Aus dem Lockdown Kreativität ziehen, ein Umdenken einleiten, sich gar völlig neu orientieren – dies ist bei der Familie Meßmer im Gasthaus Linde in Löffingen zu spüren. Anna Meßmer hat im Lockdown ihre Liebe zu Garten- und Heilkräutern entdeckt, Marc Meßmer hat den MM Gin und Lindenglück kreiert und die beiden Chefs Michael und Christina haben die Naturküche im Schwarzwälder Stil im Haus intensiviert.

Seit 200 Jahren eine Herberge

Knapp 200 Jahre ist die Löffinger „Linde“ alt, ein Gast- und Beherbergungsort, welcher sich immer wieder „neu erfunden“ hat. Dieses Gen, neue Chancen bei Veränderungen zu entdecken, ist auch in der 6. und 7. Generation zu spüren.

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Die 31-jährige Schwiegertochter Anna, gelernte Hotelfachfrau und Hotelmanagerin, hat während des Lockdowns die Liebe zum Garten und der Heilkräuterkunst für sich entdeckt. So belegte sie einen Online-Starterkurs, um die Basis des Gemüse- und Kräutergartens für sich zu finden. „Pappe auf den Boden, Edelkompost darüber, vom Papa eine hölzerne Begrenzung, und schon ging es los“, so informiert die kreative Jungwirtin.

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Heute wachsen in den sechs großen Beeten Gemüse aller Art, dazu spendet eine Kräuterspirale die entsprechenden Würzen dazu. Schnell lernte Anna, welches Gemüse zusammen passt, wer sich gegenseitig die Kraft nimmt und welches Gemüse bei uns überhaupt wächst. „Paprika funktionierte bei mir nicht, der benötigt in unseren Lagen wahrscheinlich ein Gewächshaus“, informiert die neue Gartenexpertin.

Tipps aus Omas Gartenbuch

Neben den Online-Kursen hat sie auch zahlreiche Kurse etwa bei der Löffinger Heilkräuterexpertin Gisela Schreiber belegt und zahlreiche Tipps aus dem Gartenbuch der beiden Omas Cilli und Elvira umgesetzt. Ein Problem waren auch die Schädlinge, die man mit entsprechenden Anpflanzungen in den Griff bekommt, oder die Erkenntnis, Wühlmäuse oder Schnecken einfach als Geschöpfe der Natur gewähren zu lassen. Ansonsten probiert sie auch gerne mal Hausmittel aus, etwa, bei Mehltau Milch oder Backpulver einzusetzen.

Auf Entdeckungstour mit dem Opa

Nicht nur Anna ist vom Garten begeistert auch ihre beiden Kinder, der zweijährige Matteo und die sechsjährige Rosalie, lieben es, im Garten mit dabei zu sein. Auch mit Opa Michael gehen die beiden Enkel gerne auf Entdeckungstour durch Wald und Flur.

Marc Meßmer probiert den blauen Gin, Anna demonstriert ihre Naturkosmetik.
Marc Meßmer probiert den blauen Gin, Anna demonstriert ihre Naturkosmetik. | Bild: Silvia Bächle

Über den Garten und die Kräuter entdeckte Anna Meßmer die Liebe zu den Heilkräutern und stellte sich der Ausbildung als Kräuterpädagogin. Ihre Küche verwandelte sich schnell, alte Marmelade- und Gurkengläser, alter Kaffeefilter oder Rührgeräte wurden wieder aus dem Keller geholt.

Nun entstehen in der Küche von Anna Meßmer Tinkturen und Salben, Fettstifte, verschiedene Öle, alles aus dem Garten der Natur von Veilchen über Gänseblümchen bis hin zu Ringelblumen oder eben, was in der Natur gerade blüht. Derzeit probiert Anna Meßmer gerade Schüttellotionen fürs Gesicht und Abschminkpflege aus. Das große Ziel von Anna Meßmer ist es, später verschiedene Workshops in Naturkosmetik anzubieten und mit einem kreativen Naturbackkurs neue Wege zu gehen.

Schmetterlingsblüte macht Gin blau

Auch Ehemann Marc, Hotelmanager und Social-Media-Experte, hat für sich und die Gäste die Natur entdeckt, allerdings „hochprozentiger“. Der Gin-Liebhaber hat den blauen MM (Marc Meßmer) Gin kreiert. Das Geheimnis der blauen Farbe ist die blaue Schmetterlingsblüte. Gibt man diesem blauen Gin Tonic Water dazu, so verfärbt sich der Gin pinkfarben. Zwar wächst die Schmetterlingsblüte nicht um die Ecke, dafür aber die weiteren Zutaten wie Fichtennadel, Wachholder, Ingwer, Brombeere, Heidelbeere oder Lavendel.