vor Betreten des Saals die Hände. Mit dieser Vorsichtsmaßnahme folgen die Veranstalter des Theaters im Deutschen Haus bisherigen Hygieneempfehlungen der Behörden. Bis auf Weiteres sollen im Theater auch alle Veranstaltungen wie geplant stattfinden. | Bild: Sprich, Roland

Am Freitag ist die für den Abend des gleichen Tages angesetzte Hauptversammlung der St. Georgener Gesamtwehr abgesagt worden. „Aus Sicherheitsgründen“, so die Information seitens der Stadtverwaltung, habe man eine Empfehlung des Innenministeriums umgesetzt, wonach Einsatzkräfte besonders geschützt werden sollen, um bei einer Schadenlage eine möglichst hohe Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten zu können. Wie die Stadt betonte, handelte es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, die in keinem Zusammenhang mit einer tatsächlichen Virusinfektion steht. Auch in weiteren Kreisgemeinden, so im Bad Dürrheimer Ortsbezirk Unterbaldingen bei der Feuerwehr und in Königsfeld beim Roten Kreuz, wurden Hauptversammlungen der Rettungskräfte abgesagt.

Der St. Georgener Bürgermeister Michael Rieger hat nach Bekanntwerden des bestätigten Corona-Falls in einer Pressemitteilung die Bürger gebeten, Ruhe zu bewahren und umsichtig zu bleiben. „Es bringt nichts, jetzt den Kopf zu verlieren oder unüberlegte Handlungen zu tätigen.“ Weiter rät Rieger dazu, sich nicht von übertriebener Panikmache anstecken zu lassen (die Pressemitteilung von Michael Rieger im vollen Wortlaut am Fuß dieser Seite).

Während vielerorts größere Veranstaltungen abgesagt oder verschoben werden, hat sich das Vorstandsteam des St. Georgener Theaters im Deutschen Haus dazu entschlossen, vorerst alle Veranstaltungen wie geplant stattfinden zu lassen. „Wir stehen in ständigem Kontakt mit den Behörden und lassen unser Programm so lange weiterlaufen, bis es von Amtswegen verboten wird“, sagt der Vorsitzende Helmar Scholz. „Wer aber zur Risikogruppe gehört oder sich krank fühlt, dann sollte man ohnehin nicht an solch einer Veranstaltung teilnehmen.“ Eine Blitzumfrage unter Besuchern einer Veranstaltung am Samstag in St. Georgen ergab, dass die Menschen zwar bewusst, aber dennoch entspannt mit der Situation umgehen. „Keine Hysterie aufkommen lassen, aber wachsam sein“, sagt Dora Dinger aus Tennenbronn. Und Harald Heß aus Deisslingen sieht die Sache „noch entspannt. Es kann einen auch am Arbeitsplatz erwischen“.