Wer aus Richtung Tuttlingen auf der Bundesstraße 311 auf Immendingen zufährt, der wird schon bald die gewohnte Silhouette der zweistöckigen Häuser und der evangelischen Versöhnungskirche mit ihrem Kirchturm vermissen.

Der Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung sein Einverständnis zu einem Bauantrag gegeben, der eine Aufstockung des Gebäudes vorsieht, in welchem sich das Joker-Casino befindet. Die derzeit noch im zurückgesetzten zweiten Stockwerk befindliche Shisha-Bar soll abgebaut werden. An ihrer Stelle entstehen zwei neue Vollgeschosse, die künftig acht Wohneinheiten aufnehmen. Von 8,70 Meter steigt die Höhe des geplanten Gebäudes damit bis zum First auf gut zwölf Meter.

Shisha-Bar wird zurückgebaut

Beim Casino „Joker“ handelt es sich um eine von drei Vergnügungsstätten innerhalb der Gemeinde Immendingen, alle an der Bundesstraße gelegen. Das Erdgeschoss wird als Spielhalle benutzt. Es bleibt von den Umbaumaßnahmen unberührt.

Wie Ortsbaumeister Martin Kohler im Gemeinderat erläuterte, wird für die geplante Baumaßnahme zunächst die Shisha-Bar im zweiten Obergeschoss zurückgebaut. Auf der vorhandenen Grundfläche des Gebäudes mit einer Länge von rund 26 Metern und einer Breite von knapp 25 Metern werden zwei neue Stockwerke hinzugefügt.

Acht Wohnungen auf zwei Etagen

In diesen Etagen sollen acht Wohneinheiten geschaffen werden. Die Wohnungen verteilen sich dabei gleichmäßig auf beide Geschosse. Unter anderem wird die Front der beiden Obergeschosse durch Balkone aufgelockert. Das Dach entsteht als Walmdach. Wie immer bei Bauanträgen spielte auch in diesem Fall die Zahl der vorhandenen Stellplätze eine Rolle.

Laut Kohler können 34 Stellplätze auf dem Grundstück der Bauherrschaft nachgewiesen werden. Zudem hat man sich in Verhandlungen noch auf die Ablösung eines weitere Stellplatzes der Gemeinde für die Spielstätte geeinigt. Abzüglich der Parkplätze für das Casino bleiben für die Wohnbebauung damit noch 14 Stellplätze, was einen Stellplatzschlüssel von 1,8 bedeutet. Mit dieser Regelung könne man sich einverstanden erklären, so die Verwaltung.

„Ein schönes Beispiel für Nachverdichtung“

Insgesamt wurde die Kooperation mit dem Bauherrn als zufriedenstellend bezeichnet. Das Ergebnis sei „ein schönes Beispiel für Nachverdichtung“, hieß es. Allerdings wurde ebenfalls eingeräumt, dass das Projekt von den Besitzern der „Umgebungsbebauung“ kritisch gesehen werde. Die benachbarte evangelische Kirche sei aber immerhin auch ein großes Gebäude.

Werde der fertige Neubau von der Straße an der Steig aus betrachtet, so falle die neue Höhe der nun drei Vollgeschosse nur wenig ins Gewicht. Andererseits sei die neue Höhe aus Richtung Schwarzwaldstraße/Bundesstraße 311 schon deutlich auffälliger. Zugute gehalten werden müsse der Planung die Unterbrechung der Fassade durch die Balkone, was das Gebäude in Richtung Ortsdurchfahrt durchaus gefälliger mache.

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Unter Zustimmung zu der geplanten Ablösung für einen zusätzlichen gemeindlichen Stellplatz gab der Gemeinderat einhellig sein Einvernehmen zu dem geplanten Projekt. Die letztliche Entscheidung über den Bauantrag liegt bei der Genehmigungsbehörde, dem Tuttlinger Landratsamt.

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