Ein paar Wochen wird es noch dauern, bis sich im ehemaligen Möbelhaus an der Immendinger Schwarzwaldstraße die erste Gruppe bei einem Live-Escape-Game mit viel Geschick und Taktik aus der gut ausgestatteten "Bibliothek" oder dem "Zombieraum" befreit. Dann können auch Kinder oder vielleicht Junggesellen einen vernüglichen Befreiungsversuch aus dem "Pony- oder Einhorn-Anfängerraum" probieren. Im großen Spieleraum locken zudem Brettspielabende und futuristische Fantasy-Table-Top-Games. Magnus und Astrid Matz aus Hilzingen, die in Immendingen die außergewöhnliche Spielewelt "Refugium" eröffnen wollen, haben jetzt begonnen, die 350 Quadratmeter im Obergeschoss des Ex-Möbelhauses umzubauen und planen im Herbst den offiziellen Start.

Willkommen in der Fantasywelt von "Refugium": In der neuen Live-Escape-Game Anlage in Immendingen werden im Freundeskreis schon jetzt die ersten Brett- und Table-Top-Spiele ausprobiert. Hier spielt das Betreiberehepaar Magnus Matz (links) und Astrid Matz (rechts) mit Markus Hiller (Zweiter von links) und Joel Tiedtke das futuristische Game "Warhammer 40K".
Willkommen in der Fantasywelt von "Refugium": In der neuen Live-Escape-Game Anlage in Immendingen werden im Freundeskreis schon jetzt die ersten Brett- und Table-Top-Spiele ausprobiert. Hier spielt das Betreiberehepaar Magnus Matz (links) und Astrid Matz (rechts) mit Markus Hiller (Zweiter von links) und Joel Tiedtke das futuristische Game "Warhammer 40K". | Bild: Jutta Freudig
  • Die Spiele: Bei Live-Escape-Games handelt es sich um einen weltweit seit etwa 2010 immer beliebter werdenden Spieltrend. Kleinen Personengruppen, angefangen von zwei bis zu etwa sechs Leuten, wird in einem verschlossenen Raum eine Rätselaufgabe gestellt. Aus dem Raum müssen sich die Teilnehmer mit Geduld, Ausdauer, Geschicklichkeit und logischem Denken sowie mit Hilfe versteckter Hinweise und Gegenstände innerhalb einer vorgegebenen Zeit befreien (escape ist das englische Wort für Flucht). Das Szenario zum Spiel folgt einem bestimmten Thema, kann beispielsweise eine Detektivgeschichte sein oder ist angelehnt an bekannte Geschichten aus Film, Fernsehen, Computerspielen oder Literatur.
150 Quadratmeter groß ist allein der Haupt-Spieleraum der neuen Anlage, der momentan umgebaut wird und in dem bereits erste Brettspiele stattfinden. Links sind die Eingänge zu den Game-Räumen zu sehen.
150 Quadratmeter groß ist allein der Haupt-Spieleraum der neuen Anlage, der momentan umgebaut wird und in dem bereits erste Brettspiele stattfinden. Links sind die Eingänge zu den Game-Räumen zu sehen. | Bild: Jutta Freudig
  • Die Räume: Die riesige Fläche des einstigen Möbelhauses, die dem im Gaming erfahrenen Paar Magnus Matz (34) und Astrid Matz (30) hervorragende Möglichkeiten bietet, befindet sich nach der Genehmigung des Landratsamts für den Innenausbau jetzt in einem völligen Wandel. Schon beim Betreten des 150 Quadratmeter umfassenden Hauptspielersaals lässt sich das sicher bald einmal atemberaubende Ambiente der neuen Anlage erahnen. Der größte der Live-Escape-Game-Räume ist der Teamraum, der laut Astrid Matz vielleicht einem Grusel- oder Autothema gewidmet wird. Auf der anderen Seite wartet der Anfängerraum, später zuckrig-rosa oder regenbogenfarbig mit Pony- oder Einhornthema. "Hier können Kinder sich im Live-Escape-Spiel üben, oder Junggesellen sich zum Abschiedsspaß treffen", lacht Magnus Matz. Drei weitere Räume sind Live-Escape-Game-Themen gewidmet. Die "Bibliothek", der "Kunstraub" und der "Zombie-Raum".
Einmal in der Woche planen Magnus und Astrid Matz in der neuen Anlage künftig ein Brettspieleabend.Teilnehmer können unter einer großen Zahl von Spielen wählen und sie auch kaufen.
Einmal in der Woche planen Magnus und Astrid Matz in der neuen Anlage künftig ein Brettspieleabend.Teilnehmer können unter einer großen Zahl von Spielen wählen und sie auch kaufen. | Bild: Jutta Freudig
  • Die Realisierung: Um die Idee der in der Region einmaligen Anlage zu realisieren, muss das Betreiberpaar Matz viel Zeit investieren. Magnus Matz ist promovierter Apotheker von Beruf und arbeitet bei einer pharmazeutischen Firma in Singen, seine Frau ist gelernte Krankenschwester und nach einem Aufbaustudium zum Bachelor Gesundheits-Management ch im Pflegebereich tätig. Sie wird künftig als Betreiberin der Immendinger Einrichtung arbeiten. "Das wird mein Hauptberuf", sagt Astrid Matz. Beide haben seit April damit begonnen, ihren Traum von der Live-Escape-Game- Anlage zu realisieren. Damals wurde über den Bauantrag im Immendinger Gemeinderat positiv entschieden. Seit Ende Juli hat das Paar vom Landratsamt Tuttlingen die Genehmigung für den Innenausbau. Für die Außentreppe, die im hinteren Bereich des Gebäudes an der Schwarzwaldstraße 43 ins Obergeschoss führen und die Räume autark machen soll, fehlt aber noch die Bauerlaubnis.
  • Der Start: Im Inneren hat sich in der kurzen Zeit dennoch schon viel getan. Die Live-Escape-Game-Räume sind abgetrennt, die Elektroarbeiten (unter anderem für die spezielle Beleuchtung und Beschallung der Räume) und die Sanitärarbeiten folgen in den nächsten Wochen. Herzstück der Anlage wird der 150 Quadratmeter große Spieleraum, in dem diese Woche schon die ersten inoffiziellen Brett- und Table-Top-Spiele stattfanden. Am Samstag ist ein Spieleturnier im Freundeskreis geplant. Erste Buchungen gibt es bereits. "Allerdings mussten wir vorerst zum Beispiel der Firma Daimler absagen, die eine Klausur zur Teambildung buchen wollte", so Magnus Matz. Offizielle Eröffnung nach Fertigstellung der Gesamtanlage wird voraussichtlich im Herbst sein.