Die Vorstellung des Managementplans Wutachschlucht (MaP) im Rahmen des Natura 2000 FFH-Gebiets führte zu einer voll besetzten Löffinger Festhalle. Es sind sowohl die angrenzenden Gemeinden, wie auch Landwirte oder auch Vereine von den Maßnahmen betroffen. Tobias Kock vom Regierungspräsidium Freiburg, stellte den Managementplan Wutachschlucht vor. 

Das Ziel sei es, die Natur zu schützen mittels des europaweiten Schutzgebietsnetzwerks. Es ist die Umwandlung von der Arterhaltung zur Ökosystemerhaltung. Zur Erhaltung der Schutzgüter wird es ein Schirmprinzip geben. Viele dieser Schutzgüter sind durch die Landwirtschaft entstanden und können auch nur in Zusammenarbeit mit ihr erhalten bleiben. Allerdings, so wurde in der Vorstellung auch klar, wird es Gebiete geben, bei denen eine Bewirtschaftung eingeschränkt oder untersagt werden kann, um den geschützten Arten und Lebensraumtypen zu erhalten.

Es gibt 23 verschiedene Arten und Lebensraumtypen, so die aktuelle Erfassung. Das Ergebnis des Managementplan Wutachschlucht zeigt die Tierarten und zu schützenden Flächen auf: so die Bechsteinfledermaus (mit einer Fläche 2540 Hektar), das große Mausohr (3547), Mopsfledermaus (3019), grünes Besenmoos (403), grünes Koboldmoos (52), Bergmähwiese (67), Flachlandmähwiese (105), Magerrasen (drei), Au-Wälder mit Erle, Esche und Weide (26), Schlucht- und Hang-Mischwälder (143), Hainsimsenbuchenwald (17) und Waldmeisterbuchenwald (105 Hektar).

Die Wutachschlucht ist ein 3443 Hektar großes FFH-Gebiet und erstreckt sich über die Gemeinden Löffingen (26 Prozent), Bonndorf (24 Prozent), Wutach (24), Hüfingen (zehn Prozent), Blumberg (acht Prozent), Lenzkirch (fünf Prozent), Bräunlingen (drei Prozent) und Friedenweiler (ein Prozent) und erstreckt sich über die drei Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald, Waldshut und Schwarzwald-Baar-Kreis. 78 Prozent dieser Flächen sind von Wald bedeckt und beinhalten die beiden Naturschutzgebiete Wutachschlucht und Vogtsberg.

Besonders prägend seien die schnellfließende Wutach mit dem Lebensraum der Bachenaugen und Groppen. Hinzu kommen die landesweit einmaligen Schluchtwälder, die sich über den gesamten Verlauf der Schlucht erstrecken. Sie sind die Heimat seltener Fledermausarten, die auch in den vorhandenen Buchenwäldern und den Höhlen und Spalten im Gestein Unterschlupf finden. So kann man hier die seltene Bechstein- und Mopsfledermaus antreffen.