Wenn der Fußballclub Mönchweiler in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert, dann ist das für Mitglieder und Freunde des Vereins auch Anlass, auf die lange Vereinsgeschichte zurück zu blicken. Diese berichtet von vielen Höhen und Tiefen. Vorsitzender Mathias Storz ist sich dennoch sicher: "Die Gründer des Vereins würden heute mit viel Stolz auf dessen Entwicklung schauen. Die Herausforderungen wurden meist mit großem Zusammenhalt und viel ehrenamtlichem Engagement gemeistert und gemeinsam wurden auch viele schöne Momente genossen."

  • Die Vereinsgründung: Als sich 1919, ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, die wirtschaftlichen Verhältnisse langsam wieder normalisierten, faszinierte der Fußball die Menschen in Deutschland zunehmend. Auch in Mönchweiler schlossen sich junge Männer zu einem Fußballclub zusammen. Neben der körperlichen Ertüchtigung sollte als Vereinsziel auch die Kameradschaft und die Geselligkeit gepflegt werden. Laut Überlieferung in der Chronik des Vereins wurden die ersten Spiele gegen Weilersbach, St. Georgen und Buchenberg ausgetragen. Von einem geordneten Spielbetrieb im heutigen Sinne konnte natürlich keine Rede sein. Es war auch schwierig für ein Spiel das geeignete Gelände zu finden. An drei oder vier verschiedenen Stellen, alle weit vom Ort entfernt, wurden die ersten Partien ausgetragen. Viele Vorurteile der Bevölkerung, die dem Spiel mit dem Lederball noch verständnislos gegenüber stand, waren zu überwinden.
  • Partnerschaft mit dem Sportverein Sandow: Anfang 1920 wurde in Mönchweiler ein weiterer Sportverein mit dem Namen Sandow gegründet. Dieser Verein hatte sich der Schwerathletik verschrieben. Um eine Zersplitterung zu vermeiden, schloss sich der Fußballclub dem neuen Verein als Abteilung an. Doch diese Partnerschaft hatte nicht lange Bestand. Vereinsinterne Differenzen führten dazu, dass sich die Fußballabteilung Ende 1921 wieder selbstständig machte und sich den neuen Namen Fußballclub 1919 gab.
Gemeinsam mit den Kameraden des Sportvereins Sandow stellten sich die Mönchweiler Fußballer  im Jahr 1920 zu einem Erinnerungsfoto. Die Partnerschaft mit den Schwerathleten hielt allerdings nur ein Jahr. Schon 1921 gingen beide Sportvereine wieder getrennte Wege.
Gemeinsam mit den Kameraden des Sportvereins Sandow stellten sich die Mönchweiler Fußballer im Jahr 1920 zu einem Erinnerungsfoto. Die Partnerschaft mit den Schwerathleten hielt allerdings nur ein Jahr. Schon 1921 gingen beide Sportvereine wieder getrennte Wege. | Bild: Fußballclub
  • Der erste Sportplatz: Im selben Jahr wurde dem Fußballclub durch die Gemeinde an der heutigen Bundesstraße ein Gelände zur Verfügung gestellt, das von den Mitgliedern in einen einigermaßen spielfähigen Zustand gebracht wurde. Gleichzeitig wurde beim Südbadischen Fußballverband ein Antrag auf Teilnahme an den Punktspielen gestellt. In der Saison 1923/24 konnte der erste Bezirksmeistertitel gefeiert werden. Weitere Erfolge, auch überregional, folgten bald. Für die Spieler war es damals übrigens selbstverständlich, zu Fuß zu Auswärtsspielen zu laufen.
  • Der Zweite Weltkrieg: Mit Kriegsausbruch 1939 musste aufgrund der Einberufung vieler Spieler der Spielbetrieb eingestellt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Verein, wie die meisten damals, vor einem Trümmerhaufen. Im März 1946 wurde der Verein wieder ins Leben gerufen. Auf Befehl der Militärregierung musste der Vereinsname in "Sportverein Mönchweiler" umbenannt werden. Nur langsam kam der Spielbetrieb wieder in Gang. Trikots, Stutzen und Schuhe waren Mangelware. Zu den Auswärtsspielen brauchte man einen Fahrbefehl und eine Treibstoffzuteilung für den Holzvergaser. 1950 konnte der Verein wieder seinen alten Namen annehmen.
  • Sportliche Entwicklung: Anfang der 50er Jahre konnte westlich der Bundesstraße ein neues Sportgelände eingeweiht werden. Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens rief der Fußballclub Mönchweiler 1959 den Schwarzwaldpokal ins Leben, der bis heute ausgetragen wird. 1961 erfolgte die Gründung einer Tischtennisabteilung, die sich 30 Jahre später als Tischtennisportverein Mönchweiler selbstständig machte.
Abseits des Fußballs gab es beim Fußballclub Mönchweiler in den 100 Jahren seines Bestehens immer auch weitere Veranstaltungen, die lange in Erinnerung blieben. So gehörten große Jahresabschlussfeiern ebenso zum Jahreslauf wie beispielsweise die Dorffußballmeisterschaft, ein Skatturnier, das Sonnwendfeuer oder auch in den Jahren 2008 und 2009 ein auf dem Sportgelände ausgetragener Biathlonwettbewerb für Laien.
Abseits des Fußballs gab es beim Fußballclub Mönchweiler in den 100 Jahren seines Bestehens immer auch weitere Veranstaltungen, die lange in Erinnerung blieben. So gehörten große Jahresabschlussfeiern ebenso zum Jahreslauf wie beispielsweise die Dorffußballmeisterschaft, ein Skatturnier, das Sonnwendfeuer oder auch in den Jahren 2008 und 2009 ein auf dem Sportgelände ausgetragener Biathlonwettbewerb für Laien. | Bild: Cornelia Putschbach
  • Neuer Sportplatz und Vereinsheim: Im Jahr 1979 wurde im Rahmen des 50-jährigen Vereinsbestehens die neue Sportanlage am heutigen Standort eingeweiht werden. Das bisherige Gelände benötigte die Gemeinde Mönchweiler als Gewerbefläche. 1985 erfolgte schließlich der erste Spatenstich für den Bau des Vereinsheims.
  • Legendärer Vereinsausflug nach Wien: Für sieben Tage führte ein Vereinsausflug die Mönchweiler Fußballer 1973 nach Wien. Absoluter Höhepunkt war zweifellos das Spiel gegen den Erstligisten Wiener Sportclub. Mit 0:11 musste sich die Mönchweiler Mannschaft zwar geschlagen geben, aber Gästetorwart Peter Häbich überzeugte mit erfolgreichen Paraden so sehr, dass er nach dem Spiel unzähligen jungen österreichischen Fußballfans Autogramme geben musste.
  • Mönchweiler bekommt einen Hartplatz: 1977 konnte der von der Gemeinde finanzierte und vom Verein in viel Eigenleistung mit erstellte Hartplatz seiner Bestimmung übergeben werden. Gleichzeitig wurde mit einem Kostenaufwand von 25 000 Mark die neue Flutlichtanlage gebaut und finanziert.
  • Sportliche Entwicklung: Über die Jahre konnten die Mannschaften aus Mönchweiler viele sportliche Erfolge feiern, mussten aber auch Niederlagen einstecken. Einer der Höhepunkte dürfte in der Saison 1996/97 der Aufstieg der ersten Mannschaft in die Landesliga gewesen sein. Auch den Schwarzwaldpokal konnte Mönchweiler mehrfach für sich entscheiden.
  • Abstieg in Liga Sorgenlos: Die Saison 2004/05 ging dann wohl als die schwärzeste Saison in die Vereinsgeschichte ein. Ohne Sieg und mit 95 Gegentoren in 32 Spielen war nach dem Rücktritt mehrerer Leistungsträger der Abstieg aus der Bezirksliga als Tabellenletzter besiegelt. Es folgte eine Talfahrt "bis hin zur Liga Sorgenlos", wie es die Chronisten formulierten. Auch in den folgenden Jahren blieben gute Platzierungen der aktiven Mannschaften aus. Erst in der Saison 1915/16 schnupperte die erste Mannschaft mit dem Erreichen der Relegation an einem Aufstieg aus der untersten Spielklasse.
  • Jugend und Damen: Die Begeisterung der Erwachsenen für den Fußballsport übertrug sich von Beginn an auf die Jugend. Bereits kurz nach Vereinsgründung konnte die erste Jugendmannschaft ins Leben gerufen werden. Ende der 60er Jahre gab es schließlich bereits vier Jugendmannschaften in Mönchweiler. Peter Häbich und Josef Prücklmeier brachten sich sehr viele Jahre stark in die Nachwuchsarbeit ein und konnten mit der Jugend auch viele Erfolge feiern. 2010 wurde die erste Mädchenmannschaft als C-Juniorinnenteam gegründet. Mittlerweile nimmt eine Damenmannschaft als Spielgemeinschaft mit Obereschach und Kappel am Spielbetrieb teil.
  • Der Fußballclub Mönchweiler heute: Seit dieser Saison spielen etliche junge Spieler, die in der Jugend in einer Spielgemeinschaft mit dem FC Peterzell grandiose Erfolge feiern konnten, in der ersten Mannschaft. Das Training übernahm jüngst Holger Müller, als aktiver Spieler früher ein Leistungsträger des FC Mönchweiler. Die Leistungskurve zeigt nunmehr wieder nach oben.