ereits um die Wende vom 17. ins 18. Jahrhundert hieß es in Immendingen „Hopfen und Malz – Gott erhalt‘s“. Im Jahre 1699 bewilligte Graf Prosper von Fürstenberg dem Unternehmer Lorenz Grieninger die Errichtung einer „Bierbreystätt gegen Prästierung des Kesselgeldes“. Dieser Brauerei war jedoch keine lange Lebensdauer beschieden.

Das Haus Fürstenberg hatte bereits im Jahr 1283 das Brauereiprivileg erhalten. Nach einer Unterbrechung wurde im Jahr 1705 von der fürstlichen Brauerei die Bierproduktion wieder aufgenommen, was zur Schließung der Immendinger Brauerei führte.

Einkaufstour bei den Landwirten

Die Brauerei in Donaueschingen war um den Absatz ihrer Produkte besorgt und kaufte den Immendinger Landwirten die Gerste, die als beste in der ganzen Baar gesucht war, restlos ab. Im Jahr 1808 suchte der Immendinger Ortsherr von Reischach um die Konzession zur Errichtung einer Brauerei nach. Er war mit seinem Antrag erfolgreich und erhielt von Großherzog Karl am 10. März 1810 die begehrte Bewilligung, jedoch mit der Einschränkung, dass sein Bier in fürstenbergischen Gemeinden nicht eingeführt werden durfte.

Auch die grundherrlichen Untertanen durften nicht gehalten sein, das Bier abzunehmen. Für die Brauerei wurden Teile des unteren Schlosses genutzt, insbesondere der Anbau.

Mehrere Brauer versuchten ihr Glück

Im Jahr 1819 ergänzte von Reischach die Brauerei mit einen Ausschank und verpachtete im gleichen Jahr das ganze Unternehmen an den Brauer und Metzger Michael Albrecht. So ist das in der 1937 erschienenen Immendinger Ortschronik erwähnt. Der Pachtvertrag hatte eine Laufzeit bis ins Jahr 1854. Dieser wurde jedoch vom Pächter vorzeitig gekündigt.

Berichtet wird, dass 1844 ein gewisser Philipp Dannegger von Donaueschingen auf das Brauhaus zog. Alsbald muss die Brauerei wohl aufgegeben worden sein. Das Haus Fürstenberg, welches das Schloss 1834 erworben hatte, richtete darin ein schließlich ein Rentamt ein, eine Art Finanzbehörde des Hauses Fürstenberg.

Das Bräuhaus wird später abgerissen

Außer dieser herrschaftlichen Brauerei gab es in Immendingen noch die Brauerei Planz, die im Jahre 1852 Jakob Glökler von Deutenbronn übernahm. Die Brauerei war in einem in der Ortsmitte, gegenüber der heutigen Volksbank stehenden Gebäude eingerichtet. Im Volksmund trug das Anwesen bis zu seinem Abbruch den Namen „Bräuhaus“. Wann die Brauerei aufgegeben wurde, ist nicht überliefert.

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Nachdem man damals noch keine Kühlaggregate kannte, musste jede Brauerei über einen Bierkeller verfügen. In Immendingen gab es derer zwei. Einer befand sich an der Abzweigung der alten Straße nach Mauenheim beziehungsweise an der der Zufahrt zur Ziegelhütte. Einen weiteren soll es im Bereich der Wald- und Bismarckstraße gegeben haben.

Im Laufe der Zeit ging das Eigentum an dem Bräuhaus auf die Gemeinde über. In dem Gebäude wurden Wohnungen eingebaut. Im Erdgeschoss betrieb die Gärtnerei Gall ein Ladengeschäft. Der hintere Teil diente lange Zeit Schulzwecken.