Am Unterlauf des Amtenhauser Talbaches sind Tiefbauarbeiten im Gange mit größeren Erdbewegungen. Aus Behältern und Betonrohren mit ansehnlichem Durchmesser entsteht eine Behandlungsanlage für das aus dem Baugebiet Iltishalde ankommende Regenwasser. Durch eine sogenannte Sedimentierungsanlage werden die Schmutzteilchen aus dem Regenwasser herausgefiltert. Trotz Corona wird an der Baustelle gearbeitet.

Auf der Grundlage einer wasserrechtlichen Genehmigung wurde das Oberflächenwasser aus dem Gebiet bisher schon dem Talbach zugeführt. Die zeitlich befristete Erlaubnis war jedoch abgelaufen. Die damit neu zu beantragende Genehmigung fordert aufgrund strenger gewordenen Vorschriften die Reinigung des ankommenden Oberflächenwassers, bevor es in den Wasserlauf eingeleitet werden darf. Für das Gebiet des Freizeitzentrums befindet sich bereits im Nahbereich der momentanen Baustelle eine solche Einrichtung.

Der Kostenaufwand für das Projekt liegt bei 104.000 Euro. „Hierauf erhält die Gemeinde eine Förderung in Höhe von 63.900 Euro“, informiert Bauamtsleiter Martin Kohler. Das Baugebiet Iltishalde wird im sogenannten Trennsystem entwässert. Hierfür sind getrennte Leitungs- und Kanalsysteme für die Ableitung von Schmutz- und Regenwasser erforderlich. Das Regenwasser von den Dach- und Verkehrsflächen wird bei solchen Anlagen getrennt von dem häuslichen Schmutzwasser gesammelt und in ein nahe gelegenes Gewässer geleitet. Da hierbei nach Starkregenereignissen deutliche Hochwässer in kleine Gewässer eingetragen werden können, bemüht man sich vor allem bei neueren Anlagen um Bauwerke zur Speicherung eines Teils der Niederschläge in Regenrückhaltebecken.

„Das Trennsystem hat den Vorteil, dass relativ gering belastetes Regenwasser nicht durch die Kläranlagen geschickt werden muss“, erklärt der Ortsbaumeister. Dadurch kann die Abwasserreinigung wesentlich gründlicher und kostengünstiger erfolgen. Auch der Schmutzwasserkanal kann kleiner dimensioniert werden. Aus diesem Grund werden heute Neubaugebiete im Trennsystem erschlossen. Bei der Planung des Neubaugebietes Iltishalde in den 70-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat mit dem Trennsystem die Gemeinde bereits eine fortschrittliche Entscheidung getroffen, wenngleich alle Leitungen doppelt ausgeführt werden mussten.

Da Straßen zum Beispiel unter anderem durch Reifenabrieb verschmutzt sein können, ist teilweise auch das Regenwasser belastet, wenn auch deutlich geringer. Nach den neueren weitergehenden Vorschriften wird nunmehr auch für das Regenwasser eine Behandlung vorgeschrieben. Durch eine sogenannte Sedimentierungsanlage werden die Schmutzteilchen aus dem Regenwasser herausgefiltert.