In Villingen-Schwenningen mangelt es an Gewerbeflächen. Knapp 49 Hektar könnte die Doppelstadt anbieten, wenn alle möglichen Flächen erschlossen würden. Der Bedarf bis 2035 liegt aber bei 65 Hektar.

Das sieht es im Umland ganz anders aus. Ein Gutachten, das im Technischen Ausschuss in Villingen-Schwenningen vorgestellt wurden, belegt, dass die Städte und Gemeinden im Umkreis der Doppelstadt insgesamt 215 Hektar Industrie- und Gewerbeflächen als Vorrat haben. Laut Gutachten seien vor allem Immendingen und Geisingen gut aufgestellt.

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„Das hat mich überrascht“, sagt Bürgermeister Manuel Stärk, denn derzeit sei in Immendingen „alles belegt“. Das gilt für den Gewerbepark „Im Puls“ mit 50.000 Quadratmetern, das Gewerbegebiet an der B 311 mit 5.000 Quadratmetern sowie das Gewerbegebiet „Donau-Hegau“. Letzteres soll jedoch wachsen.

Bürgermeister Manuel Stärk will die Einnahmen seiner Gemeinde Immendingen erhöhen. Nur Logistikunternehmen sind unerwünscht.
Bürgermeister Manuel Stärk will die Einnahmen seiner Gemeinde Immendingen erhöhen. Nur Logistikunternehmen sind unerwünscht. | Bild: Bürgermeisteramt Immendingen

„Das Verfahren läuft und wir wollen Ende des Jahres fertig sein“, sagt Stärk und ergänzt: „Der Bedarfsnachweis ist uns nicht schwergefallen.“ 13 Hektar, umgerechnet 130.000 Quadratmeter, sollen unter dem Namen „Donau-Hegau 2“ entstehen.

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Erneute Erweiterung von „Donau-Hegau“ möglich

Und auch die nächste Erweiterung könnte bald Realität werden, denn ursprünglich wollte die Gemeinde die doppelte Fläche für Gewerbe ausweisen. Die wurde im Laufe des Verfahrens halbiert, könnte aber, falls nötig, in den kommenden Jahren zur Grundlage für „Donau-Hegau 3“ werden.

Grundsätzlich müsse die Gemeinde immer abwägen zwischen Flächenfraß, Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätzen, so Stärk. Es sei im Interesse der Gemeinde, Vertreter möglichst unterschiedliche Branchen in die Gewerbegebiete zu holen, um krisenfest zu sein.

Eine Branche hat allerdings schlechte Karten: Logistikunternehmen sollen sich in Immendingen möglichst nicht ansiedeln. Die Verkehrsbelastung für die Ortsdurchfahrt wäre in diesem Fall laut Bürgermeister Stärk zu hoch.

Gewerbeflächen in Geisingen sind begehrt

Und auch in Geisingen gibt es noch Platz. Im Bereich Danuvia Nord stehen vier Hektar zur Verfügung. „Die sind ab morgen baureif“, sagt Bürgermeister Martin Numberger. Rund 15 Hektar nördlich der Autobahn stehen außerdem im Flächennutzungsplan, ein Bebauungsplan wurde hier aber noch nicht aufgestellt.

„Wir sind zufrieden“, fasst Bürgermeister Martin Numberger das Potenzial im Geisinger Gewerbegebiet zusammen. Sein Vorgänger und dessen Gemeinderäte hätten in der Vergangenheit viele Flächen in den Nutzungsplan aufgenommen und so eine Grundlage geschaffen.

Bürgermeister Martin Numberger bezeichnet Geisingen als „unternehmerfreundliche Kommune“. Erwünscht sind Unternehmen, die ...
Bürgermeister Martin Numberger bezeichnet Geisingen als „unternehmerfreundliche Kommune“. Erwünscht sind Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen. | Bild: sk

Begehrt sind die Plätze außerdem: „Wenn wir wollten, können wir die freien Flächen morgen dreifach zubauen“, sagt Numberger. Der Gemeinderat hält jedoch bewusst auch Flächen frei. Welche Firmen den Zuschlag bekommen richtet sich laut Numberger nach zwei Kriterien: Bring die Firmenansiedlung Arbeitsplätze nach Geisingen? Und sorgt die Neuansiedlung für einen guten Branchenmix?

„Wir sind also mittelfristig gut abgesichert“, so der Bürgermeister. Mindestens zehn Jahre halten die derzeitigen Flächen laut seiner Schätzung noch vor.