Um die Frage, ob im Löffinger Stadtteil Dittishausen ein Wohnmobilstellplatz realisiert werden soll, entspann sich bei der Sitzung des Ausschusses für Kultur, Sport, Stadtmarketing und Tourismus eine lebhafte Diskussion. Zuvor hatte Stadtmarketing-Leiter Karlheinz Rontke auf Basis einer Analyse sechs denkbare Standorte skizziert und Dittishausen als ersten in einer denkbaren weiteren Reihe von Stellplätzen zur Umsetzung vorgeschlagen.

Annette Hilpert (CDU) brach eine Lanze für den Standort beim Appartmenthaus in Dittishausen. Ausschlaggebende Kriterien dafür, dass Wohnmobilisten einen solchen Platz annehmen, seien die Lage und die Anbindung an die Infrastruktur. Dittishausen biete nicht nur die Nähe zu touristischen Sehenswürdigkeiten, sondern auch Einkaufsgelegenheit, gastronomische Angebote und die Möglichkeit, Hallenbad und Sauna zu nutzen. Gerade dieser Aspekt steigere die Attraktivität eines Wohnmobilstellplatzes in Dittishausen und verpreche gesteigerte Besucherzahlen für Hallenbad und Sauna. Deshalb spreche alles dafür, den Wohnmobilstellplatz in Dittishausen zu realisieren, meinte Hilpert. "Das wäre auch ein positives Signal seitens der Stadt an Dittishausen", betonte Ortsvorsteher Helmut Wölfle, der Hilperts Position teilte. Der Wohnmobilstellplatz werde seit Jahren diskutiert, um dann doch wieder auf die lange Bank geschoben zu werden. Es sei es an der Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen.

Das könnte Sie auch interessieren

Dieter Köpfler (SPD) sah das anders. Aus seiner Sicht gelte es bei der Wahl eines Standortes für einen Wohnmobilstellplatz zwischen zwei Kriterien abzuwägen. Die Kernfrage sei, ob der Platz eher auf die Nutzung der städtischen Infrastruktur hin abzielen – sprich: mehr Besucher in die Stadt und damit Richtung Einzelhandel und Gastronomie gelockt werden – oder möglichst nahe an touristischen Attraktionen liegen soll. Wolle man stärker auf die touristischen Attraktionen abstellen, kämen aus seiner Sicht eher Standorte in Bachheim oder beim Freizeitpark Tatzmania in Frage. "Die Standortentscheidung liegt also noch ganz weit weg", erklärte Köpfler.

Andere Stadträte und Bürgermeister Tobias Link äußerten sich diplomatischer. Das Beispiel Eisenbach zeige, dass Wohnmobilisten auch Stellplätze zu schätzen wüssten, die ruhig und abgeschieden liegen und über so gut wie keine Infrastruktur verfügen, gab Joachim Streit zu bedenken. Aus Marlene Müller-Hausers Sicht sprach viel dafür, mit einem Stellplatz in Dittishausen zu beginnen, um in einem weiteren Schritt ein Areal in unmittelbarer Stadtnähe, wie das Bittenbachareal, anzupeilen.

Bürgermeister Link plädierte dafür, einen Kompromiss zwischen Nähe zu touristischen Destinationen und Orts- beziehungsweise Stadtkernen anzuvisieren und dabei auf vorhandene infrastrukturelle Einrichtungen zurückzugreifen. Wichtig sei, dass der gewählte Standort Erweiterungsmöglichkeiten biete, betonte Martin Lauble (CDU) und ließ Sympathien für einen Wohnmobilstellplatz in Dittishausen erkennen. Oliver Wehrle (SPD) begann schon während der Ausschusssitzung, die Analysen für die insgesamt sechs denkbaren Stellplatz-Standorte nochmals genauestens zu sondieren. "Wir können uns das Thema Wohnmobilstellplatz ruhig schon mal als Diskussionspunkt für die Haushaltsberatungen des Gemeinderats vormerken", kommeniterte Willy Frey (CDU) trocken.